Gómez vor Frodeno, Kienle Top 20

Es war ein stark besetztes Männerfeld, das bei der Ironman 70.3 World Championship an den Start ging. Dass es hart und schnell werden würde, war zu erwarten, dass es wieder einen deutschen Sieger geben würde, war zu hoffen. Ersteres hat sich bestätigt, Letzteres nicht. Aber nur knapp.

Von > | 7. September 2014 | Aus: SZENE

Javier Gomez und Jan Frodeno im Ziel der Ironman 703-WM 2014 | Jan Frodeno musste sich einem starken Javier Gómez bei der 70.3-WM knapp geschlagen geben.

Jan Frodeno musste sich einem starken Javier Gómez bei der 70.3-WM knapp geschlagen geben.

Foto >Carola Felchner / spomedis

Es war wahrscheinlich, dass die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft temporeich werden würde. „Es sind mindestens 15 Jungs da, die richtig schnell schwimmen können“, orakelte der Roth-Zweite Nils Frommhold vor dem Start – und sollte Recht behalten. Es wurde geradezu rasant. Nach nur knapp 22 Minuten kletterte ITU-Weltmeister Javier Gómez aus dem Lake Tremblant, ihm dicht auf den Fersen machte sich Frankfurt-Dritter Jan Frodeno auf den mehrere hundert Meter langen Weg vom Seeufer zur ersten Wechselzone. In einem Fünfer-Pulk zusammen mit Josh Amberger, Ben Collins, Brad Kahlefeldt, Clayton Fettell und Brent McMahon jagten die beiden ehemaligen Kurzstrecken-Konkurrenten über die ersten Wellen der 90 Radkilometer. Rund 1.000 Höhenmeter warteten auf die Athleten, zu denen sich Sebastian Kienle nach vorn zu schieben versuchte. Er war mit einem Rückstand von rund dreieinhalb Minuten auf die Spitze aus dem Wasser gestiegen, verlor auf dem Rad eine weitere Minute.

Dichtes Führungsfeld und hohes Tempo

Das Tempo war weiterhin hoch (43,2 km/h), Gómez und Frodeno machten vorn mit einer kleinen Gruppe Druck. Weiter hinten kam es in der Zwischenzeit zu einem Sturz, der Südafrikaner James Cunnama (1. Platz Ironman 70.3 South Africa) und den deutschen WM-Debütanten Patrick Lange (2. Platz Ironman 70.3 Luxemburg) aus dem Rennen katapultierte. Sie verletzten sich glücklicherweise nicht schwer. Während diese beiden Athleten ihren Traum begraben mussten, machte sich Josh Amberger nach etwa zwei Dritteln der Radstrecke auf, sein erklärtes Ziel, den 70.3-Titel, zu erreichen und löste sich zusammen mit Ben Collins von den anderen Athleten. Mehr als 17 Sekunden konnten sie jedoch nicht herausfahren, bevor sie wieder eingeholt wurden. Keine Spur von Sebastian Kienle, er hatte 5:21 Minuten nach vorn verloren – und damit die Chancen auf einen dritten Titel.

Von Zehn auf Zwei

Nach 81 Kilometern pedalierte die Spitze weiterhin dicht an dicht: zehn Athleten, darunter weiterhin Jan Frodeno (Platz drei) und Javier Gómez (Platz 9). Weit nach vorn gekämpft hatte sich Ironman-South-Africa-Sieger Nils Frommhold. Als Zwölfter aus dem Wasser, hatte er sich inzwischen auf Rang fünf, nur knapp zehn Sekunden hinter Gambles geschoben, 70.3-Mallorca-Sieger Andreas Dreitz kurbelte mit knapp drei Minuten Rückstand auf Platz 16.

Doch als das Feld nach 2:31 Stunden in die zweite Wechselzone raste, dauerte es gerade einmal sieben Minuten, bis Jan Frodeno und Javier Gómez aus einem Zehn-, einen Zweikampf machten. Der Beginn eines harten Laufduells, in dem sich der Spanier Sekunde um Sekunde von seinem deutschen Widersacher löste. Nach der Hälfte des Runningkurses hatte Gómez knapp eine halbe Minute auf Frodeno gutgemacht. Ein Vorsprung, den der Olympiasieger von 2008 nicht mehr aufholen konnte. Gómez erkämpfte sich nach dem ITU- auch den Ironman-70.3-Weltmeistertitel in 3:41:30 Stunden. Nils Frommhold finishte auf Platz fünf, Sebastian Kienle erwischte einen gebrauchten Tag und kam als 18. ins Ziel, Andreas Dreitz wurde 22. Profimann.

Ironman 70.3 World Championship | Männer

  1. September 2014, Mont-Tremblant (CAN)

Name

Nation

Gesamt

Swim 1,9 km

Bike 90 km

Run 21,1 km

Javier Gómez

ESP

3:41:30

0:22:09

2:06:18

1:09:27

2

Jan Frodeno

GER

3:42:11

0:22:10

2:05:48

1:10:36

Tim Don

GBR

3:44:38

0:22:41

2:05:18

1:12:44

Lionel Sanders

CAN

3:46:03

0:26:42

2:04:14

1:11:21

Nils Frommhold

GER

3:46:25

0:22:39

2:05:10

1:14:45

Joe Gambles

AUS

3:46:34

0:22:58

2:04:54

1:14:55

Tim Reed

AUS

3:47:07

0:23:02

2:04:52

1:15:12

Bart Aernouts

BEL

3:48:05

0:24:38

2:06:07

1:13:18

Terenzo Bozzone

NZL

3:48:20

0:23:02

2:05:00

1:16:47

Will Clarke

GBR

3:48:44

0:23:02

2:07:12

1:14:48

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