Formtest an der Mosel: Raelert trifft auf Lange

Zwei Wochen vor dem großen Showdown mit Sebastian Kienle und Jan Frodeno am Main wagt Andreas Raelert am Wochenende beim Ironman 70.3 Luxembourg den letzten Formtest. Bei der dritten Auflage des Rennens an der Mosel trifft der Rostocker unter anderem auf den hochmotivierten Patrick Lange und Alessandro Degasperi aus Italien. Bei den Frauen will Julia Gajer noch mehr Selbstvertrauen für die Ironman-EM tanken.

Von > | 18. Juni 2015 | Aus: SZENE

Andreas Raelert | Andreas Raelert auf dem Weg zum Sieg beim Vierlanden Triathlon

Andreas Raelert auf dem Weg zum Sieg beim Vierlanden Triathlon

Foto >Raelert Brothers

Noch ist nicht so richtig abzusehen, in welche Richtung sich die Formkurve von Andreas Raelert in dieser Saison bewegen wird. Nach einem überzeugenden Auftritt beim Ironman 70.3 St. George Anfang Mai kassierte der Rostocker wenig später beim Ironman Texas einen deutlichen Dämpfer. Von Achillessehnenbeschwerden geplagt und einer Zeitstrafe gebeutelt, stieg Raelert in The Woodlands entnervt aus. Nach einem weiteren Trainingsblock nutzte er Anfang Juni anstelle des Ironman 70.3 Kraichgau - auch dort hatte sich der 38-Jährige um einen Startplatz bemüht - den Vierlanden-Triathlon vor den Toren Hamburgs für den nächsten Anlauf, seine Saison in die richtige Richtung zu lenken. Mühelos gewann er das Mitteldistanzrennen in Norddeutschland. Auch die Achillessehne scheint bereit für größere Aufgaben. Dem finalen Härtetest soll sie sich am kommenden Wochenende in Luxemburg unterziehen.

Raelert braucht Rückenwind, Lange lauert

Zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen am Main will sich Raelert beim Ironman 70.3 Luxembourg noch etwas Rückenwind für den Showdown mit Kienle, Frodeno, Böcherer und Van Lierde holen. Auch wenn Raelert das selbst selten so deutlich sagt - der Sieg ist fest eingeplant. Schützenhilfe hat der Ironman-Europameister von 2010 allerdings nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Patrick Lange präsentierte sich bei seinen bisherigen Saisonrennen in glänzender Form und belohnte dich dafür zuletzt mit Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz im Kraichgau. Überzeugend war dabei vor allem die Laufleistung des 28-jährigen Nordhessen. Nur Sebastian Kienle und Michael Rünz waren in Bad Schönborn schneller unterwegs. Und Lange hat noch einen weiteren kleinen Vorteil gegenüber Raelert: Er kennt die Strecke von der Premiere 2013, als er sich dem Belgier Axel Zeebroek geschlagen geben musste und Zweiter wurde. Außerdem auf der Startliste: der Hallenser Marcus Herbst, Bas Diederen (NED), der Schweizer Manuel Küng und Alessandro Degasperi aus Italien. Egal, wer am Sonntag die dritte Auflage des Rennens an der Mosel gewinnt - nach den Siegen von Zeebroek und Marino Vanhoenacker im vergangenen Jahr wird es erstmals kein Belgier sein.

Gajer und Schmitt beim Warm-up an der Mosel

Zwei Wochen haben auch Julia Gajer und Natascha Schmitt noch Zeit. Beide werden wie Raelert bei der Ironman-EM in Frankfurt an den Start gehen. In Luxemburg treffen sie zum zweiten Mal binnen zwei Wochen aufeinander. Während Gajer, die alte und neue Deutsche Meisterin auf der Mitteldistanz, im Kraichgau in allen drei Disziplinen überzeugte, war Schmitt nur mit dem Schwimmen und Laufen zufrieden. Beim Radfahren büßte sie fast zehn Minuten auf Gajer ein. Im Ziel lag sie später gut elf Minuten hinter der Ditzingerin. Gefordert werden die beiden Deutschen laut aktueller Startliste von der Österreicherin Lisa Hütthaler (Siegerin 2014), Sofie Goos aus Belgien sowie der Saarländerin Nicole Woysch. Astrid Ganzow, die zuletzt mit den Folgen eines Mittelhandbruchs kämpfen musste, hat den Start aus beruflichen Gründen ebenso abgesagt, wie die zurzeit formschwache Britin Corinne Abraham. Auch die US-Amerikanerin Lauren Goss verzichtet zugunsten eines Challengerennens in Mexiko.