Frodeno neuer Weltmeister, Kienle vor Gómez Zweiter

Jan Frodeno hat sich nach dem Ironman-EM-Titel auch den Sieg bei der Ironman-70.3-WM geschnappt. Der 34-Jährige setzte sich bei sommerlichen Temperaturen in Zell am See wie schon in Frankfurt vor Sebastian Kienle durch. Titelverteidiger Javier Gómez wurde Dritter. Auch Michael Raelert, Andreas Böcherer und Andreas Dreitz landeten unter den Top Ten.

Von > | 30. August 2015 | Aus: SZENE

Jan Frodeno - Weltmeister Ironman 70.3 | Jan Frodeno holt sich in Zell am See seinen ersten Weltmeistertitel im Triathlon.

Jan Frodeno holt sich in Zell am See seinen ersten Weltmeistertitel im Triathlon.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Das Abendessen geht auch in Zell am See auf die Rechnung von Jan Frodeno. Der Ironman-Europameister gewann wie schon in Frankfurt gegen seinen Freund und erklärten Lieblingsgegner Sebastian Kienle, mit dem er seit dem vergangenen Jahr eine Wette laufen hat. Er habe unheimlich gelitten, gab der neue Weltmeister wenige Minuten nach seinem Triumph zu Protokoll. Dass es dennoch zum Sieg gereicht hat, lag vor allem an der taktisch klugen Renneinteilung des 34-jährigen gebürtigen Kölners, der von Beginn an vorn mitmischte und nur beim Radfahren das Heft des Handelns an andere abgab.

Dreitz und Böcherer ziehen am Horn

Schon beim Schwimmen zeigte sich Frodeno vorn. Nach etwa 22 Minuten stieg der Deutsche nur wenige Augenblicke hinter Titelverteidiger Javier Gómez und dem schwimmstarken Andreas Böcherer aus dem Zeller See. Dicht dahinter folgten eine ganze Schar weitere Deutsche. Neben Michael Raelert brachten sich auch Nils Frommhold und Andreas Dreitz in eine glänzende Ausgangsposition fürs Radfahren. Dreitz war es dann, der unter Mithilfe von Andreas Böcherer das Rennen in seine Hände nahm. Gemeinsam mit dem Freiburger suchte der radstarke Oberfranke das Heil in der Flucht nach vorn. Am höchsten Punkt der Strecke, dem Filzensattel, tauchte das Duo gemeinsam auf. Etwas mehr als eine Minute später stürzten sich Michael Raelert, Jan Frodeno und Nils Frommhold in die halsbrecherische Abfahrt Richtung Saalfelden. Gómez blieb zwar in Schlagdistanz, hatte dort aber schon fast zwei Minuten Rückstand. Etwas überraschend konnte Sebastian Kienle bis zu diesem Zeitpunkt keine Zeit nach vorn aufholen. 

Frodeno lauert

Auf dem Weg zurück Richtung Zell am See erhöhte Andreas Dreitz noch einmal das Tempo. Andreas Böcherer konnte oder wollte nicht folgen und büßte bis Kilometer 70 etwa eine Minute auf seinen Landsmann ein. Etwas besser hatte sich Frodeno die 90 Radkilometer eingeteilt. Der spätere Sieger schloss in Kaprun zu Böcherer auf und rollte nach zweieinhalb Rennstunden auch knapp vor dem 32-Jährigen zum zweiten Wechsel. Nur 26 Sekunden fehlten dem Ironman-Europameister ausgangs der Wechselzone dann noch zum Führenden Andreas Dreitz. Und Frodeno brauchte nicht einmal einen Kilometer, um den tapferen Dreitz zu stellen. 

Deutsches Duo schlägt Gómez

Wer danach ein Schaulaufen Frodenos erwartet hatte, wurde enttäuscht. Der 34-Jährige lief zwar stark an, doch Sebastian Kienle und Javier Gómez starteten noch offensiver. 20 Sekunden holte sich der Spanier auf den ersten sieben Kilometern - und als Frodeno zum ersten Mal eine seiner berüchtigten Gehpause an einer Verpflegungsstelle einlegte, schien das Rennen tatsächlich noch einmal spannend zu werden. Zumal sich auch Kienle in überragender Laufform präsentierte und nur wenige Kilometer brauchte, um an Dreitz vorbei zu ziehen. Zuvor hatte der Ironmanweltmeister, wie angekündigt, auf den letzten 20 Radkilometern den Turbo gezündet und sich auf den dritten Platz nach vorn katapultiert. Beim Laufen entwickelte sich danach ein Fernduell zwischen Frodeno, Kienle und Gómez. Letztlich verteidigte der Hawaii-Dritte von 2014 seine Vorsprung auf Kienle, der seinerseits den wohl leicht angeschlagenen Gómez auf Distanz halten konnte. Rund 90 Sekunden trennten den neuen Weltmeister nach 3:51 Stunden von Kienle, Gómez musste seinen Titel von 2014 mit einem Rückstand von knapp vier Minuten an Frodeno abtreten. Das überragende deutsche Ergebnis krönten Michael Raelert als Fünfter, Andreas Böcherer auf Platz sechs sowie Andreas Dreitz als Neunter.

Ironman 70.3 World Championship - Männer

  1. August 2015, Zell am See-Kaprun (AUT)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Jan Frodeno

GER

3:51:19

22:14

2:09:04

1:16:32

2

Sebastian Kienle

GER

3:52:48

24:04

2:09:54

1:15:22

3

Javier Gómez

ESP

3:55:05

22:12

2:13:38

1:15:35

4

Bart Aernouts

BEL

3:56:28

25:38

2:12:07

1:14:55

5

Michael Raelert

GER

3:56:34

22:15

2:13:19

1:17:17

6

Andreas Böcherer

GER

3:56:52

22:12

2:09:00

1:21:44

7

Jan Van Berkel

SUI

3:57:47

22:27

2:13:15

1:18:34

8

Tyler Butterfield

BER

3:58:44

24:05

2:13:48

1:17:19

9

Andreas Dreitz

GER

3:58:58

23:04

2:07:35

1:24:37

10

Albert Molins

ESP

4:00:11

24:30

2:14:32

1:16:58

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