Jodie Swallow und James Cunnama im Doppel-Interview

Vor wenigen Tagen haben sich die gebürtige Britin Jodie Swallow und der Südafrikaner James Cunnama verlobt, jetzt will das Paar zum ersten Mal gemeinsam ein Ironman-Rennen gewinnen. Das Doppelinterview über das Rennen am Sonntag, das gemeinsame Training und Über-Athlet Jan Frodeno.

Von > | 8. April 2016 | Aus: SZENE

Jodie Swallow und James Cunnama | Stehen sie am Sonntag auch so auf dem Treppchen? Jodie Swallow und James Cunnama.

Stehen sie am Sonntag auch so auf dem Treppchen? Jodie Swallow und James Cunnama.

Foto >Brad Taberer

Jodie Swallow und James Cunnama, herzlichen Glückwunsch zur Verlobung! Ist das nochmals zusätzliche Motivation neben der Tatsache, dass Sie beide vor heimischer Kulisse antreten?

Swallow: Vielen Dank! Ja, natürlich ist das nochmals zusätzliche Motivation. Wir befinden uns momentan beide sportlich und privat in einer sehr guten Phase, was uns beide sehr motiviert.

Das heißt, das Ziel für den Ironman Südafrika ist ganz klar das Cunnama-Swallow-Double?

Cunnama: Mit Sicherheit! Zweimal haben wir das schon geschafft. Einmal beim Triathlon Alp d’Huez, noch bevor wir ein Paar waren, und dann 2014 beim Ironman 70.3 Südafrika, aber eben noch nicht beim Ironman. Das Ziel besteht also weiterhin.

Die meisten Paare trainieren lieber nicht zusammen, da sie meinen, dass es eine zusätzliche Belastung für die Beziehung wäre. Sie trainieren viel zusammen, leben zusammen und James, Sie sind auch noch Jodies Trainer. Was ist Ihr Geheimnis?

Cunnama: Wir sind an erster Stelle beste Freunde und dann ein Paar. Das hilft schon mal sehr. Dazu kommt, dass wir beide ähnliche Ziele haben und von daher nachvollziehen können, wenn einer müde, gereizt oder einfach überlastet ist.

Da muss es dann aber feste Regeln geben, oder?

Swallow: Definitiv! Wir haben beide gelernt, es nicht persönlich zu nehmen, wenn der andere doch mal über die Stränge schlägt. Und wir arbeiten Diskussionen im Nachhinein nicht weiter auf. Sonst könnte eine Beziehung bei der Belastung wahrscheinlich nicht bestehen.

Da Jodie mittlerweile von den Südafrikanern adoptiert worden ist, treten Sie beide hier vor heimischem Publikum an. Ist das Druck oder Motivation?

Swallow: Mir ist das egal. Ich gehe immer nur für mich an den Start und will mein Bestes geben.

Cunnama: Für mich ist es Druck. Ich habe die Favoritenrolle nicht gern und kann mit dem Druck, in der Heimat besondere Leistung bringen zu müssen, nicht so gut umgehen. Von daher ist es schön, dass mit Kyle Buckingham und Matt Trautman die südafrikanische Favoritenrolle ein bisschen aufgeteilt wird.

James, Sie schienen im Vorfeld etwas verärgert zu sein, dass sie erst nach der Absage von Jan Frodeno zum Rennfavoriten erklärt worden sind.

Cunnama: Ja, natürlich. Wir gehen hier alle an den Start, um zu gewinnen, und natürlich ist es eine Herausforderung, gegen Jan Frodeno anzutreten. Aber wenn ich ihn dann in einem Rennen schlagen könnte, wäre das umso mehr wert. Von daher wäre es mir lieber, wenn er am Start wäre.

Viele halten Jan Frodeno momentan für unschlagbar. Ist er aktuell ein „Über-Athlet“?

Swallow: Jan ist definitiv ein „Über-Athlet“. Was Jan leistet, ist unglaublich und inspirierend, aber er ist auch ein Mensch und von daher sicherlich nicht unschlagbar. Aber Jan im Training und in Rennen zu sehen ist eine echte Inspiration.

Cunnama: Jan ist ein absoluter Profi in allen Bereichen und ein unglaublicher Athlet. Er gibt im Training und in Rennen immer alles, aber er ist damit auch immer am Limit und irgendwann läuft er da Gefahr, dass der Körper das nicht mehr mitmacht. Zweifelsohne ist es aber, wie meine Verlobte es sagt: Jan ist der Athlet, an dem man sich momentan messen muss.

James, Triathlon und die Triathlonmedien können recht schnelllebig sein. Die letzten 18 Monate sind nicht ideal gelaufen, aber es ist nicht das erste Mal, dass Sie totgesagt wurden und dann gezeigt haben, dass mit Ihnen immer zu rechnen ist. Spielt da der Gedanke „jetzt zeige ich es nochmal allen“ eine Rolle, wenn Sie an den Start gehen?

Cunnama: Ja, das ist nicht das erste Mal. So etwas stört mich schon und der Gedanke „jetzt zeige ich es nochmal allen“ spielt dann schon eine Rolle. Es ist mir nicht mehr so wichtig wie früher, was andere denken, aber ganz ausblenden kann ich das nicht.

Swallow: Mir ist so etwas egal!

Wenn wir davon ausgehen, dass es am Sonntag heißt: „Die Ironman African Champions sind Jodie Swallow und James Cunnama" - welche Athleten finden wir auf Platz 2 und 3?

Cunnama: Das ist ganz schwer zu sagen. Das Feld hier ist zu dicht und da fällt mir eine Prognose ganz schwer. Ich halte mich da zurück.

Swallow: Ohne Frage Annabel Luxford und Susie Cheetham. Die beiden sehe ich auf dem Podium.