Solosieg auf Lanzarote Kristin Möller: Mit Rückenwind zum Ironman nach Frankfurt

Langstrecke | 18. Mai 2013
Der dritte war ganz sicher der wichtigste Ironmansieg in der Profikarriere von Kristin Möller. Nicht nur, weil sie den Ironman Lanzarote und damit einen der Ironman-Klassiker überhaupt gewonnen hat, sondern auch weil das nagelneue Material seine Feuertaufe auf der Vulkaninsel mit Bravur bestanden hat.
Kristin Möller, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem dritten Ironmansieg. Ein hartes Stück Arbeit.
Definitiv. Ich habe mich beim Schwimmen anfangs nicht gut gefühlt. Hatte ziemlich viel Angst, weil wir nur ein paar Meter vor den Altersklassen-Athleten gestartet sind. Ich bin da einfach noch zu ängstlich, wenn die Masse von hinten kommt. Aber ich habe erstmal tief durchgeatmet und immer wieder Lücken gesucht.
Nach dem Schwimmen lagen Sie etwa sechs Minuten hinter der Spitze. Eine passable Ausgangsposition. Wie sind Sie damit umgegangen?
Ich habe sofort voll auf's Tempo gedrückt, bin volles Risiko gegangen, um möglichst früh zu wissen, was meine Beine heute hergeben. Außerdem hat mir jemand den Tipp gegeben, dass ich mich beeilen soll, damit ich hintenraus Rückenwind habe. Genau das ist dann auch passiert. Die ersten 90 Kilometer taten schon ein bisschen weh, aber dann habe ich den Wind von hinten gespürt und das Rad lief zum Teil wie von selbst. Ich hab mich vorn draufgelegt, den Kopf ausgeschaltet und dem Material voll vertraut. Die Seitenwinde haben ziemlich gedrückt, aber da musste ich dann durch.
Kristin Möller
Einfach nur genießen: Kristin Möller gewinnt den Ironman Lanzarote 2013
©Michael Rauschendorfer
Den Marathon hätten Sie mit Ihrem riesigen Vorsprung eigentlich ziemlich entspannt angehen können. Die ersten Kilometer wurden 3:45 Minuten pro Kilometer gestoppt.
Ich wollte gleich am Anfang hohes Tempo gehen, um einen guten Rhythmus zu finden. Dafür habe ich dann am Ende die Quittung bekommen. Meine Füße haben richtig weh getan und später habe ich dann auch noch ein paar energetische Probleme bekommen. Aber ich habe mir gedacht, zieh das jetzt durch, beeile dich. Ich habe in Wales schon mal den Fehler gemacht, dass ich etwas Tempo rausgenommen habe und dann für das was ich an Energie zugeführt habe, zu lange unterwegs war. Diesen Fehler wollte ich heute nicht noch einmal machen. Ich wollte es auch als Generalprobe sehen für den Ironman Germany in Frankfurt. Da muss man schon mal richtig ans Limit gehen, damit man weiß, woran man im Training noch arbeiten muss und wo man vielleicht auch vom Kopf her nochmal ansetzen kann. Trotzdem habe ich es die ganze Zeit genossen. Es war eine sehr schöne Atmosphäre auf der Radstrecke und beim Laufen. Die Leute haben Super-Stimmung gemacht. Die Insel ist einfach so schön, da konnte man immer mal links und rechts schauen und ab und zu die Schmerzen vergessen.
War das ein perfektes Rennen?

Natürlich. Wenn man gewinnt, ist das immer super. Ich habe es zum Schluss auch richtig genossen, weil die Anfeuerungsrufe immer lauter wurden. Es ist echt toll, wenn man dann immer wieder mit den Vornamen angesprochen wird.