Küng kann doch siegen, Raelert Vierter

Der Schweizer Manuel Küng hat beim Ironman 70.3 Luxembourg den ersten großen Sieg seiner Profikarriere gefeiert. Dem überragenden Soloritt des Eidgenossen hatte weder der zweitplatzierte Niederländer Bas Diederen, noch Andreas Raelert etwas entgegenzusetzen. Der Rostocker Mitfavorit wurde beim Laufen von Krämpfen geplagt und am Ende Vierter. Im Rennen der Frauen zeigte Julia Gajer eine glänzende Vorstellung.

Von > | 20. Juni 2015 | Aus: Szene

Manuel Küng | Manuel Küng

Foto > Nis Sienknecht / spomedis

Nur für einen kurzen Moment war Manuel Küng bei der dritten Auflage des Ironman 70.3 Luxembourg im Hintertreffen. Zwei Sekunden hinter dem Belgier Pieter Heemeryck passierte er nach knapp zwei Schwimmkilometern die erste Zeitnahme. Was der Schweizer in den folgenden dreieinhalb Rennstunden ablieferte, muss sich für seine Konkurrenten fast wie eine Demütigung angefühlt haben. Binnen einer Stunde büßten seine Verfolger - allen voran der Griesheimer Patrick Lange sowie Marcus Herbst (Halle) und fünf weitere Athleten - drei Minuten auf Küng ein. Darunter auch Andreas Raelert, der beim Schwimmen knapp 20 Sekunden auf Heemeryck und Küng verloren hatte.

Schweizer Uhrwerk läuft und läuft

Auch danach gelang es den Verfolgern nicht, sich wieder näher an den Führenden heran zu arbeiten. Im Gegenteil: Bei Kilometer 66 war der Vorprung Küngs schon auf mehr als fünf Minuten angewachsen. Unten den noch immer sieben chancenlosen Jägern machten zwar weiterhin Raelert, Lange und Herbst das Tempo - allein es war zu wenig, um den bärenstarken Schweizer unter Druck zu setzen. Immerhin gelang es Lange in Richtung des zweiten Wechsels zumindest noch 30 Sekunden des Rückstands wettzumachen. Seite an Seite mit dem Niederländer Bas Diederen ging der Dritte der Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz auf den Halbmarathon. Raelert verlor auf den letzten Radkilometer sogar noch den Anschluss und schlüpfte erst eine Minute nach Lange in seine Laufschuhe.

Diederen drückt, Küng rettet sich

Danach waren es Lange und der Franzose Denis Chevrot, die den Druck auf Küng weiter verstärkten. Nur 3:20 Miunten hatte das Duo nach der ersten von vier Laufrunden noch Rückstand. Raelert lag da zumindest schon wieder auf dem vierten Platz. In der dritten Runde gelang es Chevrot, sich von Lange zu lösen und den Abstand zu Küng auf weniger als drei Minuten zu drücken. Und während sich Lange nun wieder mit Diederen duellierte, plagte sich Andreas Raelert mit Krämpfen und büßte dabei wertvolle Sekunden im Kampf ums Podium ein. In der letzten Laufrunde mussten dann erst Lange und dann auch Chevrot zurückstecken. Stattdessen schickte sich Diederen an, Küng den Titel doch noch zu entreißen. Doch der rettete sich und seinen ersten großen Sieg als Triathlonprofi ins Ziel. Diederen fehlten nach großem Kampf nicht einmal eineinhalb Minuten. Platz drei sicherte sich der Franzose Chevrot, der zugleich auch Raelert und Lange auf die Ränge vier und fünf verwies.

Ironman 70.3 Luxembourg | Männer

  1. Juni 2015, Remich (LUX)

Name Nation Gesamt 1,9 km Swim 90 km Bike 21,1 km Run

1

Manuel Küng

SUI

3:49:35

21:31

2:08:07

1:17:01

2

Bas Diederen

NED

3:51:03

21:52

2:12:42

1:13:44

3

Denis Chevrot

FRA

3:52:03

21:58

2:12:23

1:14:33

4

Andreas Raelert

GER

3:52:32

21:56

2:13:32

1:14:23

5

Patrick Lange

GER

3:53:18

21:53

2:12:37

1:16:02

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Gajer ohne Mühe, Schmitt stark

Nach zwei zweiten Plätzen war Julia Gajer im Rennen der Frauen heiß auf ihren ersten Saisonsieg in der 70.3-Serie. Und besser hätte die Generalprobe für die Ironman-EM in zwei Wochen für die Apothekerin aus Ditzingen kaum beginnen können. Nach knapp 24 Minuten kletterte sie als erste Frau aus der Mosel. Erst eine Minute später schob die Frankfurterin Natascha Schmitt als Zweite ihr Rad aus der Wechselzone. Auf dem welligen Bikekurs kontrollierte Gajer ihre Konkurrentinnen danach sicher, packte sogar noch zwei Minuten Vorsprung drauf. Diese Extrazeit hätte sie ob ihrer aktuellen Laufform vermutlich gar nicht mehr gebraucht. Konzentriert spulte sie auch die 21,1 Laufkilometer ab. Nach 4:17 Stunden hatte Gajer dann nicht nur den Sieg, sondern auch die Tagesbestzeiten in allen drei Disziplinen in der Tasche. Schmitt krönte ihren letzten Test vor der Challenge Roth in drei Wochen mit einer ebenfalls starken Laufleistung und brachte den deutschen Doppelsieg unter Dach und Fach. Sofie Goos, die vor zwei Jahren die Premiere des Rennens in Remich gewonnen hatte, setzte sich im Duell der Belgierinnen gegen Alexandra Tondeur durch.

Ironman 70.3 Luxembourg | Frauen

  1. Juni 2015, Remich (LUX)

Name Nation Gesamt 1,9 km Swim 90 km Bike 21,1 km Run

1

Julia Gajer

GER

4:17:25

23:50

2:27:09

1:23:12

2

Natascha Schmitt

GER

4:20:40

24:59

2:28:46

1:23:58

3

Sofie Goos

BEL

4:24:46

26:45

2:28:41

1:26:33

4

Alexandra Tondeur

BEL

4:32:52

26:40

2:33:04

1:30:07

5

Rahel Belinga

NED

27:41

2:32:24

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