Klasse(n)treffen mit Kienle, Böcherer und Co.

Seit der Premiere des CityTriathlon Heilbronn vor drei Jahren locken die Veranstalter die deutschen Triathlon-Topstars in die Weinstadt am Neckar. Auch am 23. Juni wird es wieder hoch hergehen, wenn eins der hochkarätigsten Profistartfelder - darunter der amtierende Ironman-70.3-Weltmeister Sebastian Kienle - auf dem hügeligen Kurs Fahrt aufnimmt.

von | 7. Januar 2013 | Aus: Szene

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City Triathlon Heilbronn

Foto > Sina Horsthemke / spomedis

Es ist Ehrensache, dass Vorjahressieger Sebastian Kienle bereit steht, um seinen Titel zu verteidigen. Nach dem letzten Auftritt in Heilbronn trat er die Heimreise ins Badische in einem geräumigen Kombi an, den er als Siegprämie abgeräumt hatte. Ehrensache ist aber auch, dass ihm der dritte Titel nach 2010 und 2012 nicht geschenkt wird. In Heilbronn setzt man alles daran, dem amtierenden Ironman-70.3-Weltmeister mit bärenstarker Konkurrenz einen schweren Arbeitstag zu bescheren.

Böcherer, Ospaly, Schildknecht: Wer kontert Kienle aus?

Andreas Böcherer weiß schon, wie sich ein Sieg auf dem Marktplatz in der historischen Heilbronner Innenstadt anfühlt. 2011 konnte er Kienle ausstechen. Und trotz der Niederlage im Vorjahr kommt er in diesem Sommer sicher nicht, um wieder Zweiter zu werden. Kienle und Böcherer werden vom erfahrenen Tschechen Lubos Bilek trainiert. Der schickt mit Landsmann Filip Ospaly gleich noch einen dritten seiner Schützlinge in die Triathlon-Arena am Zabergäu. Ospaly legte 2012 eine beeindruckende Siegesserie über die halbe Ironman-Distanz hin, gewann ein Rennen nach dem anderen, bis ihm zum Saisonende etwas die Puste ausging. Auch Jan Raphael steht am 23. Juni an der Startlinie. Für ihn ist es der erste Besuch beim Triathlon in Heilbronn. Zweifellos wird das kleine Kraftpaket aus Hannover von seiner Kurzdistanz-Vergangenheit profitieren. Wenn er es dann noch schafft seine Erfahrung von den Ironman-Siegen in Florida und Schweden einzubringen, könnte er für Kienle und die Anderen eine harte Nuss werden. Eine ähnliche Rolle dürfte Ironman-Jungprofi Jan van Berkel spielen wollen. Der versuchte sich zuerst im Schweizer dann im niederländischen Nationaltrikot auf der Kurzdistanz, wollte zu Olympia und entschloss sich dann doch zum Wechsel auf die Langdistanz. Der glückte ihm mit dem zweiten Platz beim Ironman Switzerland - dem Heimrennen von Ronnie Schildknecht, der bei seiner Heilbronn-Premiere 2012 Dritter wurde. Und dann ist da noch Faris Al-Sultan. Der Kapitän des Abu Dhabi Triathlon Teams will ein weiteres Jahr die jungen Wilden ärgern. Und das Rennformat dürfte dem Münchner liegen: schnelles Schwimmen (2 Kilometer), anspruchsvolles Radfahren (70 Kilometer), hartes Laufen (15 Kilometer). Egal wer am Ende die Nase vorn hat, eins steht schon knapp sechs Monate vor dem Startschuss fest: es wird spannend bis auf die Zielgerade.

Wutti gegen deutsches Damen-Trio

Sie ist jung und sie ist schnell - besonders auf dem Rad. Die Österreicherin Eva Wutti startet seit 2012 im Trikot des Team Erdinger Alkoholfrei. Zum Einstand bedankte sie sich sich bei ihren deutschen Unterstützern prompt mit dem Sieg in Heilbronn. Leidtragende war damals Team-Kollegin Daniela Sämmler, die knapp geschlagen auf dem zweiten Platz ins Ziel kam. Auch dieses Kräftemessen wiederholt sich im Triathlonsommer 2013. Gesellschaft bekommt das Duo dieses Mal von Julia Gajer. Sie ist ebenfalls im Dress der bayerischen Weißbierbrauerei unterwegs und wird spätestens beim Laufen alles in die Waagschale werfen. Ihre Premiere auf einer längeren Wettkampfdistanz feiert Svenja Bazlen. Die 30-Jährige  sucht nach der Olympiateilnahme in London neue Herausforderungen und wagt dafür den Schritt zu windschattenfreien Triathlonwettkämpfen. Wie Wutti dürfte auch ihr der Radkurs besonders liegen.