Frodeno, Bracht und Riesler bewerben sich um den Jubiläums-Sieg

Die 25. Auflage des Ironman Lanzarote ist zumindest im Vorfeld schwarz-rot-golden geprägt: In Jan Frodeno und Timo Bracht stellen die Deutschen die beiden Topfavoriten auf den Triumph auf der Kanareninsel. Diana Riesler will ihren Vorjahreserfolg wiederholen.

Von > | 18. Mai 2016 | Aus: Szene

Challenge Roth 2015 - Laufen - 21 | Challenge Roth 2015 - Laufen - 21

Foto > Frank Wechsel / spomedis

Für Timo Bracht wird der Ironman Lanzarote ein besonderes Rennen: Am Samstag will der Eberbacher den zehnten Ironman-Sieg seiner Karriere feiern und damit seinen 14. Start beim Ironman Hawaii absichern. Dass sein gehobenes Profi-Triathleten-Alter von 40 Jahren kein Hinderungsgrund für dieses Unterfangen sein muss, bewies Bracht nicht zuletzt im Herbst des vergangenen Jahres, als er auf Mallorca Ironman-Sieg Nummer neun unter Dach und Fach brachte. "Das Erfolgsrezept für gute Leistungen auch im gehobenen Alter ist sicherlich die Verbindung aus cleverem Training, einem funktionierenden Leben außerhalb des Sports, Siegeswillen und zu guter Letzt die Liebe zum Triathlonsport", erklärt Bracht gegenüber tri-mag.de. Wenn zu all dem dann noch die geballte Erfahrung auf 15 Jahren Profitriathlon kommen, verbessert das die Chancen auf ein Top-Ergebnis auf Lanzarote sogar.

"Lanzarote kann eine Bestie werden"

Denn der Ironman Lanzarote ist kein Rennen wie jedes andere. Nicht nur wegen der über 2.500 Höhenmeter auf der Radstrecke gilt der Wettkampf als das wahrscheinlich härteste Ironman-Rennen der Welt - dazu kommen auch noch die häufig heftigen Winte auf der Insel, die den Athleten alles abverlangen. Timo Bracht kennt diese Begebenheiten nicht nur aus Trainingslagern, sondern auch aus eigener Rennerfahrung: 2011 gewann er das Rennen im noch immer gültigen Streckenrekord von 8:30:34 Stunden. "Nach dem Radfahren spürt man auf Lanzarote durch die Winde plötzlich Muskeln, die man nie zuvor gespürt hat", berichtet Bracht. "Der Ironman Lanzarote kann bei starkem Wind und Hitze eine Bestie werden, die dich auseinander nimmt, wenn du nicht gegenhalten kannst." Es gehe neben den physischen Fähigkeiten vor allem um Wille und Hingabe. "Wenn man den Sport liebt, wie ich, dann machen dich solche Rennen stärker. Am Ende des Tages wird der stärkste Athlet gewinnen. Dies entspricht meiner Vorstellung von Triathlon.“

Zwar hatte er in der Vorbereitung mit einer Erkältung zu kämpfen, trotzdem macht all das Lanzarote zu einem Rennen, das geradezu wie gemalt scheint für einen erfahrenen Athleten wie Bracht, der in Rennen und hinsichtlich seiner Krafteinteilung ohnehin sehr kopfbetont agiert. Diese kopfbetonte Rennweise hat allerdings auch Jan Frodeno in den vergangenen Jahren gelernt - was mit dazu beitragen könnte, dass Frodeno es am Samstag in Puerto del Carmen nicht mit letzter Konsequenz auf den Sieg anlegt. Denn für die Hawaii-Qualifikation genügt dem amtierenden Weltmeister bereits ein solides Finish. Hinsichtlich seiner Weltbestzeit-Pläne für die Challenge Roth und der Titelverteidigung auf Hawaii kündigte Frodeno daher auch an, mit Rücksicht auf seine zuletzt verletzte Wade kein Risiko eingehen zu wollen und auf Lanzarote im Zweifel etwas zurückstecken zu wollen. Ob dem Wettkampftypen Frodeno das unter Rennbedingungen letztlich wirklich gelingt, bleibt aber abzuwarten.

Riesler peilt zweiten Sieg an

Und es ist auch längst nicht sicher, dass der Ironman Lanzarote seinen neunten deutschen Sieg erlebt: Denn in Romain Guillaume (FRA), Miquel Blanchart, Ivan Rana (beide ESP), Jesse Thomas (USA), David McNamee, Nicholas Ward Munoz und Harry Wiltshire (alle GBR) haben noch einige weitere aussichtsreiche Kandidaten auf vordere Platzierungen gemeldet. Till Schramm, Johann Ackermann, Marcel Bischof, Roman Deisenhofer und Marc Duelsen ergänzen das Feld der als Profis gemeldeten deutschen Männer.

Gut stehen die Chancen auf einen Triumph außerdem für Diana Riesler: Die Jenaerin mag anspruchsvolle Rennen und entschied den Wettkampf auf Lanzarote im vergangenen Jahr mit überragender Radleistung für sich. Eine ihrer Hauptkonkurrentinnen im Kampf um die Wiederholung dieses Erfolgs könnte die 39-Jährige Nicole Woysch werden. Außerdem haben unter anderem Caroline Livesey (GBR), Tine Holst, Anne Jensen (alle DEN), Alexandra Tondeur (BEL) und Jeanne Collonge (FRA) für das Rennen gemeldet.