Gajer triumphiert und sichert Kona-Ticket

Selbstbewusst und risikobereit startete Julia Gajer in das Ironmanrennen von Texas. Doch sie wusste, dass sie die laufstarken Amerikanerinnen schon auf dem Rad auf Abstand halten muss, um den Tag erfolgreich zu beenden. Den ersten Paukenschlag setzte allerdings eine ganz andere Athletin.

Von > | 15. Mai 2016 | Aus: Szene

Julia Gajer | Julia Gajer

Julia Gajer feiert in Texas ihren zweiten Ironman-Triumph.

Foto > Paul Philips

Lauren Brandon setzte mit ihrer Schwimmperformance ein Ausrufezeichen. Die US-Amerikanerin kam bereits nach 48:32 Minuten aus dem Lake Woodlands und schwamm somit die schnellste 3,8-Kilometer-Zeit des Tages – sowohl von den Männern als auch von den Frauen. Auch auf dem Radkurs schlug sie sich wacker und verteidigte ihren Vorsprung aus den ersten Disziplinen bis in die erste Laufrunde.

Gajer solide auf dem Rad

Dort wurde sie allerdings schnell von ihren Landsfrauen Rebekah Keat, Rookie Alicia Kaye und der Deutschen Julia Gajer gejagt. 
Eine rasante Aufholjagd traten auch Jodie Robertson und Lisa Roberts an. Diese beiden hatten nach dem Schwimmen weit über zehn Minuten Rückstand auf Gajer. Durch ihre solide Radleistung auf dem wegen eines Unwetters auf 150 Kilometer verkürzten Kurs wuchs dieser aber nicht weiter an. Und ihre Paradedisziplin sollte noch kommen.

Gajer konnte sich zeitig absetzen, lief die Lücke zur schwächer werdenden Lauren Brandon zügig zu und setzte sich bald deutlich von ihren Verfolgerinnen ab. Rebekah Keat und Alicia Kaye folgten ihr, jedoch in großzügigem Abstand. Ihren Weg nach vorn bahnte sich auch die laufstarke Kelly Williamson, Siegerin des Ironman Texas aus dem Jahr 2014. Mit einem beeindruckenden Lauf gewann sie damals vor Gajer. 
Doch trotz eines flotten Marathons von 3:04:33 Stunden konnte sie bei der Vergabe der Podiumsplätze nicht mehr mitreden. Sie wurde am Ende Vierte.

Sub-3-Marathon reicht Amerikanerinnen nicht

Während Lauren Brandon arg zu kämpfen hatte und auch bei Alicia Kaye und Rebekah Keat die Kräfte nachließen, lieferten Jodie Robertson und Lisa Roberts ein beeindruckendes Rennen. Beide liefen eine Sub-3:00-Marathonzeit, konnten Gajer aber nicht mehr gefährlich werden.

Die gebürtige Hannoveranerin überquerte nach 8:11:01 Stunden die Ziellinie und gewann den als Nordamerikameisterschaft ausgeschriebenen Ironman Texas 2016 mit gut fünf Minuten Vorsprung. Jodie Robertson wurde starke Zweite mit eineinhalb Minuten Vorsprung vor Lisa Roberts.
Alicia Kaye kam bei ihrem Ironman-Debüt als Fünfte ins Ziel. Angela Kühnlein, die zweite Deutsche im Feld, wurde 20.

Hawaii-Ticket sicher


Julia Gajer fühlt sich auf amerikanischem Boden sichtlich wohl. Nach ihrem ersten Ironmansieg in Arizona 2013 folgte nun ihr zweiter in Texas. Mit diesem Rennen hat sich Gajer den WM-Startplatz für ein weiteres Rennen auf amerikanischem Boden gesichert: Die Fortsetzung folgt im Oktober bei der WM in Kailua-Kona im 50. Bundesstaat der USA auf Hawaii. Ein deutscher Doppelsieg für Patrick Lange und Julia Gajer und zwei sichere Kona-Tickets, das ist keine schlechte Ausbeute für die deutsche Langdistanz-Elite an diesem Wochenende.

IRONMAN North American Championships - Ironman Texas | Frauen

  1. Mai 2016, The Woodlands, Texas (USA)

Platz Name Land Gesamt 3,8 km Swim 150 km Bike 42,2 km Run

1

Julia Gajer

GER

8:11:01

0:54:51

4:01:44

3:08:49

2

Jodie Robertson

USA

8:16:30

1:07:21

4:01:55

2:59:26

3

Lisa Roberts

USA

8:17:58

1:06:52

4:06:18

2:59:03

4

Kelly Williamson

USA

8:22:06

0:54:49

4:17:11

3:04:33

5

Alicia Kaye

USA

8:29:29

0:52:24

4:07:15

3:23:31

6

Christine Hammond

USA

8:32:37

0:55:07

4:13:02

3:18:57

7

Jessica Jones Meyers

USA

8:39:11

0:57:51

4:10:34

3:24:42

8

Nicole Walker

CAN

8:41:02

1:02:23

4:10:27

3:22:27

9

Emma-Kate Lidbury

GBR

8:45:13

0:55:13

4:09:01

3:34:03

10

Katy Blakemore

USA

8:46:22

0:54:33

4:16:30

3:29:52

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