Einsame Siege für Henning und Lidbury

Die Britin Emma-Kate Lidbury und Rasmus Henning aus Dänemark haben souverän die zweite Auflage der Challenge Fuerteventura gewonnen. Während der 36-Jährige seinen Titel erfolgreich verteidigte, bejubelte die Mitteldistanz-Spezialistin den ersten Challenge-Sieg ihrer Karriere. Per Bittner beendete das Rennen nach starker Laufleistung noch auf Rang vier, Daniela Sämmler wurde Fünfte.

von | 15. April 2012 | Aus: Szene

Rasmus Henning bei der Premiere der Challenge Fuerteventura

Foto > Miguel A. Jaen

Nach der Rennabsage des Belgiers Marino Vanhoenacker wurde Rasmus Henning seiner Favoritenstellung auf den Kanaren voll gerecht. Souverän bestimmte er das Renngeschehen und unterbot dabei seinen eigenen Streckenrekord um mehr als 15 Minuten. Schon das Schwimmen in der Bucht von Playitas beendete der Skandinavier an der Spitze. Lediglich Landsmann Rasmus Petræus war im Atlantik ein paar Sekunden schneller unterwegs (22:08 Minuten) als der Sieger des Abu Dhabi International Triathlons 2012. Deutlich größer fielen die Rückstände dahinter aus. Während der Vorjahresdritte Stephen Bayliss (GBR) auf die beiden Dänen fast eine Minute verlor, büßte Jungprofi Per Bittner als Achter etwa 90 Sekunden ein. Ex-Radprofi Massimo Cigana aus Italien - im Vorfeld als Podiumskandidat gehandelt - wechselte gar erst fünf Minuten später auf die anspruchsvolle Radstrecke

Henning und Halksworth bauen Vorsprung aus

Dort sorgten Henning, Petræus und Halksworth zunächst gemeinsam für die Führungsarbeit. Bis Petræus, der sich offensichtlich etwas überschätzt hatte, abreißen lassen musste. Im weiteren Rennverlauf spielte er keine Rolle mehr. Ganz anders Halksworth: Wie schon bei der Premiere machte der 26-Jährige deutlich, dass ihm der selektive Kurs mit mehr als 1.200 Höhenmetern liegt. Auf den 90 Kilometern im Süden der ältesten aller Kanareninseln war er nur 30 Sekunden langsamer als Henning, der in 2:19:20 Stunden die Tagesbestzeit holte und damit mehr als 14 Minuten schneller unterwegs war als bei seinem Sieg 2011. Damals hatten starke Regenschauer mit Hagel bessere Radsplits verhindert. Zwar profitierten auch die Verfolger vom guten Wetter des Renntags, dennoch vergrößerte sich ihr Rückstand während der zweiten Disziplin weiter. Mehr als sechs Minuten hinter Henning wechselten Cigana, Bayliss und der Spanier Victor Manuel del Corral Morales, fast zeitgleich in die Laufschuhe. Bittner folgte eine weitere Minute später.

Halksworth zittert, Bittner beißt

Vorn sorgte unterdessen Henning schnell für klare Verhältnisse. Mit dem zweitbesten Halbmarathon des Tages (1:15:46 Stunden) nahm der Roth-Sieger von 2010 seinem britischen Verfolger früh die Hoffnungen auf den Sieg. So freute sich der Däne nach 3:57:16 Stunden neben dem Streckenrekord und der ungefährdeten Titelverteidigung auch über seinen zweiten wichtigen Saisonsieg. Halksworth musste dagegen noch um seinen zweiten Platz zittern. Kilometer für Kilometer schob sich Morales an ihn heran. Am Ende reichte es für den 31-Jährigen trotz dieser Aufholjagd „nur“ zum dritten Rang. In 4:01:41 überquerte der Baske das Ziel rund 30 Sekunden hinter Halksworth, der nach Platz fünf im Vorjahr dieses Mal Zweiter wurde. Noch ein weiterer Athlet drehte beim Laufen richtig auf: Per Bittner. Mit dem drittschnellsten Halbmarathon schob sich der junge Leipziger vom 13. Platz nach dem Radfahren noch bis auf Rang vier nach vorn (4:04:48 Stunden). Cigana und Bayliss beendeten das Rennen abgeschlagen auf den Plätzen sieben und acht.

