Gajer gegen Kessler, Twelsiek kämpft ums Podium

Ein hochkarätiges Profifeld kämpft am Wochenende bei der zwölften Auflage des Ironman Arizona um die Titel. Nach seinem vierten Platz im Vorjahr nimmt Maik Twelsiek am Tempe Town Lake das Podium ins Visier. Er trifft unter anderem auf Brent McMahon und Andrew Starykowicz. Ironman-Vizeeuropameisterin Julia Gajer duelliert sich mit Meredith Kessler, der Championesse von 2014.

Von > | 13. November 2015 | Aus: SZENE

Julia Gajer Hawaii 2015 | Julia Gajer beim Ironman Hawaii 2015

Julia Gajer beim Ironman Hawaii 2015

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Nein, so hatte sich Julia Gajer den November eigentlich nicht vorgestellt. Ein Topergebnis auf Hawaii und danach die verdiente Winterpause genießen - das war der Plan. Doch auf Big Island erlebte die Ditzingerin vor fünf Wochen die schwärzeste Stunde ihrer Profikarriere. Enttäuscht und frustriert gab sie das Rennen noch vor dem Marathon auf. "Mit diesem Gefühl möchte ich die Saison nicht beenden", so Gajer wenige Tage vor ihrem Abflug in die USA. Nach "intensiver Diskussion" mit ihrem Coach Wolfram Bott hat die 33-Jährige ihre Wettkampfsaison verlängert. Sie kehrt zurück nach Tempe, an den Ort, wo sie vor zwei Jahren ihren ersten Ironmantitel holte. Das Training für den Ironman Arizona sei ganz gut gelaufen, schreibt sie auf ihre Website. Die nebligen und kalten Tage in heimischen Gefilden seien nach vier Wochen Texas und 14 Tagen Hawaii allerdings eine Herausforderung gewesen. Vielleicht hält sie sich auch deshalb mit allzu großen Erwartungen zurück. Sie wolle in erster Linie gut durchkommen, so Gajer vorsichtig. 

Hat Kessler den Kopf frei?

Das wollen auch ihre Konkurrentinnen am Tempe Town Lake. Allen voran Meredith Kessler. Die US-Amerikanerin ist Dauergast in Arizona, stand 2013 neben Gajer auf dem Podium und gewann das Rennen vor einem Jahr. Im Gegensatz zur Deutschen finishte Kessler beim Ironman Hawaii 2015. Allerdings dürfte ihr der fast sechsstündige Spaziergang bis über den Highway deutlich mehr Schmerzen bereitet haben. Als letzte der 26 Profifrauen erreichte sie nach mehr als zwölf Stunden das Ziel. Kaum zu bändigen war dort die Dänin Michelle Vesterby. Der vierte Platz ist das wertvollste Ergebnis in der Karriere der fröhlichen Skandinavierin. Doch auch in Arizona stand Vesterby schon einmal auf dem Podium - nämlich 2013 - neben Gajer und Kessler. Weitere Kandidaten für einen Platz unter den Top 5 sind Heather Jackson und Sarah Haskins (beide USA) sowie die Österreicherin Michaela Herlbauer, die ihre erfolgreiche Saison mit einem guten Ergebnis abschließen möchte.

Runde drei für Brent McMahon 

Auf den Plätzen neun, 14, 18, 21 und 22 beendeten die Favoriten des Männerrennens den Ironman Hawaii 2015. Für Brent McMahon ist das Rennen am Sonntag erst die dritte Langdistanz. Vor einem Jahr gewann der Kanadier seine Ironmanpremiere in Arizona - und das in Streckenrekordzeit von 7:55:38 Stunden. Auf Hawaii gelang ihm auf Anhieb der Sprung unter die besten zehn. Wer in Tempe gewinnen will, muss an dem 35-Jährigen vorbei. Zumindest versuchen wollen das sein Landsmann Lionel Sanders, der Portugiese Pedro Gomes, Jordan Rapp (USA) und Maik Twelsiek. Der gebürtige Lemgoer konnte sich auf Big Island trotz Radbestzeit in diesem Jahr nicht so in Szene setzen wie 2014 - und wurde beim Laufen noch vom zehnten auf den 22. Platz durchgereicht. In Tempe verpasste er das Podium im vergangenen Jahr nur um knapp fünf Minuten nachdem er als Zweiter auf die Laufstrecke gewechselt war. Im Kampf um die schnellste Radzeit dürfte es am Sonntag einen heißen Fight zwischen ihm und dem US-Amerikaner Andrew Starykowicz geben. Der war erst vor ein paar Wochen beim Ironman 70.3 Miami mit mehr als 46 km/h über die Radstrecke gejagt und hatte damit eine neue Weltbestzeit über die 90 Kilometer aufgestellt.