Jan Raphael: "Gut möglich, dass ich volles Risiko gehe"

2006 bestritt Jan Raphael beim Ironman Florida seine erste Langdistanz – und gewann. Am Samstag kehrt der 32-Jährige als Topfavorit nach Panama City Beach zurück und könnte seine Saison mit dem zweiten Sieg krönen. Im Interview mit tri-mag.de erinnert sich der Hannoveraner an seine Premiere, spricht über die Auswirkungen von Sturm „Sandy“ auf sein Training und verrät, welche Konkurrenten er besonders im Auge behalten will.

Von > | 2. November 2012 | Aus: SZENE

Jan Raphael | Portät Jan Raphael

Portät Jan Raphael

Foto >Silke Insel / spomedis

Jan Raphael, am Samstag starten sie bereits zum zweiten Mal beim Ironman Florida. Warum?

Ich habe meine Ironman-Karriere 2006 hier begonnen und wollte seitdem unbedingt mal wieder zurückkehren. Nach der Anfrage des Veranstalters musste ich dann gar nicht lange überlegen – Florida gefällt mir einfach.

Sie haben sich gezielt in den USA auf das Rennen vorbereitet. Sind sie mit Ihren Trainingsergebnissen zufrieden?

Ja, die letzten fünf Wochen in Clermont in der Nähe von Orlando in Florida verliefen völlig nach Plan. Durch eine perfekte Trainingsgruppe – eine Mischung aus Kurz- und Langdistanzathleten – habe ich nochmal einige neue Reize gesetzt und fühle mich jetzt in Topform.

Sturm „Sandy“ hat gerade im Osten der USA schwere Schäden verursacht. Hatte die Naturkatastrophe Auswirkungen auf Ihr Training?

Wir sind zum Glück weitestgehend verschont geblieben und haben nur einige Ausläufer zu spüren bekommen. Es war in den letzten Tagen zwar sehr windig, aber verglichen mit der Nord-Ostküste eher friedlich. Wenn man die sich Ausmaße von "Sandy" anschaut, ist das schon sehr erschreckend und es stimmt mich ziemlich traurig. In so einem Moment wird mir doch immer wieder deutlich, dass Triathlon nur eine "sehr schöne Nebensache" ist.

2006 haben Sie das Rennen auf Anhieb gewonnen. Welche Erinnerungen haben Sie an damals und wie soll es mit dem zweiten Sieg klappen?

Die Erinnerungen an 2006 sind natürlich noch präsent und auch ein Grund dafür, dass ich nach Panama City Beach zurückkehre. Damals habe ich mir als Rookie kaum Gedanken über Taktik oder andere Dinge gemacht – genau so möchte ich das Rennen in diesem Jahr auch wieder gestalten. Ich werde nicht auf die Anderen schauen, sondern voll auf meine Stärken vertrauen. Ich denke, bei meinem Sieg in Schweden habe ich endgültig bewiesen, dass ich in allen drei Disziplinen konkurrenzfähig bin.

"Es ist  gut möglich, dass ich endlich mal wieder volles Risiko gehe!"

Wer kann Ihnen am Samstag besonders gefährlich werden?

Es sind einige gute Athleten am Start, aber besonders auf der Rechnung habe ich Roth-Sieger James Cunnama. Er ist ein ausgeglichener Athlet mit absoluter Laufstärke. Ich hätte allerdings nichts dagegen, es auf ein Laufduell ankommen zu lassen – das wäre auf jeden Fall eine Riesenherausforderung! (Laut einem twitter-Eintrag von gestern verzichet der Südafrikaner krankheitsbedingt auf den Start in Florida und will sich auf den Ironman Cozumel konzentrieren, Anm. d. Redaktion) Es sind aber noch weitere Ironmansieger am Start, von daher wird es sicher ein ganz interessanter Tag. Insgesamt muss ich sehen, wie sich meine Beine anfühlen und dann entscheiden, wie offensiv ich das Rennen gestalte. Es ist aber gut möglich, dass ich endlich mal wieder volles Risiko gehe!