Beim Ironman Cozumel will Michael Göhner am Sonntag die Basis für seinen achten Hawaiistart legen.

Jan Sägert / spomedis

Michael Göhner beim Ironman 70.3 Mallorca
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Michael Göhner "Ich glaube, dass ich auf Hawaii besser sein kann"

Langstrecke | 23. November 2012
Eine Saison voller Höhen und Tiefen geht für Michael Göhner am Sonntag beim Ironman Cozumel zu Ende. Der Reutlinger will 2013 nach einem Jahr Pause wieder auf Hawaii - im Konzert der Großen - mitspielen. Dafür braucht er Punkte im Kona Pro Ranking. Und die möchte sich der 32-Jährige in Mexiko holen - mit einer Taktik, die ihm die größten Erfolge seiner Karriere beschert hat.
Michael Göhner, nach dem verpassten Start beim Ironman 70.3 Lanzarote sind Sie spontan zum Ironman Cozumel nach Mexiko ausgewichen. Warum?
Natürlich hat es mich sehr geärgert, dass ich auf Lanzarote nicht starten konnte. (Anm. d. Red.: Göhners Wettkampfrad war beim Flug aus Taiwan nach Europa von der Fluggesellschaft vergessen worden) Der Start in Cozumel war aber schon vorher fest eingeplant. Klar ist das Rennen extrem stark besetzt, doch es gab keine andere Option. Immerhin geht es um 2.000 Punkte und wenn ich im nächsten Jahr auf Hawaii dabei sein will, muss ich schon jetzt noch ein bisschen sammeln.
Was müsste am Samstag passieren, damit Sie mit einem guten Gefühl in die Saisonpause gehen?
Ich möchte vor allem ein gutes, solides Rennen machen und meine Saison mit einem positiven Ergebnis abrunden. Insbesondere beim Laufen ging bei den Ironmanrennen in diesem Jahr nicht viel. Umso mehr würde ich mich über eine schnelle Marathonzeit freuen.
Sie starten zum ersten Mal in Cozumel. Welche Taktik haben Sie sich für den flachen, aber windigen Kurs zurechtgelegt?
Auch wegen des Neoprenverbots werde ich kaum mit den schnellsten Schwimmern aus dem Wasser kommen und die Gruppe vorn wahrscheinlich verpassen. Ich muss also wieder von hinten kommen, Geduld haben und werde versuchen, auf dem Rad ein möglichst gleichmäßiges Tempo anzuschlagen. Beim Marathon möchte ich dann nach vorn laufen, mir Platz für Platz erkämpfen. Es ist sehr schwül auf Cozumel - das Ganze ist also auch schon ein kleiner Test für Hawaii. Außerdem kann ich am Sonntag ein paar Dinge austesten, die mir im nächsten Jahr helfen werden.
Sollte es 2013 mit Hawaii klappen, wäre das Ihre achter Start. Über Platz 18 sind Sie in Kona bisher nicht hinausgekommen. Was treibt Sie an, es trotzdem weiter zu versuchen?
2004 habe ich bei meinem ersten Hawaiistart gleich die Agegroup-Wertung gewonnen und die zwei 18. Plätze waren ja auch nicht so schlecht. Zweimal hatte ich Pech und einen Plattfuss. Ich glaube, dass ich auf Hawaii besser sein kann. Die Vorbereitung war nie optimal und daran möchte ich arbeiten. Für mich ist Hawaii immer noch das Rennen aller Rennen. Erst danach kommen Roth und Frankfurt. Vielleicht gibt es in der Challenge-Serie auch mal eine WM. Das wäre ein weiteres hochkarätiges Ziel für mich.
Wie oft haben Sie im Laufe der Saison darüber nachgedacht, das Rad und Laufschuhe gegen den Anzug zu tauschen und sich wieder bei der Bank an den Schreibtisch zu setzen?
Nie. Ich bin erst 32 Jahre alt und möchte den Triathlonsport noch ein paar Jahre auf höchstem Niveau ausüben. Die Saison hatte Höhen und Tiefen - glücklicherweise hatte ich immer wieder gute Tage mit einigen Siegen. Zwar bei kleineren, aber gut besetzten Rennen. Der zweite Platz beim Ironman 70.3 Mallorca war für mich ziemlich überraschend, da ich zuvor zwei Wochen lang krank war und auch der Ausflug nach Taiwan und zum Ironman Wisconsin waren schöne Erlebnisse, die mich motiviert haben. Ich habe sehr viele Rennen gemacht in dieser Saison. Und dabei vor allem gemerkt, dass mir auch die kleinen, sehr gut organisierten Wettkämpfe wie der BASF Rhein Neckar Cup oder das Rennen in Erding immer wieder sehr viel Spaß machen.