Faris Al-Sultan gewinnt den Ironman Austria in Klagenfurt.

Michael Rauschendorfer

Faris Al-Sultan
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Ironman Austria Faris Al-Sultan erobert den Glutofen Kärnten

Langstrecke | 1. Juli 2012
Faris Al-Sultan ist der König der Hitze. Bei tropischen Temperaturen hat der Münchner Hawaii-Sieger von 2005 in Klagenfurt seinen sechsten Ironman gewonnen. Der 34-Jährige feierte in 8:11:31 Stunden bei 33 Grad Celsius einen deutlichen Triumph vor dem Italiener Daniel Fontana und Pedro Gomes aus Portugal.
Ein typischer Al-Sultan-Satz. Wo andere nach einem Sieg von ihrer eigenen Leistung schwärmen, gesteht der 34-Jährige: „Ich habe mich heute bis auf ganz wenige Momente nicht wirklich gut gefühlt, es war brutal hart.“ Dabei schien bereits am Tag vor dem Rennen alles darauf hinzudeuten, dass der Ironman Austria in diesem Jahr geradezu wie für Al-Sultan gemacht war. Denn angesichts eines (zu) warmen Wörthersees sprachen die Veranstalter aus Sicherheitsgründen ein Neopren-Verbot aus. Die Temperatur des Sees betrug bereits am frühen Samstagmorgen 24,8 Grad Celsius – und lag damit über den laut Regularien maximal erlaubten 24,6 Grad. Einem exzellenten Schwimmer wie Al-Sultan sollte dies in die Karten spielen.
Als Erster aus dem Wasser steigt am Renntag nach 50:49 Minuten jedoch der Ungar Adam Molnar. Als Viertplatzierter einer Sechsergruppe kommt Al-Sultan in 50:57 Minuten hinterher und fliegt danach durch die Wechselzone. Auf dem Rad setzt sich aus der Gruppe rasch der Brite Philip Graves ab – doch dahinter bleibt Al-Sultan zumindest immer in Schlagdistanz. Es sieht stets danach aus, als kontrolliere der Müncher auf dem Rad als Zweiter das Feld.

Graves Kamikazeritt lässt Al-Sultan kalt

Nach 5:16:50 Stunden Rennzeit steigt Graves als Führender vom Rad, doch Al-Sultan liegt nur 1:54 Minuten dahinter – und er weiß, dass er der bessere Läufer ist. Überhaupt lauern starke Läufer hinter dem führenden Graves: Auf Rang drei mit gut drei Minuten Abstand der Italiener Daniel Fontana, danach folgen unter anderem die schnellen Marathonläufer Pedro Gomes (Portugal), Tom Lowe aus Großbritannien und auch Michael Göhner.
Bereits nach drei Kilometern des Marathons überholt Faris Al-Sultan den Briten Graves und setzt sich klar ab. Er läuft kontrolliert und schnell, am Ende wird es bei brutalen Bedingungen ein Marathon von 2:50:38 Stunden – die Tagesbestzeit. „Es war wirklich sauhart“, sagt Al-Sultan, „aber ich will mich nicht beschweren, die Zuschauer haben mich getragen bis ins Ziel.“

Getrieben von Fans und Konkurrenten

Zehntausende Fans treiben Al-Sultan ins Ziel – und immer weiter von seinen Verfolgern weg. Bei Marathon-Halbzeit führt der Münchner noch mit gut vier Minuten, am Ende sind es satte neun. Wie stark Al-Sultans Auftritt ist, belegen am Ende die Zielzeiten seiner geschlagenen Mitstreiter – denn hinter ihm wackelt ein Topläufer nach dem anderen. Überraschen können lediglich der Slowene David Plese und der frühere österreichische Weltcup-Kurzdistanzler Franz Höfer bei seinem Ironman-Debüt, die noch auf die Ränge vier und fünf vorlaufen. Michael Göhner wird Achter, Markus Fachbach kommt auf Rang elf ins Ziel.
Ironman Austria | Männer
1. Juli 2012, Klagenfurt
NameNationGesamt3,8 km Swim180 km Bike42,2 km Run
1Faris Al-SultanGER8:11:310:50:574:25:382:50:38
2Daniel FontanaITA8:20:370:50:574:26:522:58:23
3Pedro GomezPOR8:26:310:54:054:31:582:55:52
4Franz HöferAUT8:28:410:53:384:33:332:56:23
5David PleseSLO8:30:470:55:294:30:352:59:43
6Tom LoweGBR8:31:150:57:064:30:022:58:57
7Balazs CzokeHUN8:39:570:50:524:36:353:07:26
8Michael GöhnerGER8:42:420:57:034:30:073:10:42
9Patrick JabergSUI8:43:090:58:074:33:543:05:28
10Georg SwobodaAUT8:43:581:00:314:31:273:06:51
11Markus FachbachGER8:45:080:54:154:33:203:12:46

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