Kraftprobe: Frodeno gegen Bozzone und Alexander

Die Startliste mutet fast nach einem Nationenduell zwischen Australien und Neuseeland an - wenn da nicht auch Jan Frodeno wäre. Der Deutsche startet am Wochenende in Auckland in die 70.3-Saison. Auch Titelverteidigerin Annabel Luxford bekommt es mit starker Konkurrenz zu tun.

Von > | 16. Januar 2014 | Aus: SZENE

Terenzo Bozzone | Mit dem zweiten Platz bei der 70.3-WM krönte Terenzo Bozzone im September 2013 in Las Vergas seine starke Comeback-Saison.

Mit dem zweiten Platz bei der 70.3-WM krönte Terenzo Bozzone im September 2013 in Las Vergas seine starke Comeback-Saison.

Foto >Silke Insel / spomedis

Für die europäischen Triathleten ist gerade "Saure-Gurken-Zeit", wie es Olympiasieger Jan Frodeno im Interview mit tri-mag.de formuliert. In Neuseeland aber geht es schon Mitte Januar zum ersten Mal im Kalenderjahr 2014 um eine große Punktwertung: Beim Ironman 70.3 Auckland, der Asia-Pacific-Championship, gibt es am Samstagabend (Start 18:15 Uhr MEZ) bis zu 1.500 Punkte für das Kona Pro Ranking 2014 zu holen - die höchstmögliche Wertung in einem 70.3-Rennen abseits des Weltmeisterschafts-Wettkampfes.

Hügelige Rad-, schnelle Laufstrecke

Angemessen prominent präsentiert sich auch das Startfeld für den Saisonstart in Neuseeland: Während es für den dreimaligen Ironman-Weltmeister Craig Alexander wohl allein um den Sieg geht, dürften es Vorjahressieger Christian Kemp, Courtney Atkinson, Tim Reed, David Dellow, James Seear, Tim van Berkel und Richie Cunningham (alle AUS) vor allem auf die Qualifikationspunkte für die WTC-Rankings abgesehen haben. Dabei bekommen sie es mit Jan Frodeno zu tun, der als einer der ersten deutschen Langdistanz-Profis schon Ende Oktober wieder ins Training eingestiegen ist und in Auckland seinen aktuellen Trainingsstand überprüfen will. "Das lässt sich immer am leichtesten im Kräftemessen mit den Besten", sagt Frodeno - und freut sich, dass neben den zahlreichen Australiern in Terenzo Bozzone, Bevan Docherty, Cameron Brown (alle NZL), Paul Amey (GBR) und Andrew Yoder (USA) auch noch einige weitere Topathleten zugesagt haben.

Gedanken, was auf der Strecke passieren könne, habe er sich trotzdem nicht gemacht, erklärt Frodeno im Interview: "Ich habe mich in letzter Zeit mehr mit mir selbst beschäftigt", sagt der 32-Jährige. Ein Härtetest wird das Rennen aber auch schon aufgrund der Strecke. "Der Radkurs geht bis zu der Unterkunft, in der wir vergangenes beim WM-Rennen in Auckland mit der DTU untergekommen sind. Die Hafenbrücke ist da dann der heftigste Teil", sagt Frodeno. "Die ist zwar nur 900 Meter lang, aber ordentlich steil." Auch danach führe der Radkurs weiter über anspruchsvolles, welliges Terrain, bevor beim Laufen eine "flache, aber vor allem zu Beginn auch etwas eckige Strecke" entlang der Promenade auf die Athleten warte.

Knifflige Titelverteidigung für Luxford

Auch das Profirennen der Frauen ist hochkarätig besetzt. Als Favoritin geht in Auckland auch 2014 Annabel Luxford ins Rennen, die den Wettkampf vor einem Jahr mit einem deutlichen Vorsprung vor Caroline Steffen gewinnen konnte. Die Schweizerin wird in diesem Jahr zwar nicht in Neuseeland an den Start gehen, dafür fordern unter anderem Samantha Warriner, Joanna Lawn (beide NZL), Rebecca Hoschke, Michelle Wu (beide AUS) und Catriona Morrison (GBR) die Australierin Luxford heraus. Auch die langjährige Kurzdistanz-Athletin Kiyomi Niwata (JPN) wird mit 43 Jahren ihren zweiten Abstecher auf die Mitteldistanz nach dem Ironman 70.3 Sunshine Coast wagen: Beim Rennen in Australien wurde die Japanerin im September mit schnellster Laufzeit knapp hinter Gina Crawford (NZL) Zweite.