Dreitz, Bracht und Philipp rufen zum Kräftemessen

Andreas Dreitz peilt beim Ironman 70.3 Mallorca seinen dritten Triumph in Folge an - doch die Konkurrenz hat es in diesem Jahr in sich: Nicht nur Timo Bracht würde den 27-Jährigen gerne ausbremsen. Laura Philipp trifft auf Nicola Spirig, Leanda Cave und viele namhafte Deutsche.

Von > | 5. Mai 2016 | Aus: Szene

Andreas Dreitz

Andreas Dreitz auf der Radstrecke des Ironman 70.3 Mallorca 2015

Foto > Sina Horsthemke / spomedis

Den Ruf als "17. Bundesland" Deutschlands haben zwar nicht die Triathleten der Balearen-Insel Mallorca eingebracht - man könnte es aber glauben. Nicht nur, weil Mallorca eines der beliebtesten Trainingslager-Reviere der Deutschen ist, sondern auch, weil sie seit Jahren verlässlich den Ironman 70.3 Mallorca stürmen, der für die meisten der rund 3.000 Starter den Start in die Triathlon-Saison bedeutet. Selbst die deutschen Profi-Athleten lassen sich von diesem Mallorca-Fieber anstecken.

Don und Aernouts fordern die Deutschen

Andreas Dreitz und Timo Bracht sind wohl die beiden aussichtsreichsten der neun als Profisportler gemeldeten deutschen Männer auf Mallorca: Dreitz gewann das Rennen bereits in den vergangenen beiden Jahren und profitierte dabei von der langen und anstrengenden Steigung auf der ersten Hälfte der Radstrecke - insgesamt sind auf Mallorca über 800 Höhenmeter zu absolvieren. So etwas liegt allerdings auch Timo Bracht: Dem Routinier, der sich seine Kräfte so gut einteilen kann wie kaum ein zweiter Triathlet, verfügt über ein enormes Körpergefühl und dürfte daher besonders von einer anspruchsvollen Strecke wie auf Mallorca profitieren. Vor zwei Wochen zog Bracht bei der Challenge Fuerteventura wenige Kilometer vor dem Ziel noch an Dreitz vorbei auf den dritten Rang, nachdem Dreitz allerdings auf der Radstrecke gestürzt war und beim Laufen offensiv losgelegt hatte. Auch Markus Thomschke, Markus Fachbach, Christian Brader und Johannes Moldan gehen auf Mallorca sicherlich nicht chancenlos ins Rennen um Top-Platzierungen. Timo Moeschk, Tobias Heining und Markus Hoermann ergänzen das deutsche Profi-Männer-Aufgebot.

Und doch ist es noch zu früh, um die Podestplätze für das Rennen am Samstag mit schwarz-rot-goldenen Handtüchern zu reservieren. Denn in dem Feld von insgesamt über 60 Profi-Männern finden sich noch einige weitere prominente Namen: Jonathan Ciavattella (ITA), Denis Chevrot, Bertrand Billard (beide FRA), der starke Schwimmer Stuart Hayes (GBR), Alessandro Degasperi (ITA) und Victor Del Corral (ESP) gelten als Mitfavoriten auf Top-Platzierungen. Ganz besonders dürften die Deutschen aber drei andere Athleten beschäftigen: Während der Österreicher Thomas Steger sich vor allem binnen der 90 Radkilometer als Aktivposten im Rennen hervortun dürfte, ist mit Tim Don jederzeit zu rechnen: Der britische ehemalige Kurzdistanz-Weltmeister ist in jeder Disziplin gefährlich. Auch Bart Aernouts (BEL) dürften Bracht, Dreitz und Co. auf Mallorca besonderds auf der Rechnung haben.

Spirig gegen Cave, Philipp und Schmitt

Gute Chancen auf Podestplatzierungen haben auch die deutschen Damen: Vor allem Natascha Schmitt und Laura Philipp reisen mit großen Erwartungen nach Mallorca, wo Schmitt ihren Saisoneinstand gibt, wogegen Philipp in diesem Jahr bereits die ersten Rennkilometer gesammelt hat. Auch Astrid Stienen, Verena Walter, Imke Oelerich, Daniela Sämmler, Diana Riesler und Kristin Möller haben für den Wettkampf gemeldet und allesamt gute Chancen auf Top-Platzierungen. Dabei bekommen sie aber namhafte Konkurrenz aus der Schweiz: Nach ihrem Radsturz in der World Triathlon Series und dem Bruch dreier ihrer Mittelhandknochen hat Olympiasiegerin Nicola Spirig für den Wettkampf auf Mallorca gemeldet. Emma Pooley (GBR), Melanie McQuaid (CAN), Leanda Cave (GBR) und Camilla Pedersen ergänzen das breite Feld der Top-Athletinnen.

tri-mag.de berichtet an diesem Wochenende aktuell vom Ironman 70.3 Mallorca.