„Es wird Zeit, sich in Szene zu setzen“

Mathias Hecht will beim Ironman Texas zurück in die Erfolgsspur. Das muss der 31-jährige Schweizer auch, wenn er am 13. Oktober zum sechsten Mal bei den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii dabei sein will. Bei der Jagd nach seinen ersten Quali-Punkte für Kona trifft er unter anderem auf Rasmus Henning und Jordan Rapp. Für Hecht kein Grund sich zu verstecken, wie er im Interview verrät.

Von > | 16. Mai 2012 | Aus: SZENE

MathiasHecht_Porträt2012_tbb | Mathias Hecht  startet seit dieser Saison für das Team TBB des Australiers Brett Sutton.

Mathias Hecht startet seit dieser Saison für das Team TBB des Australiers Brett Sutton.

Foto >Team TBB

„Es wird Zeit, sich in Szene zu setzen“

2011 begann für Mathias Hecht vielversprechend. Beim Ironman St. George (USA) trug sich der 31-Jährige Anfang Mai in seinem „bisher besten Rennen“ erstmals in die Siegerliste ein. Und auch danach lief es für den Hawaii-Achten von 2008 weiter rund: Jeweils Rang drei beim Ironman von Zürich und Taupo (NZL) sowie beim 70.3-Rennen im heimischen Rapperswil sicherten ihm früh die Qualifikation für Hawaii. Genau dort fand Hechts bis dahin so erfolgreiche Saison dann jedoch ein abruptes Ende. Eine Knieverletzung zwang den Schweizer im wichtigsten Rennen des Jahres zum zweiten Mal in Folge zur Aufgabe. Gleich passierte ihm nur anderthalb Monate später im mexikanischen Cozumel.

Am Samstag kehrt der Eidgenosse im US-Bundesstaat Texas auf die Ironman-Bühne zurück und muss dort gleich auf Anhieb möglichst viele Zähler für sein derzeit noch leeres Kona-Pro-Ranking-Konto einfahren. Auf die maximal erreichbaren 2.000 Punkte haben es jedoch auch einige andere Top-Athleten abgesehen. Allen voran der Däne Rasmus Henning, der 2012 mit Siegen beim Abu Dhabi International Triathlon sowie der Challenge Fuerteventura bereits zwei dicke Ausrufezeichen gesetzt hat. Auch der US-Amerikaner Jordan Rapp, amtierender ITU Langdistanz-Weltmeister und wie Hecht aktuell noch ohne Punkte, zählt zum engeren Favoritenkreis. Hecht hat noch zwei weitere Athleten auf der Rechnung. Wer das ist und wie er das Rennen am Sonntag angehen will, erzählt er im Interview mit tri-mag.de:

Mathias Hecht, nach zwei verletzungsbedingten Aufgaben steht am Samstag das erste wichtige Saisonrennen für Sie an. Wie lief die Vorbereitung?
Hinter mir liegt meine längste Winterpause überhaupt. Ich musste einen Riss in der Kniescheibe auskurieren, der war zwar eine Woche vor dem Ironman Hawaii erstmals aufgetreten, aber erst nach meinem Start beim Ironman Cozumel (28. November 2011, Anm. d. Red.) per Magnetresonanztomographie diagnostiziert worden war. Hawaii und Cozumel waren nachbetrachtet also zwei Rennen, bei denen ich nicht hätte antreten sollen – ich habe sehr viel Zeit verloren.

Das heißt, Sie sind derzeit noch gar nicht im „Soll“?
Doch, das bin ich. Nach der Diagnose und einer über zweimonatigen Rad- und Laufpause lief alles perfekt. Ich konnte mich ideal vorbereiten und habe meine Form wieder auf ein hohes Niveau gebracht. Besonders wichtig ist für mich aber, dass ich endlich mal wieder ohne Schmerzen starten kann. Das ist allein für meinen Kopf ein großer Bonus.

Welche Bedeutung hat der Ironman Texas für Sie?
Jeder Ironman hat einen gewissen Stellenwert in meinem Rennkalender, hier geht es für mich aber natürlich vor allem um Punkte fürs Kona Pro Ranking. Nach meiner langen Pause im Winter starte ich etwas verspätet in die Saison. Es wird also Zeit, dass ich mich in Szene setze.

Wie wollen Sie das anstellen und mit welcher Platzierung liebäugeln Sie?
Ich will vorn mitschwimmen und werde auf dem Rad bestimmt nicht auf andere warten. Mein Ziel ist es aber, hier auch einen richtig guten Marathon zu laufen. Ich war schon achtmal bei einem Ironman auf dem Podest und habe im letzten Jahr zum ersten Mal gewonnen. Ich will daher auch hier mindestens in den Top 3 landen.

Das Rennen gilt als eins der schwersten der Serie. Wie schätzen Sie das ein? 
Ich bin schon eine Woche in „The Woodlands“ (Veranstaltungsort, Anm. d. Red.) und muss sagen: Das werden keine einfache Bedingungen. Bisher waren es hier immer 30 Grad oder mehr und auch die Luftfeuchtigkeit lag immer über 85 Prozent. Ich bin mir sicher, dass dieses Rennen seine Opfer fordern wird. Hier kann man wie auf Hawaii eingehen, daher wird das Rennen auch erst im Ziel zu Ende sein.

Haben Sie einen Konkurrenten besonders auf der Rechnung?
Neben Rasmus Henning und Jordan Rapp zähle ich auch den Briten Paul Amey und Maxim Kriat aus der Ukraine zu meinen größten Gegnern.