Göhner geht auf's Ganze

Der Ironman Hawaii 2012 fand ohne Michael Göhner statt. Nach einem schwierigen Saisonstart verpasste der Reutlinger den Sprung unter die 80 besten Ironmanprofis der Welt. Im kommenden Jahr will der 32-Jährige wieder in Kona dabei sein. Dafür nimmt er in den nächsten Tagen eine kleine Weltreise in Kauf.

Von > | 31. Oktober 2012 | Aus: SZENE

Saisoneinstieg gelungen | Spontan-Zweiter: Michael Göhner entschied sich erst einen Tag vor dem Rennen für den Start auf Mallorca

Spontan-Zweiter: Michael Göhner entschied sich erst einen Tag vor dem Rennen für den Start auf Mallorca

Foto >Jan Sägert / spomedis

Vor drei Jahren - im Juli 2009 - war Michael Göhner auf dem Festplatz der Challenge Roth der gefeierte Held. In einem packenden Laufduell hatte der Reutlinger damals den zweifachen Hawaii-Champion Normann Stadler und den jetzt amtierenden Ironman-Weltmeister Pete Jacobs aus Australien niedergekämpft und sich so den ersten wichtigen Langdistanz-Titel seiner Karriere geholt. Seitdem wartet der 32-Jährige auf einen weiteren großen Erfolg. Nicht nur Jacobs, auch einige andere Profikollegen sind ihm seit seinem Coup in Roth ein wenig enteilt. Aus den Augen verloren, hat er die Besten der Welt aber noch nicht. Beim Ironman Germany 2011 ließ er zuletzt seine Klasse aufblitzen, musste als Dritter nur Faris Al-Sultan und Jan Raphael den Vortritt lassen.

In diesem Jahr stehen der zweite Platz beim Ironman 70.3 Mallorca, ein Titel beim Stadttriathlon in Erding und der erste Gesamtsieg im "BASF Triathlon Cup Rhein-Neckar" auf der Habenseite Göhners. Deutlich zu wenig für einen der 80 begehrten Startplätze beim Ironman Hawaii. Genau dort will Göhner aber schon 2013 wieder dabei sein. Zum achten Mal. Den ersten kleinen Schritt hat er Anfang September schon gemacht - mit einem Podiumsplatz beim Ironman Wisconsin. In Taiwan und auf Lanzarote will er nun gleich doppelt nachlegen.

Leichtes Spiel und schwere Brocken?

Maximal 1.000 Punkte sind für Göhner in Taiwan und bei der 70.3-Premiere auf Lanzarote möglich. Das würde zwar bei Weitem noch nicht für die Hawaii-Qualifikation reichen, wäre aber durchaus eine gute Ausgangsposition für die kommende Sommersaison. In Taiwan wird am kommenden Samstag zunächst der Nachfolger von Chris McCormack gesucht. Neben Göhner bewerben sich der wiedererstarkte Neuseeländer Terenzo Bozzone, Schwedens Fredrik Croneborg, der Spanier Eneko Elosegui und der Brite Jonathan Hotchkiss um das Erbe des Australiers. Zweifellos lösbare Aufgaben für den Deutschen, der sich izuletzt n einem zweiwöchigen Mallorca-Trainingslager auf die Herausforderung in Asien vorbereitet hat. Ungleich schwerer wird es nur eine Woche später, am 10. November, auf den Kanaren. Denn dort trifft Göhner gleich auf eine ganze Armada starker Europäer. Der Schweizer Ronnie Schildknecht, das deutsche Trio Konstantin Bachor, Swen Sundberg und Boris Stein, Bert Jammaer aus Belgien, die Italiener Alessandro Degasperi und Massimo Cigana, Victor Del Corral Morales (ESP) und der Briten Stephen Bayliss werden ihm dort das Leben und damit den Kampf um wichtige Kona-Punkte schwer machen. Am nötigen Selbstbewusstsein fehlt es Göhner nicht. Er sei zuversichtlich, die beiden Rennen erfolgreich zu absolvieren und einige Punkte für die Hawaii-Qualifikation 2013 sammeln zu können, so der zweifache Familienvater vor seiner Abreise.