"Ich habe gelitten"

Andreas Raelert und Craig Alexander haben dem Ironman Hawaii im Marathon ihren Stempel aufgedrückt. Gelitten haben sie beide auf dem Weg ins Ziel. In der Pressekonferenz sprachen sie wie Dirk Bockel und Pete Jacobs über ihre Emotionen.

Von > | 9. Oktober 2011 | Aus: SZENE

Andreas Raelert | Andreas Raelert

Andreas Raelert

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Zitate der Profimänner aus der Pressekonferenz:

Craig Alexander zum dritten Titel: „Ich kann es nicht glauben, es ist hier mein fünftes Rennen und mein dritter Sieg. Das Rennen heute war nahezu perfekt, es ist der Tag, von dem du träumst. Letztes Jahr hier geschlagen zu werden, das war hart für mich – weil ich ein gutes Rennen hatte und trotzdem die drei vor mir waren. Ich habe mich mit meinem Team zusammengesetzt und mir vorgenommen, dass ich mich verbessern möchte. Ich denke nach wie vor, dass 70.3 meine beste Distanz ist. Ich habe letztes Jahr zu meiner Frau gesagt, dass ich gern bei beiden Rennen auf dem Podium wäre, jetzt habe ich beide gewonnen.“

Craig Alexander zum Rennen: „Ich habe mich sehr komfortabel beim Schwimmen und beim Radfahren gefühlt, und ich habe dann gesehen beim Laufen auf dem Alii Drive, dass ich 5:45 Minuten pro Meilen gelaufen bin und trotzdem zehn Sekunden verloren habe. Das hat einen extremen Druck auf mich ausgeübt. Meine Grimasse war keine Maske, es war eine Grimasse, ich musste ein Risiko eingehen, am Ende habe ich das gemerkt, habe Krämpfe bekommen. Ich hatte keine Salztabletten mehr, ich habe es bei Meile 22 gemerkt, dass die Adduktoren zugehen, da waren es nur noch vier Meilen bis zum Titel. Natürlich war das ein Warnsignal. Als die Krämpfe kamen, waren es nur noch sechs Minuten bis zum Ziel. Ich würde mir wünschen, ich hätte immer so ein Lächeln wie Chrissie.“

Craig Alexander zum Rekord: „Wenn du morgens aufstehst, denkst du nicht daran, Geschichte zu schreiben. Du bist nur der beste Athlet sein, der du sein kannst. Während dem Marathon haben mir die Leute gesagt, auf was für einem Kurs ich bin, als die Krämpfe kamen, habe ich da aber nicht mehr dran gedacht. Auf dem Alii Drive habe ich dann Mike Reilly gehört und die Uhr gesehen. Mir geht es eher um die Leistung an diesem Tag, der Rekord ist ein Bonus. Ich bin für ein Qualifikationssystem. Um ehrlich zu sein, ich finde 50 eine gute Zahl für dieses Rennen.“

Andreas Raelert zum Rennen: „Ich bin definitiv nicht zufrieden. Ich hatte einen guten Tag. Ich bin stolz darauf, dass ich in diesem Rennen dabei war, in dem Crowie den Rekord gebrochen hat. Ich habe mich gut gefühlt auf dem Rad, wir sind richtig hart gefahren. Beim Laufen musste ich etwas riskieren, nach dem Halbmarathon habe ich ziemlich gelitten, es tat unheimlich weh. Pete und ich haben einen großen Kampf gehabt beim Laufen. Ich träume davon, dieses Rennen zu gewinnen, das motiviert mich, das ist mein Traum. Du gehst mit dem Traum an die Startlinie, das Rennen zu gewinnen. Mir geht es heute ähnlich wie Crowie vergangenes Jahr. Das gibt mir richtig Motivation, nächstes Jahr wieder hier zu sein – mit Michael.“

Andreas Raelert zu einem Veilchen am linken Auge: „Ich weiß nicht, was mit meinem Auge passiert ist, ich glaube, ich bin in der ersten Wechselzone mit Matty Reed zusammengestoßen und war etwas verwirrt. Ich habe beim Aufsetzen der Brille einen Schatten gesehen und habe erst gedacht, es ist eine Biene oder so etwas. Du (Anmerkung der Redaktion: Greg Welch) hast mich nach dem Rennen überhaupt erst darauf angesprochen.“

Pete Jacobs: „Ich kam hierher und habe gedacht: Vielleicht habe ich eine Chance zu gewinnen. Ich habe aber die Gruppe auf dem Weg nach Hawi verloren, ich habe gedacht, es ist heute nicht mein Tag. Dann auf den zweiten Platz zu laufen, kann ich kaum glauben. Ich bin richtig glücklich darüber, hinter Craig Zweiter zu werden und Andreas geschlagen zu haben. Ich kann es kaum glauben. Es ist bizarr, ich habe vor einem Monat zu meinem Manager gesagt, dass ich eine 8:09 machen kann. Auf eine verrückte Weise habe ich den Marathon genossen.“

Dirk Bockel: „Ich habe meine Saison nach zwei Rennen aufgebaut. Mein Höhepunkt sollte Kona sein. Ich musste heute einige Lücken schließen, ich habe gehört, wie hart ihr Jungs euch bekriegt habt – mein Coach rief mir deshalb zu, dass einer von euch hochgehen wird. Ich bin am Ende sehr starke 10 Kilometer gelaufen.“