Dreitz besiegt Kienle im Rad-Duell

Andreas Dreitz bleibt der Mann der frühen Phase der Saison: Auch in Heilbronn war der Bayreuther nicht zu schlagen - und konnte sich sogar im Rad-Fernduell mit Sebastian Kienle durchsetzen. Das Frauenrennen gewann Svenja Bazlen vor Ricarda Lisk.

Von > | 22. Juni 2014 | Aus: SZENE

Andreas Dreitz | Andreas Dreitz gewinnt den Citytriathlon Heilbronn

Andreas Dreitz gewinnt den Citytriathlon Heilbronn

Foto >Ingo Kutsche

Solide Schwimmen, hart Rad fahren und den erarbeiteten Vorsprung anschließend auf der Laufstrecke souverän verteidigen: Das ist das simple wie effektive Erfolgsrezept des jungen Triathlon-Aufsteigers Andreas Dreitz, gegen das die Konkurrenz in den ersten Rennen der Saison 2014 kein adäquates Mittel zu finden scheint. Zumal sich der 25-Jährige auch während der Saison noch gegenüber vorherigen Wettkämpfen zu steigern scheint: Beim Citytriathlon Heilbronn über die Mitteldistanz von zwei Schwimm-, 70 Rad- und 15 Laufkilometern nämlich sorgte Dreitz schon beim Schwimmen für eine zumindest kleine Überraschung.

Dreitz schwimmt mit Clavel und Raelert

Denn anders als bei früheren Rennen, als er in der Auftaktdisziplin mitunter noch etwas Zeit auf die schnellsten Konkurrenten verlor, konnte sich der Bayreuther Sportökonomie-Student beim Rennen in Heilbronn schon dort an der Spitze festbeißen: Am Ende einer Schwimmgruppe, angeführt von Andreas Raelert, hielt sich Dreitz auf den zwei Kilometern durch den Neckar an den Füßen seiner Konkurrenten Henry Beck und Maurice Clavel - und stieg so mit der Spitze aus dem Wasser, beinahe gleichauf mit seinem Teamkollegen Raelert, auf den Dreitz bei seinem Ironman-70.3-Sieg auf Mallorca noch über eine Minute verloren hatte.

Diese exzellente Ausgangslage war für Dreitz allerdings keinesfalls Anlass, in der Folge von seinem erpropten Erfolgsrezept von Mallorca abzuweichen: Erneut suchte der 25-Jährige auf der 70 Kilometer langen Radstrecke in Heilbronn die Offensive und konnte sich lösen. Binnen der ersten 20 Radkilometer brummte er den drei ehemaligen Begleitern Clavel, Beck und Raelert bereits über zwei Minuten auf - und selbst Sebastian Kienle konnte in der Verfolgung keine Zeit auf den Mann an der Spitze gut machen. Nachdem der Knittlinger beim Schwimmen gemeinsam mit Felix Vatlach-Schumann knapp zweieinhalb Minuten auf die Spitze verloren hatte, schob er sich zwar schnell an die Dreiergruppe um Raelert heran, auf den Führenden Dreitz aber verlor auch Kienle weiterhin an Boden.

Clavel gewinnt Laufduell mit Raelert

So eroberte Kienle nach knapp 50 Kilometern zwar die zweite Position, sprengte damit die Dreiergruppe in der Verfolgung - erreichte den zweiten Wechsel aber mit etwas mehr als vier Minuten Rückstand auf Dreitz, obwohl er sich auf den verbleibenden gut 20 Kilometern noch um deutlich über zwei Minuten von Clavel und Raelert lösen konnte und Beck sogar noch etwas weiter zurückfiel. Ein großer Rückstand also für Kienle vor den abschließenden 15 Laufkilometern - aber er behielt die Nerven und versuchte, sich langsam heranzuarbeiten: Binnen der ersten 6,5 Laufkilometern schob er sich um eine Minute an Dreitz an der Spitze heran, für das Aufholen einer zweiten Minute brauchte Kienle dann nur noch fünf Laufkilometer. Die verbleibenden zwei Minuten auf Dreitz konnte aber auch der Knittlinger auf den letzten 3,5 Kilometern nicht mehr gutmachen und musste den Sieg seinem jungen Kollegen überlassen, der damit in dieser Saison nach der Challenge Fuerteventura und dem Ironman 70.3 Mallorca bereits seinen dritten bedeutenden Sieg feierte.

Auch im Kampf um den dritten und letzten verbliebenen Podestplatz zeichnete sich in Heilbronn mit dem zweiten Wechsel ein Duell ab: Mit rund 30 Sekunden Vorsprung vor Andreas Raelert auf die Laufstrecke gestartet, wehrte sich dort eine Woche nach der Challenge Kraichgau Maurice Clavel gegen seinen erfahrenen Konkurrenten. Er hielt seinen Vorsprung auf den ersten Laufkilometern konstant bei rund 30 Sekunden - und begann nach wenigen Kilometern sogar, diesen Vorsprung auf Raelert noch um wenige Sekunden auszubauen. Fast 50 Sekunden nahm der Freiburger seinem erfahrenen Konkurrenten letztlich binnen der 15 Laufkilometer ab und sicherte sich vor Raelert den dritten Podestplatz.

