Kienle kontra Böcherer: Duell auf Reifenhöhe?

Die Chancen, dass die Siegesserie der Deutschen auch bei der Kraichgau-Premiere unter Ironmanflagge hält, stehen gut. Doch wer beschert den Fans im Land der tausend Hügel den siebten Sieg? Vieles, vielleicht sogar alles, spricht für ein Duell zwischen Ironmanweltmeister Sebastian Kienle und dem bärenstarken Rückkehrer Andreas Böcherer. Doch ihre Gegner werden lauern und zupacken, sollten die Topfavoriten eine Schwäche zeigen.

Von > | 5. Juni 2015 | Aus: SZENE

Cannes International Triathlon - Radfahren 04 | Cannes International Triathlon 2015 - Radfahren

Cannes International Triathlon 2015 - Radfahren

Foto >José Luis Hourcade

Es dürfte Andreas Böcherer runtergehen wie Öl, dass er derzeit sogar als Medaillenkandidat für die Ironman 70.3 World Championships in Zell am See gehandelt wird. Gut ein Jahr nach seinem Unfall in der Karibik, nach quälenden Monaten voller Selbstzweifel und Wochen, in denen er sich wahrscheinlich selbst nicht immer sicher war, ob er jemals in den Profitriathlon zurückkehren würde. Doch der Freiburger ist wieder da. Im Jahr der ersten Ironman-70.3-WM in Europa packt der 32-Jährige die Form aus, mit der er 2011 in Wiesbaden den EM-Titel eroberte und auch danach nicht nur die Fans in Deutschland begeisterte. Böcherer is back. Das hat ganz sicher auch Sebastian Kienle mitbekommen. Läuft am Sonntag alles normal, könnte es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen. Aber was ist im Triathlon schon normal?

Andreas Böcherer | Mit zwei Siegen aus zwei Rennen hat sich Andreas Böcherer nach langer Pause im Profitriathlon zurückgemeldet.

Mit zwei Siegen aus zwei Rennen hat sich Andreas Böcherer nach langer Pause im Profitriathlon zurückgemeldet.

Foto >Charlie Crowhurst / Getty Images for Ironman

Böcherer heiß, Kienle auch

Fakt ist: Böcherer wird Kienle auf den knapp zwei Kilometern im Hardtsee Zeit abnehmen. Zwei, vielleicht sogar drei Minuten. Doch Kienle ist vor allem läuferisch in starker Verfassung. Das bestätigte Trainer Lubos Bilek gegenüber tri-mag.de. Um überhaupt in Schlagdistanz zu Böcherer zu kommen, bedarf es am Sonntag allerdings auch einer außergewöhnlich guten Leistung in seiner Paradedisziplin, dem Radfahren. Denn Herausforderer Böcherer ist ebenfalls in glänzender Form und wird versuchen, seinen Vorsprung auf dem reizvollen, aber auch nicht ganz leichten Radkurs im "Land der tausend Hügel" so lange wie möglich konstant zu halten. In Aix en Provence und St. Pölten setzte er die Bestmarken beim Radfahren - und hatte danach noch genügend Körner, um die Rennen nach Hause zu laufen. Dass er Kienle bezwingen kann, hat Böcherer schon einmal bewiesen: Beim Citytriathlon Heilbronn 2011 schlug er den späteren Ironmanweltmeister über eine etwas verkürzte Mitteldistanz deutlich. Insgesamt führt Kienle nach drei Duellen in Heilbronn allerdings mit 2:1. Unentschieden steht es nach EM-Titeln - jedenfalls auf der Ironman-70.3-Distanz. Bei Kienles Sieg vor sechs Jahren wurde Böcherer Vierter. Als der dann zwei Jahre später selbst Europameister wurde, gab Kienle das Rennen nach mehreren Radstürzen auf. Am Sonntag geht es zwar nicht um EM-Gold, aber zumindest darum, wer aktuell der beste deutsche Mitteldistanztriathlet ist. Kienle? Böcherer? Oder vielleicht doch ein ganz anderer? Zumindest Hoffnungen auf einen DM-Podiumsplatz können sich Viernheim-Sieger Patrick Lange, der Koblenzer Michael Rünz, Johannes Moldan, Fabian Rahn und Markus Thomschke machen.

Die Chancen der Anderen

Vor der beinahe aussichtslosen Mammutaufgabe, die deutsche Siegesserie im Kraichgau zu unterbrechen, stehen neben dem Spanier Miquel Blanchart Tinto und Anthony Costes aus Frankreich - zuletzt Dritter bei der Challenge Salou - vor allem die beiden laufstarken Briten Fraser Cartmell und David McNamee.

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