Männer

Challenge Fuerteventura, 14. April 2012, Playitas (ESP)

Name Nation Gesamt 1,9 km Swim 90 km Bike 21 km Run

1

Rasmus Henning

DEN

3:57:16

22:10

2:19:20

1:15:46

2

Daniel Halksworth

GBR

4:01:09

22:15

2:19:52

1:19:02

3

Victor Manuel del Corral Morales

ESP

4:01:41

26:59

2:20:38

1:14:05

4

Per Bittner

GER

4:04:18

23:44

2:24:47

1:15:47

5

Strijk Erik-Simon

NED

4:04:34

26:41

2:21:05

1:16:49

6

Mikel Elgezabal Fernandez

ESP

4:05:50

25:13

2:20:11

1:20:27

7

Massimo Cigana

ITA

4:06:49

26:57

2:20:37

1:19:15

8

Stephen Bayliss

GBR

4:09:43

23:02

2:24:33

1:22:09

9

Nikolay Yaroshenko

RUS

4:13:18

23:30

2:24:15

1:25:34

10

Luke Dragsta

CAN

4:13:46

24:52

2:23:30

1:25:26

Swipe me

Lidburys´One-Woman-Show

Im Rennen der Frauen feierte Emma-Kate Lidbury aus Großbritannien einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Schon das Schwimmen (25:03 Minuten) beendete die 32-Jährige gut zwei Minuten vor Daniela Sämmler aus Darmstadt, Rückkehrerin Bella Bayliss (GBR) und Italienerin Edith Niederfriniger. Die im Vorfeld als große Favoritin gehandelte Erika Csomor aus Ungarn wechselte als Sechste erst vier Minuten später auf die Radstrecke. Auch dort fuhr Lidbury, die mehrfache Ironman-70.3-Siegerin, in einer eigenen Liga. In 2:39:56 Stunden ließ sie der besten Schwimmzeit den schnellsten Radsplit folgen und ging mit klarem Vorsprung auf den bergigen Laufkurs im Süden Fuerteventuras. Erst vier Minuten später folgte ihr Sämmler, die ihrerseits 40 Sekunden vor der Britin Lucy Gossage den abschließenden Halbmarathon in Angriff nahm. Vorn reichte Lidbury die drittbeste Laufzeit (1:27:42 Stunden), um mit neuem Streckenrekord von 4:32:41 Stunden ihren ersten Sieg in der Challenge-Serie zu bejubeln. Mit Gossage landete die schnellste Läuferin des Tages knapp drei Minuten hinter ihr auf Rang zwei. Dritte wurde die Schwedin Eva Nyström, die das Ziel in 4:37:11 Stunden noch vor Csomor erreichte. Sämmler beendete das Rennen nach starker Vorstellung in den ersten beiden Disziplinen letztlich auf dem guten fünften Platz.

Frauen

Challenge Fuerteventura, 14. April 2012, Playitas (ESP)

Name Nation Gesamt 1,9 km Swim 90 km Bike 21 km Run

1

Emma-Kate Lidbury

GBR

4:32:41

25:03

2:39:56

1:27:42

2

Lucy Gossage

GBR

4:35:25

28:55

2:41:08

1:25:23

3

Eva Nyström

SWE

4:37:11

29:05

2:41:45

1:26:21

4

Erika Csomor

HUN

4:37:53

28:57

2.41:11

1:27:46

5

Daniela Sämmler

GER

4:38:09

26:42

2:42:40

1:28:48

6

Bella Bayliss

GBR

4:45:40

26:59

2:44:34

1:34:07

7

Edith Niederfriniger

ITA

4:47:44

27:07

2:48:26

1:32:13

8

Heleen Bij de Vaate

NED

4:54:22

32:49

2:49:50

1:31:44

9

Ute Streiter

AUT

5:17:18

33:13

2:58:54

1:45:12

10

Silke Lederer

GER

5:20:06

29:44

3:08:19

1:42:03

Swipe me