Citytriathlon Heilbronn | Männer

  1. Juni 2014, Heilbronn

Name

Verein

Gesamt

2 km Swim

70 km Bike

15 km Run

1

Andreas Dreitz

Team Erdinger Alkoholfrei

2:56:38

24:12

1:39:43

49:10

2

Sebastian Kienle

Tri-Team Heuchelberg

2:58:39

26:15

1:41:43

46:59

3

Maurice Clavel

AST Süßen

3:03:18

24:05

1:46:35

49:14

4

Andreas Raelert

Team Erdinger Alkoholfrei

3:04:36

23:59

1:47:02

50:01

5

Henry Beck

Tri Finish Münster

3:11:37

24:05

1:49:03

54:20

6

Thomas Heuschmidt

BunnyHopShop Bruchsal

3:12:30

29:25

1:46:10

52:47

7

Patrick Jasberg

Bigfriends Pro Team

3:13:28

26:42

1:49:31

53:27

8

Florian Wildgruber

Team Baier Landshut

3:14:04

28:07

1:48:55

53:13

9

Marcel de Lannoy

tri endurance germany

3:17:33

29:00

1:51:11

53:54

10

Felix Vatlach-Schumann

EJOT Team TV Buschhütten

3:18:14

26:10

1:53:15

55:11

Swipe me

Lisk macht Bazlen Druck

Das Rennen der Frauen über die Mitteldistanz entschied wie schon im vergangenen Jahr die Tübingerin Svenja Bazlen für sich - so wehrlos wie bei ihrem Triumph mit zwölf Minuten Vorsprung im vergangenen Jahr ergab sich deren Konkurrenz diesmal aber nicht. Im Gegenteil musste Bazlen nach den zwei Kilometern durch den Neckar sogar mit einem satten Rückstand zurechtkommen: Zwei Minuten verlor sie beim Schwimmen auf ihre frühere Nationalmannschaftskollegin Ricarda Lisk. Auf dem Rad war dann aber auch die der Übermacht Svenja Bazlens nicht mehr gewachsen.

Svenja Bazlen | Svenja Bazlen gewinnt den Citytriathlon Heilbronn

Svenja Bazlen gewinnt den Citytriathlon Heilbronn

Foto >Ingo Kutsche

Binnen der ersten 20 Kilometer hatte Bazlen ihren Rückstand vom Schwimmen nämlich bereits wieder aufgeholt - und ruhte sich von da an nicht etwa aus. Sie machte weiterhin viel Druck und setzte sich schnell und deutlich von Lisk ab. Drei Minuten Vorsprung auf Lisk erarbeitete sich Bazlen binnen der folgenden 30 Kilometer, bis auf viereinhalb Minuten sollte das Polster schließlich bis zum zweiten Wechsel nach 70 Radkilometern anwachsen. Die weiteren Konkurrentinnen - angeführt von der zu diesem Zeitpunkt Drittplatzierten Tanja Erath -, lagen da bereits über neun Minuten hinter der Führenden Bazlen.

Schmitt komplettiert das Podest

Für die war das Rennen mit ihrem dominanten Auftritt auf der Radstrecke aber noch nicht gewonnen: Denn Lisk hatte noch nicht aufgegeben. Mit einem verhaltenen Start reduzierte sie ihren Rückstand binnen der ersten knapp sieben Kilometer zwar nur um 20 Sekunden auf vier Minuten, dann wendete sich das Blatt zu Gunsten Lisks - doch zu spät. Weiter als bis auf zweieinhalb Minuten kam auch sie bis ins Ziel nicht mehr an Bazlen heran, die damit den bereits im vergangenen Jahr gewonnen Audi A6 erfolgreich verteidigte. Auf den dritten Platz schob sich die Frankfurterin Natascha Schmitt. Nach dem Radfahren hatte die frühere Leichtathletin noch auf Position fünf gelegen, konnte sich in ihrer Paradedisziplin aber an Nina Kuhn und Tanja Erath vorbei auf das Podest arbeiten.

Citytriathlon Heilbronn | Frauen

  1. Juni 2014, Heilbronn

Name

Verein

Gesamt

2 km Swim

70 km Bike

15 km Run

1

Svenja Bazlen

VfL Waiblingen

3:18:40

26:11

1:54:01

54:46

2

Ricarda Lisk

VfL Waiblingen

3:21:11

24:13

2:00:38

52:51

3

Natascha Schmitt

algemarin TUS Griesheim

3:31:15

27:15

2:05:05

54:53

4

Nina Kuhn

EquipeRed

3:34:48

31:30

1:59:31

59:28

5

Tanja Erath

Triathlon Team Hagen

3:36:31

27:19

2:01:20

1:03:51

Swipe me