Absage: Ein Umzug nach Frankfurt kommt für den Executive-Manager der WTC Europa, Stefan Petschnig, nicht in Frage.

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Stefan Petschnig
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Frankfurt statt Wörthersee Ironman krempelt Europa-Spitze um

Langstrecke | 17. September 2012
Zwei Jahren hielten Stefan Petschnig und Helge Lorenz die Fäden der World Triathlon Corporation in Europa in der Hand. Doch die sollen zukünftig nicht mehr am Wörthersee, sondern in der deutschen Ironman-Metropole Frankfurt zusammenlaufen. Die beiden Österreicher lehnten einen Umzug dorthin ab, Kai Walter übernimmt die Zügel. Rolf Aldag verlässt die WTC nach einem Jahr.
Vier Wochen vor dem Ironman Hawaii wirft die World Triathlon Corporation überraschend ihre erst vor zwei Jahren in Europa installierte Struktur über Bord. Und mit ihr gehen auch die Kapitäne vom Schiff. Executive Manager Stefan Petschnig und Managing Director Business Development Helge Lorenz verzichten auf das Angebot des WTC-Chefs Andrew Messick, die europäische Ironmanszene zukünftig von Hanau in der Nähe Frankfurts aus zu lenken. "Unser Lebensmittelpunkt ist in Klagenfurt, unsere Familien leben hier", sagt Petschnig. Nach Deutschland überzusiedeln, komme für beide nicht in Frage, winkt der frühere österreichische Leistungsschwimmer ab. Grundsätzlich könne er die Entscheidung für Frankfurt und gegen Kärnten aber verstehen. Es sei sinnvoll, dorthin zu gehen, wo viele internationale Großkonzerne und Medien sitzen, erklärte Petschnig der "Kleinen Zeitung" in Österreich. Genau damit hatte Messick den zum jetzigen Zeitpunkt überraschenden Schritt vom Wörthersee in die Bankenmetropole auch begründet. "Wir möchten in den kommenden Monaten weiter ins Zentrum der europäischen Wirtschaftswelt rücken, auch um noch besser auf die Anforderungen unserer Partner eingehen zu können", so der CEO der WTC in einer Pressemitteilung vom Sonntag.
Ihre bis 2015 laufenden Verträge mit dem Ironmanriesen wollen Petschnig und Lorenz erfüllen. Nur das Aufgabenfeld wird kleiner. Denn die triangle-Gründer und Väter des Ironman Kärnten konzentrieren sich ab 2013 wieder auf das Rennen am Wörthersee und die beiden Ironman-70.3-Events in St. Pölten und Zell am See. "Wir verabschieden uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge von unseren Europa-Funktionen", gesteht Petschnig. "Nun bleibt uns wieder mehr Zeit für die Rennen, die wir vor vielen Jahren selbst aufgebaut haben."

Herr Walter, übernehmen Sie!

Chef der neuen Europa-Zentrale soll nun Kai Walter werden. Der Renndirektor der deutschen Ironmanrennen übernimmt von seinem Büro in Hanau aus zukünftig die Aufgaben des Duos aus Österreich, das zuletzt unter anderem ein internationales Agegrouper-Ranking installiert und die in Deutschland vom Spartenkanal Sport1 ausgestrahlten Ironman-TV-Shows auf die Beine gestellt hat. Er freue sich darauf, noch mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen, sagt Walter, und hebt ebenfalls den Standortvorteil Frankfurts hervor. "Hier können wir mit unseren Teams in Europa und Südafrika die Vielzahl der anstehenden Aufgaben bestens bewältigen." Zwei davon hat Walter direkt vor der Brust: Der Ironman in Regensburg steht nach wie vor auf Kippe. Und im belgischen Antwerpen ist die Trennung von der WTC offenbar bereits beschlossene Sache. Wie die "Gazet van Antwerpen" berichtet, wollen die Organisatoren des Ironman 70.3 das Rennen ab 2013 in die eigenen Hände nehmen. Eine offizielle Bestätigung der WTC gibt es dazu allerdings noch nicht.

Für Aldag geht die Familie vor

Im Gegensatz zur Meldung um eine andere prominente Personalie. Denn der von Messick vor knapp einem Jahr persönlich ins Team geholte Ex-Radprofi Rolf Aldag verlässt die World Triathlon Corporation. Der 44-Jährige war erst kurz vor dem Ironman Hawaii 2011 als Managing Director Germany vorgestellt worden. "Ich will mein Familienleben nicht weiter durch die Dauerabwesenheit belasten", begründet Aldag seinen Rückzug nur ein Jahr später. Die 300 Kilometer zwischen Hanau und seiner Heimat Ahlen seien einfach zu viel, er wolle sich wieder stärker im Radsport einbringen.