Briten trumpfen auf Ironman Texas: Joyce und Amey vorn, Sundberg Fünfter

Langstrecke | 19. Mai 2013
Der Brite Paul Amey hat in Texas den ersten Ironmansieg seiner Karriere eingefahren. Der fast 40-jährige Oldie düpierte dabei unter anderem Topfavorit James Cunnama sowie die Deutschen Swen Sundberg und Jan Raphael. Fast alleine und ohne echte Gegenwehr meisterte Ameys Landsfrau Rachel Joyce die 226 Kilometer durch den Lone Star State in neuem Streckenrekord.
Dafür, dass Paul Amey gerade seinen ersten Ironman gewonnen hatte, ging er auf der Zielgerade in "The Woodlands" sehr sparsam mit dem Jubeln um. Ohne große Emotion reckte der beinahe 40-jährige Triathlon-Oldie das Zielband über den Kopf. Das lag entweder an der texanischen Sonne, die im zuvor achteinhalb Stunden zugesetzt hatte oder schlicht und einfach daran, dass der Brite seinen Triumph lieber still genießen wollte.

Hecht-Taktik wieder erfolglos

Nach dem Schwimmen im Woodlands Lake hatte zunächst nicht viel darauf hingedeutet, dass Amey, der in Texas erst den sechsten Ironman seiner Karriere bestritt, mit dem Sieg etwas zu tun haben könnte. Die Spitzengruppe um Joe Umphenour (USA), den Neuseeländer Bryan Rhodes und Balasz Csoke brachte die 3,8 Kilometer in 49 Minuten und damit mehr als fünf schneller als der frühere Duathlonweltmeister hinter sich. Der sprach danach vom "wahrscheinlich schlechtesten Schwimmen seinen Karriere". Und auch auf dem Rad konzentrierte sich die Aufmerksamkeit lange Zeit auf andere. Zum Beispiel den Schweizer  Mathias Hecht. Der riskierte wie im vergangenen Jahr viel und brachte im Alleingang zwischenzeitlich sechs Minuten zwischen sich und seine Verfolger. Zu denen gehörten auch die beiden Deutschen Swen Sundberg und Jan Raphael sowie James Cunnama aus Südafrika. 20 Kilometer vor dem zweiten Wechsel ging Hecht bei sengender Hitze die Puste aus. Bis auf zweieinhalb Minuten schob sich Cunnama heran und auch der Rest des dicht gedrängten Felds war nach den drei kraftraubenden Runden um den Woodlands Lake keine fünf Minuten mehr zurück.
Rachel Joyce beim Ironman Texas 2013
©FinisherPix.com

Amey wird immer schneller

Als Cunnama schon nach wenigen Kilometern an Hecht vorbeiging, schien der Sieger für einige Beobachter schon festzustehen. Doch auch der Sieger der Challenge Roth 2012 kam noch ins Straucheln - oder besser: Paul Amey brachte ihn dazu. Bei Laufkilometer zehn ging der Brite, der sich mit der schnellsten Radzeit des Tages in die Spitzengruppe geschoben hatte, zum ersten Mal mal in Führung. Weil er beim Marathon als einziger Profi unter der 3-Stunden-Marke geriet die auch bis ins Ziel nicht mehr in Gefahr. An die Zeiten seiner Vorgänger, Jordan Rapp (USA) und Eneko Llanos (ESP) kam er zwar nicht heran - das war ihm nach dem Rennen aber egal. "Ich hasse Rennen, bei denen man schon vorher als Sieger feststeht", sagte er im Ziel. Eine Erklärung für den am Ende doch noch knappen Sieg hatte er auch schon: "Die Hitze und die Bedingungen haben mir heute in die Karten gespielt - und im Gegensatz zu den meisten anderen bin ich im Rennverlauf immer besser geworden." Cunnama drehte auf den letzten Kilometern noch einmal richtig auf und schob sich so noch an Ian Mikelson und dem Vorjahreszweiten Justin Daerr (beide USA) vorbei.
Rachel Joyce beim Ironman Texas 2013
©FinisherPix.com
Im Abstand von nur fünf Minuten sicherten sich Sundberg und Raphael die Plätze fünf und sechs. Raphael, der angekündigt hatte, das Rennen gewinnen zu wollen, erwischte nicht seinen besten Tag. "Das war das härteste Rennen, das ich je gemacht habe", so Raphael auf seiner Facebookseite. "Ich hatte mir mehr erhofft, aber es gibt Tage, da wollen die Beine einfach nicht schneller. Für Sundberg ist der fünfte Platz der größte Erfolg seit seinem zweiten Platz beim Ironman Switzerland vor drei Jahren.
Ironman Texas | Männer
18. Mai 2013, The Woodlands/Texas (USA)
NameNationGesamt3,8 km Swim180 km Bike42,195 km Run
1Paul AmeyGBR8:25:060:54:544:29:072:56:18
2James CunnamaRSA8:27:350:50:174:32:553:00:25
3Ian MikelsonUSA8:30:060:51:554:32:013:01:59
4Justin DaerrUSA8:30:350:54:354:29:303:02:04
5Swen SundbergGER8:37:300:54:124:29:563:08:22
6Jan RaphaelGER8:42:340:50:174:33:343:13:25
7Balasz CsokeHUN8:44:010:49:214:38:543:10:45
8AJ BauccoUSA8:53:370:54:414:37:343:16:22
9James ChessonUSA8:53:441:00:404:41:373:06:29
10Mike SchifferleSUI8:56:061:04:224:33:373:10:37

Joyce auf der Jagd

Zwei Rennen in einem erlebten die Zuschauer bei den Frauen. Das eine bestritt Rachel Joyce, das andere ihre 15 vollkommen überforderten Gegnerinnen. Amy Marsh leistete der Challenge-Roth-Siegerin von 2012 im Wasser und auf den beiden ersten Radrunden noch Gesellschaft - eine Gefahr war aber auch die Dritte des Vorjahres nie. Knapp sieben Minuten vor Marsh stieg Joyce in ihre Laufschuhe und konzentrierte sich fortan nur noch darauf, möglichst viele ihrer männlichen Profikollegen zu ärgern. Von denen liefen nur vier schneller als sie, sodass sich die "Kronprinzessin" von Chrissie Wellington in der Streckenrekordzeit von 8:49:14 Stunden hinter dem Ungarn Balasz Csoke als Gesamtachte in die Ergebnisliste eintragen ließ. Bemerkenswert: Sowohl Premierensiegerin Catriona Morisson (SCO) als auch Mary-Beth Ellis (USA), die Siegerin von 2012, waren bei ihren Titeln in Texas unter der 9-Stunden-Grenzen geblieben. Amy Marsh brach auf der Laufstrecke ein und musste die Podiumsplätze ihren Profikollegen Jennie Hansen und Kimberly Schwabenbauer überlassen.
Ironman Texas | Frauen
18. Mai 2013, The Woodlands/Texas (USA)
NameNationGesamt3,8 km Swim180 km Bike42,195 km Run
1Rachel JoyceGBR8:49:140:54:024:42:293:07:27
2Jennie HansenUSA9:25:351:07:225:01:063:10:51
3Kimberly SchwabenbauerUSA9:33:011:04:165:03:423:19:15
4Ashley CliffordUSA9:36:510:54:325:26:363:10:39
5Christine AndersonUSA9:44:510:57:275:09:193:32:51