Topfeld auf den Balearen Ironman 70.3 Mallorca: Alles Raelert, oder was?

Langstrecke | 9. Mai 2013
Nach den beiden Siegen 2011 und 2012 wollen die Raelert-Brüder ihren Titel auf Mallorca auch bei der dritten Auflage des Rennens verteidigen. Das Problem: die europäische 70.3-Saisoneröffnung war noch nie so stark besetzt wie in diesem Jahr. Doch der Hattrick ist möglich.
Wäre Triathlon eine Frage reiner Logik, wäre die wohl Antwort klar: Andreas Raelert gewinnt die dritte Auflage des Thomas Cook Ironman 70.3 Mallorca am Samstag. Warum? Weil bis jetzt bei jedem der Rennen in Alcudia ein Raelert vorn lag. 2011 ging Andreas, der ältere der beiden Raelert-Brothers, an den Start und siegte. Im vergangenen Jahr erhielt Michael das familieninterne Startrecht und setzte sich mit 13 Minuten Vorsprung gegen Michael Göhner durch. Nun hat im Familien-Startrechtduell wieder Andreas Raelert den Zuschlag für das Halbdistanzrennen auf der beliebten Trainingsinsel – und gewinnt?
Zumindest die Logik spricht am Samstag ab 8 Uhr in Alcudia für Andreas Raelert. Aber es sind eben nicht nur die 1,9 Kilometer Schwimmen in der Bucht von Alcudia, 90 Kilometer durch das mediterrane, wellige Radgelände im Nordosten Mallorcas  sowie 21,1 Kilometer Laufen auf und  abseits der Uferpromenade Alcudias. Es sind eben auch weitere knapp 60 Profiathleten am Start, die den dritten Familiensieg der Raelerts verhindern wollen. Ein Blick auf die vorläufige Starterliste genügt, um festzustellen: Dies ist das beste Feld, das bis dato beim Ironman 70.3 in Alcudia aufgeboten wurde. Es ist ein Weltklassefeld, das den europäischen Show-Opener der Ironman-Serie zum Frühsommer-Hit machen kann.

Raelert gefordert

Eine Reihe exzellenter Athleten ist am Start, herausragende Einzelkönner wie die besonders laufstarken Bart Aernouts (Belgien), der Brite Tom Lowe und Michael Göhner oder auch der weltschnellste Radfahrer auf der Ironman-Strecke, Andrew Starykowicz aus den USA. Dazu kommen ausgeglichene Recken wie die beiden Franzosen Stephane Poulat und der Mallorca-Zweite von 2011, Bertrand Billard. Damals, vor zwei Jahren sorgte unter anderem Billard auf der Radstrecke dafür, dass Andreas Raelert mächtig gefordert wurde. In diesem Jahr dürfte es zudem gleich beim Schwimmen ordentlich zur Sache gehen, auch, weil ein paar richtig gute Kurzdistanzler mit von der Partie sind, unter anderem der zweimalige Olympiastarter Marek Jaskolka aus Polen. Besonders großes Augenmerk liegt auf dem langjährigen Nationalmannschaftskumpel von Andreas Raelert: Daniel Unger. Es ist der erste Auftritt des 35-Jährigen auf der Ironman-Landkarte, als Kurzdistanz-Weltmeister von 2007 steht Unger per se im Fokus.

Mit Rückenwind zum Heimspiel

Eine gefühlte kleine WM hat der Spanier Eneko Llanos in diesem Frühjahr bereits für sich entschieden. Auch wenn der Ironman Melbourne eine verkürzte Schwimmstrecke hatte, so war es beeindruckend, wie der coole Baske im Marathon den dreifachen Kona-Sieger Craig Alexander (Australien) und Ironman-Europameister Marino Vanhoenacker abstellte. Llanos ist vielleicht eher ein Läufer für das gleichmäßigere Marathontempo als für ein zerstörerisches Halbmarathonduell mit Andreas Raelert. Aber bei seinem ersten Start in Alcudia zählt Llanos als spanischer Matador zu den Topfavoriten.

Fortsetzung der Familienserie?

In puncto Halbmarathonduell hat auch Andreas Raelert  bereits einen ersten großen Härtetest hinter sich. Drei Wochen zuvor hat er sich mit dem Kanadier Trevor Wurtele beim Ironman 70.3 New Orleans einen ordentlichen Showdown geliefert – und mit fünf Sekunden Vorsprung seinen ersten Saisonsieg gefeiert. „Ich freue mich sehr auf den Start in Alcudia“, sagte Andreas Raelert vor dem Start am Samstag, „Ich möchte den Titel gern in unserer Familie halten.“ Gemeinsam mit Bruder Michael ist der 36-Jährige nach einem Höhentrainingslager in Boulder direkt nach Mallorca geflogen, um unter mallorquinischer Sonne ein erstes europäisches Glanzlicht für die Raelert-Brothers in dieser Saison zu setzen. Michael Raelert drückt ihm fest dafür die Daumen – er schwimmt zunächst in einer Promi-Staffel für Raelert-Sponsor Thomas Cook und steht dann als Unterstützung an der Strecke. Im Vorjahr hatte Andreas Raelert den gleichen Part für seinen jüngeren Bruder übernommen – und es hatte ziemlich eindrucksvoll funktioniert.