Kona ist das Ziel von Ivan Raña: Bei seinem Ironmandebüt in Cozumel kann er zeigen, ob er schon reif dafür ist.

Folkert Behrends

Ivan Rana
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Ironman Cozumel Fiesta Mexicana mit illustren Gästen

Langstrecke | 22. November 2012
Die Zeiten, in denen man auf Cozumel zum Jahresende mal eben noch einen Ironman gewinnen konnte, sind endgültig vorbei. In diesem Jahr werden gleich fünf TopTen-Finisher des Ironman Hawaii - darunter Sonja Tajsich und Dirk Bockel - bei der Fiesta Mexicana über 226 Kilometer dabei sein. Die Roth-Champions Michael Göhner und James Cunnama und ein spanischer Langdistanz-Rookie wollen die heiße Promi-Party sprengen.
Das 27. von 28 Rennen der Ironmansaison stand seit seiner Premiere vor drei Jahren meist im Abseits des öffentlichen Interesses. Nur selten "verirrte" sich mal einer der Topstars nach Cozumel. Die Neu-Österreicherin Yvonne van Vlerken siegte zweimal - alle anderen Titel gingen an Athleten aus der zweiten Reihe. Nun, da sich die meisten Profis an das Kona Pro Ranking gewöhnt und dessen Chancen erkannt haben, mischt auch der Ironman auf der Mexiko vorgelagerten Insel im Konzert der prominent besetzten Events mit. Noch nie war das Starterfeld so hochkarätig wie in diesem Jahr. Daran ändern auch die kurzfristigen Absagen von Timo Bracht (Erkältung) und Ronnie Schildknecht (Saisonpause) kaum etwas.

Rookie Raña im Fokus der Favoriten

Im Rennen der Männer dürften sich die Blicke der arrivierten Profis vor allem auf einen Mann richten. Denn weder dem Luxemburger Dirk Bockel, noch Roth-Sieger James Cunnama oder dem Australier Luke McKenzie wird das 70.3-Debüt von Ivan Raña vor knapp zwei Wochen entgangen sein. Mit einer taktischen Meisterleistung holte sich der einstige Welt- und Europameister über die Kurzdistanz auf den Kanaren scheinbar mühelos den Sieg. "Mein Ziel ist ganz klar Kona 2013", hatte der Spanier schon vor dem Rennen auf Lanzarote verkündet. Die dafür nötigen Punkte will er sich nun in Mexiko holen. Ein Spaziergang wie vor zwei Wochen wird das schon aufgrund der Distanz aber nicht werden. Sicher ist: Bockel, McKenzie und Co. sollten den Iberer auf den 180 Radkilometern abschütteln, denn läuferisch ist der - auch aufgrund seiner Unerfahrenheit - unberechenbar. Dass Kurzdistanz-Spezialisten auch bei ihrer Langdistanz-Premiere in der Lage sind, einen Marathon um 2:48 Stunden zu laufen, zeigte Nils Frommhold am vergangenen Wochenende bei seinem Sieg in Arizona. Gleiches dürfte Raña in den Beinen haben. Für seine erfahrenen Gegner geht eine lange Saison zu Ende. Das könnte dem 33-jährigen Olympiafünften von 2008 zusätzlich in die Kona-Karten spielen.
Michael Göhner wollte sich schon auf Lanzarote mit dem Spanier messen, musste das Rennen aber absagen, weil sein Wettkampfrad nicht rechtzeitig aus Taiwan zurückkam. Nun treffen sich die beiden in Mexiko. Und der Reutlinger würde seine Saison am liebsten mit einem positiven Ergebnis abschließen. "Ich möchte ein gutes, solides Rennen machen", so Göhner gegenüber tri-mag.de. Vor allem für den Marathon hat er sich einiges vorgenommen. "Beim Laufen will ich nach vorn kommen, mir Platz für Platz erkämpfen - auch weil in den letzten Ironmanrennen auf der Marathonstrecke nicht so viel ging." Neoprenanzüge sind in Cozumel traditionell verboten. Ein klarer Nachteil für den Reutlinger, der um die prophezeite Aufholjagd auf dem Rad und beim Laufen wohl nicht herumkommen wird, will er sein großes Ziel - den Ironman Hawaii 2013 - nicht aus den Augen verlieren. Neben dem Roth-Sieger von 2009 werden mit Horst Reichel und Stefan Schmid am Sonntag zwei weitere deutsche Profis um Punkte fürs Kona Pro Ranking mitkämpfen.

Zwischen Pflicht und Punktesammeln

Die braucht Sonja Tajsich eigentlich nicht mehr. Die Hawaii-Vierte aus Regensburg muss das Ticket nach Kona nur noch lochen. Und was gibt es da Schöneres als eine Reise in die Sonne Mexikos. Gleiches gilt für Mary Beth Ellis (USA), die sich der Deutschen bei der Ironman-WM auf den letzten Kilometern geschlagen geben musste, mit ihrem fünften Rang aber ebenfalls schon sicher qualifiziert ist und das nur noch mit einem Finish bestätigen muss. Nicht nur zum Vergnügen ist Yvonne van Vlerken mit ihrem Florida-Sieg und der frisch gedruckten österreichischen Staatsbürgerschaft im Gepäck nach Mittelamerika geflogen. Keine kennt das Rennen so gut wie sie - und keine weiß so gut, wie man in Cozumel gewinnt. 2009 und 2010 holte sich die 34-Jährige dort ihre beiden ersten - und bis vor zwei Wochen einzigen - Ironmantitel. Mit Tajsich duellierte sie sich zuletzt 2011 in Frankfurt. Damals entriss die ihr kurz vor dem Ziel noch den Platz auf dem Treppchen. An Motivation dürfte es Van Vlerken also nicht mangeln. Gute Chancen, weitere Punkte fürs Kona Pro Ranking mit in die Weihnachtszeit zu nehmen, haben zudem die Hawaii-Zehnte Amy Marsh (USA), die Belgierin Sophie de Groote, Carrie Lester aus Australien sowie die beiden Deutschen Heidi Sessner und Annett Kamenz.

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