Gajer, Pedersen und Beranek jagen den EM-Titel

Das Frauenrennen bei der EM im Ironman 70.3 glänzt schwarz-rot-gold. Vor allem die deutschen Athletinnen stehen ganz oben auf der Favoritenliste. Neben Julia Gajer und Anja Beranek gilt aber auch die Dänin Camilla Pedersen in Wiesbaden als eine der Topanwärterinnen auf den Titel.

Von > | 6. August 2015 | Aus: SZENE

Topbikes Kraichgau 70.3 - 04 | Ironman 70.3 KRaichgau - Die Bikes der Profis

Ironman 70.3 KRaichgau - Die Bikes der Profis

Foto >Jan Sägert / spomedis

In der Startliste für die Ironman-70.3-Europameisterschaft wirken Julia Gajer und Camilla Pedersen mit ihren höheren Startnummern etwas unscheinbar im Feld versteckt. Wenn es am Sonntag um 8.02 Uhr an den Start geht, dürfte die Sache allerdings ganz anders aussehen. Bereits beim Ironman 70.3 Kraichgau haben sich die beiden einen engen Schlagabtausch geliefert, den die Dänin am Ende für sich entscheiden konnte, während Gajer mit Platz zwei beim Ironman in Frankfurt wenig später überzeugte. Was im Juni im Kraichgau mit einem packenden Zweikampf begonnen hat, könnte sich am Sonntag im Taunus fortsetzen.

Attacken im Wasser

Allen voran die beiden Protagonistinnen gehen als Topfavoritinnen in ein Rennen, dessen Kurs dem Klischee nach "nichts für Mädchen" sein dürfte. Die harte Radstrecke und der schnelle, aber mental fordernde Vier-Runden-Lauf durch den Kurpark haben es in sich – genau das Richtige für Julia Gajer als Dritte von 2012 und die Vorjahresvierte und Ironman-Europameisterin von 2013, Camilla Pedersen, die allerdings auch nicht gerade allein an der Startlinie stehen. Es gibt in diesem Rennen wie bei den Männern auch bei den Frauen nur wenig, das sich vorhersagen lässt, höchstens, dass die Schweizerin Céline Schärer ähnlich wie ihr Landsmann Manuel Küng bei den Jungs im Wasser versuchen wird, sich frühzeitig abzusetzen. Gleiches gilt allerdings auch für Anja Beranek, die als 2012-Gewinnerin von Wiesbaden sehr genau weiß, wie es sich anfühlt, dem Feld im Taunus davonzufahren.

Anja Beranek dürfte auf dem Rad alles daran setzen, den Abstand auf die Verfolgerinnen möglichst so groß zu gestalten, dass sie wie beim Ironman 70.3 St. Pölten im Mai nicht mehr einzuholen ist. Damals jagte ihr immerhin Olympiasiegerin Nicola Spirig hinterher, die einen brutalen Laufsplit zeigte, aber die Fürtherin dennoch nicht mehr stellen konnte. Rang drei bei der Challenge Roth vor vier Wochen dürfte Beranek zusätzlich beflügeln, am Sonntag im Taunus von Beginn an auf Attacke zu setzen, zumal die starken Allrounderinnen im Feld wie Julia Gajer und Camilla Pedersen auf dem Laufkurs für schnelle Zeiten und ein gleichmäßig hohes Tempo gut sind.

Schnelle Schuhe gebraucht
Es sind vor allem die deutschen Mädels, die am Sonntag mit berechtigten Hoffnungen gen Podium schielen dürfen, denn neben Anja Beranek und Julia Gajer könnten auch Natascha Schmitt, Ricarda Lisk oder Kristin Möller das Feld ordentlich aufrollen. Gerade im Laufen ist Schmitt und Möller erfahrungsgemäß jede Menge zuzutrauen; ist der Abstand vor dem Halbmarathon nicht allzu groß, dürften sie mit Topsplits durchs Feld pflügen. Als Zweite des Ironman 70.3 Luxemburg hinter Gajer zeigte Schmitt im Juni eine starke Performance, sie dürfte auf dem Wiesbadener Kurs deutlich besser abschneiden können als in Roth, wo sie Neunte wurde. Möller flog im Marathon beim Ironman Frankfurt noch auf Platz sechs. Lisk lag beim Frankfurter City-Triathlon in ihrem Formtest eine Woche vor Wiesbaden hinter Siegerin Schmitt auf Platz drei - allerdings mit deutlichem Rückstand.

Aus internationaler Sicht wird die Favoritenliste für die EM am Sonntag noch etwas ergänzt. Die Schwedin Asa Lundström, Michelle Vesterby aus Dänemark, Caroline Livesey aus Großbritannien und insbesondere auch die Tschechin Radka Vodickova wollen in Wiesbaden in den Kampf um den Titel oder mindestens um die Podestplätze eingreifen. Der 30 Jahre alten Vodickova gilt dabei ein besonderes Augenmerk – sie wurde im Vorjahr unter anderem Sechste der Weltmeisterschaft im Ironman 70.3 in Mont-Tremblant.