Kienle und Frodeno kreuzen die Klingen

Ironman-70.3-Weltmeister Sebastian Kienle steigt am Wochenende in Kalifornien in seine Wettkampfsaison ein. Beim Ironman 70.3 Oceanside trifft er unter anderem auf Olympiasieger Jan Frodeno, den starken US-Amerikaner Andy Potts und den Ironmanweltmeister von 2012, Pete Jacobs aus Australien. Bei den Frauen geht Heather Jackson (USA) als Favoritin an den Start.

Von > | 27. März 2014 | Aus: SZENE

Sebastian Kienle auf der Ironman-Radstrecke | Sebastian Kienle wird beim Ironman Hawaii 2013 Dritter.

Sebastian Kienle wird beim Ironman Hawaii 2013 Dritter.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Zweimal gab es das Duell des doppelten 70.3-Weltmeisters gegen den Triathlon-Olympiasieger von 2008 bisher. Zuletzt bei den Ironman-70.3-Weltmeisterschaften im vergangenen September in Nevada - davor im August in Wiesbaden, bei den Europameisterschaften. Einmal, nämlich bei seinem 70.3-Debüt in der hessischen Landeshauptstadt, hatte Jan Frodeno das bessere Ende für sich. Trotz eines missglückten zweiten Wechsels wurde der 32-Jährige Zweiter, Kienle landete auf dem sechsten Rang. Zwei Monate später drehte der Badener den Spieß um und holte sich vor den Toren von Las Vegas seinen zweiten 70.3-WM-Titel - während Frodeno verletzungsbedingt beim Laufen aufgab. Nun treffen die beiden in Kalifornien zum dritten Mal aufeinander. Für die richtige Würze in diesem hochklassig besetzten Rennen dürften neben den beiden Deutschen aber auch noch mindestens eine Handvoll weiterer Topathleten sorgen.

Top-Trio gegen Starykowicz & Co

Frodeno reist mit breiter Brust und schon einem wichtigen Saisonsieg in der Tasche in die USA. Im Januar dominierte er den Ironman 70.3 Auckland und sammelte mit dem Sieg die ersten wertvollen Punkte auf dem Weg zu seiner Kona-Premiere im Oktober. Kienles letztes Rennen, die Hitzeschlacht auf Big Island, liegt dagegen mehr als fünf Monate zurück. Für ihn wird es in Kalifornien vor allem darum gehen, möglichst zügig vom Trainings- in den Wettkampfmodus umzuschalten. In San Diego holt sich Kienle dafür noch den letzten Feinschliff. Den könnte er brauchen, denn am Sonntag warten neben Frodeno weitere Hochkaräter. Allen voran Andy Potts, der 70.3-Weltmeister von 2007 und Vierte der letzten WM. Der US-Amerikaner gilt als absoluter Spezialist auf dieser Distanz, wenngleich er sich in den vergangenen Jahren auch auf der Langdistanz in die Weltspitze geschoben hat. Zwei Minuten knöpfte Potts dem späteren Weltmeister Kienle im September auf den 1,9 Schwimmkilometern im Lake Las Vegas ab. Eine ähnliche Ausgangsposition würde den Deutschen, für den diese Konstellation zwar nicht perfekt, aber auch nicht neu wäre, am Sonntag schon etwas unter Zugzwang bringen. Zudem wirft Potts mit insgesamt fünf Siegen - zuletzt drei in Folge - so viel Erfahrung in die Waagschale wie keiner seiner Konkurrenten. Verteilt sind die Podestplätze trotz der großen Qualitäten von Kienle, Potts und Frodeno aber noch lange nicht. Andrew Starykowicz (USA), seine Landsleute Matt Reed und Jordan Rapp, der Ironmanweltmeister von 2012, Pete Jacobs (AUS), dessen Landsmann Joe Gambles, der Brite Will Clarke und Brent McMahon aus Kanada werden am Sonntag sicher keine Sekunde freiwillig herschenken. Auch Maik Twelsiek, der seit vielen Jahren in den USA lebt und trainiert, hat für den Ironman 70.3 Oceanside gemeldet.

Jackson, die Gejagte

Attraktiv, aber etwas weniger spektakulär besetzt, ist das Rennen der Profifrauen. Hier trifft die Ironman-70.3-Vizeweltmeisterin und Vorjahressiegerin Heather Jackson (USA) auf ihre kanadische Namensvetterin Heather Wurtele, die 2013 an gleicher Stelle Zweite wurde. Dazu kämpfen die US-Amerikanerinnen Meredith Kessler, Kelly Williamson und Caitlin Snow, die beiden früheren Xterra-Weltmeisterinnen Melanie McQuaid (CAN) und Julie Dibens (GBR) sowie die Belgierin Sophie de Groote um gute Platzierungen und Punkte im Kona Pro Ranking.