Docherty und Bozzone jagen Browns Krone

Beim Ironman Neuseeland bekommt es Seriensieger Cameron Brown in Terenzo Bozzone und Bevan Docherty gleich mit zwei starken Landsmännern zu tun. Beide könnten sich am Samstag ihren ersten Titel über die volle Distanz sichern und damit einen elften Erfolg Browns am Tauposee verhindern. Bei den Frauen trifft Vorjahressiegerin Meredith Kessler auf die zuletzt sehr überzeugende Gina Crawford.

Von > | 1. März 2013 | Aus: SZENE

Bevan Docherty | Bevan Docherty

Bevan Docherty

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Nachdem die Ankündigung von Sturm, Starkregen und Außentemperaturen um den Gefrierpunkt im vergangenen Jahr fast zur Absage des Ironman Neuseeland geführt hatte, fällt die Wetterprognose für die 29. Auflage deutlich freundlicher aus. Eine Sonnenwahrscheinlichkeit von 70 Prozent, leichten Wind und angenehme 23 Grad Celsius erwarten die Meteorologen für den Renntag – nahezu perfekte Bedingungen für das älteste Qualifikationsrennen der Ironmanserie. Genau die möchte der Neuseeländer Cameron Brown bei seinem 15. Start nutzen und sich in seinem „Wohnzimmer“ Taupo zum elften Mal zum Sieger küren. An Streckenerfahrung mangelt es dem Vorjahresdritten also ganz sicher nicht. Kein anderer Athlet dürfte den Kurs auf der Nordinsel Neuseelands so detailliert kennen wie der 40-jährige Routinier.

Debütsieg oder Geburtstagsgeschenk?

Ein Geheimfavorit ist Brown indes nicht. Diese Rolle nimmt am Samstag Landsmann Bevan Docherty ein, der sich erstmals in seiner Karriere den 226 Kilometern stellen wird. Über die halbe Ironmandistanz gehört der Olympia-Zweite von Athen und Bronzemedaillengewinner von Peking längst zur Weltspitze, wie sein dritter Platz bei der 70.3-WM in Las Vegas bewiesen hat. Auch wenn sich der 35-Jährige zuletzt in Auckland und Panama mit Rang zwei begnügen musste, dank seiner Ausgeglichenheit und Tempohärte dürfte der frühere Kurzstrecken-Spezialist am Wochenende schwer zu schlagen sein – fehlende Erfahrung hin oder her. Einer, der Docherty das Leben zumindest von Beginn an schwer machen kann, ist Kiwi Terenzo Bozzone. Zum einen, weil der 70.3-Weltmeister von 2008 in diesem Jahr bereits mit Platz zwei bei der Mitteldistanz von Tauranga überzeugte. Und zum anderen, weil er sich nach drei Vize-Titeln (2009 bis 2011) vergleichsweise besser auskennen sollte als sein älterer Konkurrent. Ein dritter Punkt spricht für den früheren Junioren-Weltmeister: Er wird am Freitag 28 Jahre alt und könnte sich mit dem ersten Ironmansieg selbst ein unvergessliches Geburtstagsgeschenk machen.

Sollten Brown, Bozzone oder Docherty dagegen patzen, könnte vor allem Keegan Williams, 2013 bereits Vierter der Challenge Wanaka, zum Nutznießer werden und den Sprung aufs Podium schaffen. Damit liebäugeln am Samstag auch der Este Marko Albert, Scott Defilippis aus den USA und der Ungar Balasz Csoke.   

Neuseeland gegen USA

Im Rennen der Frauen dürfte es in Abwesenheit von Rekordsiegerin Joanna Lawn auf ein Duell zwischen der US-amerikanischen Titelverteidigerin Meredith Kessler und Gina Crawford aus Neuseeland hinauslaufen. Letzterer gelang in diesem Jahr neben dem fünften Wanaka-Titel auch der Sieg in Tauranga. Zudem weiß die radstarke 32-Jährige, wie man das Rennen in der 22.000-Einwohner-Stadt Taupo ganz vorn beendet: 2009 kam sie dort als Erste ins Ziel. Möchte Crawford diesen Erfolg wiederholen, muss sie sich auf dem Rad jedoch einen Vorsprung auf Kessler erarbeiten, die läuferisch sicherlich stärker einzuschätzen ist. Dass deren Form stimmt, zeigte die US-Amerikanerin zuletzt mit Platz drei beim gut besetzten Ironman 70.3 Auckland Ende Januar. Um den dritten Podestplatz geht es am Samstag für Carrie Lester aus Australien sowie für die beiden Neuseeländerinnen Anna Ross und Candice Hammond.