Frommhold und Gajer auf Titeljagd in den „Woodlands“

Der hitzebedingten Rückschlag beim Saisonauftakt in Brasilien hat Nils Frommhold die frühzeitige Hawaii-Qualifikation erschwert. Der Ironman Texas bietet ihm am Wochenende die letzte Gelegenheit, das Ticket nach Kona ohne Umwege zu buchen. Auch Julia Gajer hat in Texas gute Siegchancen.

Von > | 11. Mai 2016 | Aus: Szene

Julia Gajer | Julia Gajer

Julia Gajer

Foto > Nis Sienknecht / spomedis

Beim Ironman 70.3 Palmas zeigte sich Nils Frommhold lange in herausragender Verfassung. Die Trainingslager auf Fuerteventura und Mallorca schienen erste Früchte getragen zu haben. Auf der Laufstrecke hatte der Berliner dann allerdings mit einem altbekannten Problem zu kämpfen: Die Hitze machte ihm einen Strich durch die Rechnung und er fiel von der Spitze des Feldes auf einen enttäuschenden achten Rang zurück. „Ich habe den Elfmeter grandios verschossen“, urteilte Frommhold nach dem Rennen im Interview mit triathlonTV. Nun erhält der 29-Jährige bei seiner ersten Langdistanz in diesem Jahr die nächste und vorerst letzte Chance auf die frühzeitige Hawaii-Qualifikation. „In Texas muss ein Podiumsplatz her. Sonst wird es knapp mit Hawaii - und ich habe keine Lust auf eine Zitterpartie“, gibt Frommhold sein Ziel für das Rennen in den „Woodlands“ am Samstag aus.

Radstrecke verkürzt

Bei den drei jüngsten Rennen in Zell am See, auf Hawaii und in Brasilien agierte Frommhold jeweils unter seinen Erwartungen. Die Gemeinsamkeit all dieser Wettkämpfe: Hohe Temperaturen. Auch beim Rennen in Texas, das am Samstag um 13:25 Uhr deutscher Zeit startet, wird enorme Hitze erwartet. Zwei Punkte sprechen jedoch dafür, dass Frommhold mit den Bedingungen besser umgeht: Zum einen habe er zusammen mit seinem Coach Wolfram Bott ausgiebige Fehleranalyse betrieben und neue Möglichkeiten und Umgangsweisen mit dem Problem gefunden. Zum anderen kennt Nils Frommhold die Gegend wie seine Westentasche. In der Vorbereitung auf die Ironman-WM im vergangenen Jahr trainierte Frommhold mehrere Wochen mit seinem Team in Texas, um sich an das Klima zu gewöhnen. Dabei spulte Frommhold die Strecken des Ironman-Rennens viele Male ab, wobei Frommhold zum Schluss kam, dass dieser Kurs ideal für ihn geeignet sei. Was Frommhold allerdings nicht ahnen konnte: Wegen Bauarbeiten und Unwettern wurde der Radkurs kurzfristig von 180 auf nur noch 150 Kilometer verkürzt. Auf die Qualifikationsmöglichkeiten für den Ironman Hawaii hat das aber keinen Einfluss.

Gajer mit Siegchancen

Einer von Frommholds größten Kokurrenten beim Kampf um das Podium ist Titelverteidiger Matt Hanson. Der US-Amerikaner sicherte sich 2015 mit einer unglaublichen Laufzeit von 2:45:47 Stunden den Sieg. Damit lief er fast zehn Minuten schneller als der zweitschnellste Athlet des Tages und gewann das Rennen souverän mit über neun Minuten Vorsprung. Auch „Überbiker“ Andrew Starykowicz aus den USA ist am Start, ebenso wie seine Landsmänner Jordan Rapp und Justin Daerr, die sich gute Chancen auf eine vordere Platzierung ausrechnen können - und damit auch im Kampf um die nordamerikanische Meisterschaft, die wie schon im Vorjahr in den Wettkampf integriert ist. Der Spanier Eneko Llnaos und Neuseeländer Terenzo Bozzone haben ebenfalls eine vordere Platzierung im Visier und runden den Favoritenkreis im großen Elitestartfeld der Männer ab. Auch Patrick Lange tritt in Texas an und wird bei seiner Langdistanz-Premiere nach einem vielversprechenden Saisonauftakt versuchen, wertvolle Punkte für das Ranking zu sammeln. Neben Frommhold und Lange sind auch Michael Rünz, Marc Dülsen und Swen Sundberg für Deutschland am Start.

Nachdem das komplette Podium des Vorjahres bei den Frauen auf einen erneuten Start verzichtet, rücken andere Athletinnen in den Fokus. Unter ihnen auch Julia Gajer. Die 33-Jährige überzeugte bereits beim Ironman 70.3 in Frankreich vor zwei Wochen mit einem zweiten Platz und gehört in Texas zu den klaren Favoritinnen. Siegchancen können sich außerdem US-Amerikanerin Kelly Williamson und die Australierin Rebekah Keat ausrechnen. Auch die Britin Emma-Kate Lidburg, sowie Bree Wee und Alicia Kaye aus den USA haben vordere Platzierungen im Visier. Als zweite Deutsche im Elitefeld der Frauen geht Angela Kühnlein an den Start.