Lance Armstrong "Ich will Ironman werden"

Langstrecke | 16. Januar 2009
Ein paar Videos hätten gereicht, dann sei er überzeugt gewesen: Der siebenfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong hat angekündigt, auf jeden Fall einen Ironman machen zu wollen. Doch bloßes Finishen ist dem umstrittenen Radprofi zu wenig.
Nach seinem Comeback in den Radsport hat der siebenfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong nun bestätigt, unbedingt einen Ironman-Triathlon finishen zu wollen. In einem Interview mit dem Internet-Magazins Outside.online erklärte der Texaner, Triathlon-Videos hätten dazu den Ausschlag gegeben: "Vor einem Jahr habe ich ein paar der Ironman-DVDs gesehen. Ich wollte wissen, woher dieser ganze Mythos kommt. Und ich muss sagen, dass mich das sehr motiviert hat."

Zurück zu den Anfängen

Es wäre nicht der erste Ausflug des US-Amerikaners in die Welt des Triathlons. Armstrong hatte seine sportliche Laufbahn im Alter von 13 Jahren als Triathlet begonnen, ehe er vier Jahre später zum Radsport wechselte. Nach seinem Rücktritt 2005 bewies der erfolgreichste Radprofi aller Zeiten, dass er auch als Läufer nicht untalentiert ist: Ende 2006 finishte Armstrong seinen ersten Marathon in New York zunächst noch in durchschnittlichen 2:59:36 Stunden. Doch nur ein Jahr später verbesserte er an gleicher Stelle seine Bestzeit um fast 15 Minuten auf 2:46:43 Stunden.
Selbst die Auftaktdisziplin Schwimmen scheint dem 37-jährigen Armstrong keine Angst einzuflößen. Während andere Radprofis wie Udo Bölts, Ralf Aldag oder Kai Hundertmarck bei ihren Ironman-Ausflügen auf der 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke eher ums Überleben kämpften und im Feld der Altersklassenathleten nicht weiter auffielen, gibt sich sich Lance Armstrong  - als jugendlicher Triathlet gehörte er stets zu den besten Schwimmern im Feld - betont selbstsicher: "In den letzten drei Jahren bin ich mehr geschwommen als zuvor."

Motivation durch Angst

Mit Ende dreißig will Armstrong zum Triathlon zurückkehren. Dass es ihm dabei allerdings nicht nur ums bloße Ankommen geht, schiebt der Texaner, der auf seiner offiziellen Internetseite als größte Motivationsquelle die Angst vor dem Verlieren bezeichnet, gleich hinterher: „Ich will nicht nur einfach einen Ironman machen. Ich werde es nicht so angehen wie meine Marathons. Ich will so schnell sein, wie ich kann."
Armstrongs große sportliche Erfolge der Vergangenheit sind nicht unumstritten: Schon während seiner Zeit als Radprofi und auch nach seinem Rücktritt waren immer wieder Doping-Anschuldigungen gegen den Amerikaner laut geworden. Zuletzt sorgten 2005 die Analysen eingefrorener Blutproben aus dem Jahr 1999 für Diskussionen: In den Proben waren mit Hilfe neuer Nachweisverfahren Spuren von Epo nachgewiesen worden. Da B-Proben fehlten, hatte auch der Radsport-Weltverband (UCI) die Vorwürfe damals jedoch als haltlos zurückgewiesen.