Lieto siegt, Kienle unzufrieden

Catriona Morrison und Radspezialist Chris Lieto haben den Ironman 70.3 Texas gewonnen. Sebastian Kienle erwischte einen gebrauchten Tag und verfehlte den Sprung unter die ersten Fünf, Sonja Tajsich schaffte es nach einem soliden Rennen gerade noch in die Top Ten.

von | 11. April 2011 | Aus: Szene

Chris Lieto

Chris Lieto tankt für den Endspurt

Foto > Frank Wechsel / spomedis

Nach dem starken Jahr 2010 mit der gelungenen Langdistanzpremiere bei der Challenge Roth wollte Sebastian Kienle seine Erfolgsgeschichte 2011 weiterschreiben und damit beim Ironman 70.3 in Texas beginnen. Doch mit der angestrebten Platzierung unter den besten Fünf wurde es nichts, der 26-Jährige erlebte in allen drei Disziplinen einen durchwachsenen Tag.

Zu viel Druck auf dem Reifen

Schon beim Schwimmen verlor Kienle vier Minuten auf den Dänen Rasmus Henning, der gemeinsam mit seinem estnischen Trainingspartner Marko Albert als Erster auf das Rad wechselte. 26:30 Minuten bedeuteten für Kienle zwar eine Zeit, wie er sie auch bei seinem zweiten Platz in Wiesbaden im vergangenen Jahr hingelegt hatte - trotzdem zeigte sich der Badener nach dem Rennen unzufrieden. "Das war eine ganz schwache Leistung im Wasser", ärgerte sich Kienle auf der Internet-Plattform facebook.

Auch auf dem Rad, Kienles Schokoladendisziplin, lief es zwar nicht schlecht - aber doch auch nicht so gut, wie Kienle sich das selbst vorgestellt hatte. "Ich war zu blöd, darauf zu kommen, dass sich ein Reifen ausdehnt, wenn man ihn aufpumpt." Deshalb habe der Pneu später am Rahmen geschliffen. "Ich musste zweimal anhalten um Luft abzulassen und bin mit sieben Bar Luftdruck weitergefahren", schildert der 26-Jährige seinen Fauxpas. Trotzdem reichte es in 2:05:46 Stunden noch zur drittschnellsten Radzeit des Tages. Den Rückstand auf die Spitze konnte er aufgrund der unnötigen Zwischenstopps aber nicht verringern: Der US-Amerikaner Chris Lieto fuhr dreieinhalb Minuten schneller als Kienle, war zuvor bereits schneller geschwommen und wechselte in Führung liegend mit mehr als dreieinhalb Minuten Vorsprung auf Rasmus Henning zum Laufen. Ein Polster, das Lieto bis ins Ziel souverän verwaltete. Henning machte mit einer Halbmarathonzeit von 1:14:47 Stunden zwar noch etwa zwei Minuten gut, musste sich am Ende aber mit Rang zwei zufrieden geben - oder sogar froh sein, dass er nicht noch einen Platz verlor. Denn hätte das Rennen noch einige Kilometer länger gedauert, womöglich hätte ihn der US-Amerikaner Timothy O'Donnell noch eingeholt. O'Donnell sorgte in 1:11:57 Stunden für die deutlich schnellste Laufzeit aller Teilnehmer und sicherte vor dem Neuseeländer Terenzo Bozzone und Abu-Dhabi-Sieger Frederik van Lierde den dritten Platz.

Kienle, auf Rang neun liegend auf die Laufstrecke gewechselt, kämpfte auf dem abschließenden Halbmarathon mehr gegen sich selbst als gegen seine Konkurrenten. Er erlebte zwar keinen kompletten Einbruch, blieb in 1:17:06 Stunden aber deutlich unter seinen Möglichkeiten und finishte letztlich hinter Marko Albert auf Rang sieben.

Thürigs Vorsprung reicht nicht

Deutlich positiver fiel das Resümee von Sonja Tajsich aus - obwohl sie in der Endabrechnung bei den Frauen nur Zehnte wurde. Die Siegerin des Ironman Regensburg konnte beim Schwimmen mit der zweitschnellsten größeren Gruppe mithalten und verlor zweieinhalb Minuten auf die Favoritinnen - ein verhältnismäßig geringer Rückstand nach dem Schwimmen für die 35-Jährige, auch wenn einige Athletinnen wie die US-Amerikanerinnen Mary Ellis, Meredith Kessler und Kelly Williamson sich deutlich von den anderen Frauen distanziert hatten und mit einem deutlichen Vorsprung aufs Rad wechselten. Dort setzte aber einmal mehr die Schweizerin Karin Thürig Maßstäbe: In 2:12:24 Stunden fuhr sie fünf Minuten schneller als alle anderen, holte ihren großen Rückstand vom Schwimmen auf und wechselte als Erste auf die Laufstrecke. Dort endete ihr Traum vom Sieg allerdings schnell: Die Britin Catriona Morrison überholte Thürig schon nach wenigen Kilometern, lief in 1:18:18 Stunden den schnellsten Halbmarathon des Tages und gewann das Rennen mit drei Minuten Vorsprung vor Angela Naeth (CAN), die ebenfalls noch an Thürig vorbeilief. Für die Schweizerin reichte es am Ende zum dritten Platz. Sonja Tajsich lieferte auf dem Rad eine solide Leistung und schob sich mit dem drittschnellsten Marathon des Tages (1:21:11 Stunden) noch auf Platz zehn nach vorn.

Memorial Hermann Ironman 70.3 Texas, Frauen

  1. April 2011, Galveston Island/Texas (USA)

1,9 km Swim 90 km Bike 21 km Run Gesamt

1

Catriona Morrison

GBR

26:47

2:18:34

1:18:18

4:06:43

2

Angela Naeth

CAN

27:29

2:17:02

1:22:18

4:09:40

3

Karin Thürig

SUI

30:52

2:12:24

1:23:46

4:10:30

4

Mary Ellis

USA

24:29

2:24:10

1:23:04

4:14:39

5

Kelly Williamson

USA

25:38

2:28:16

1:18:20

4:14:53

6

Desiree Ficker

USA

28:31

2:18:14

1:26:21

4:16:16

7

Margaret Shapiro

USA

26:20

2:22:15

1:25:55

4:17:05

8

Meredith Kessler

USA

25:18

2:24:07

1:25:05

4:17:35

9

Tyler Stewart

USA

30:52

2:20:28

1:24:29

4:19:03

10

Sonja Tajsich

GER

29:08

2:26:51

1:21:11

4:20:13

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Memorial Hermann Ironman 70.3 Texas, Männer

  1. April 2011, Galveston Island/Texas (USA)

1,9 km Swim 90 km Bike 21 km Run Gesamt

1

Chris Lieto

USA

23:39

2:02:15

1:16:56

3:45:37

2

Rasmus Henning

DEN

22:20

2:07:12

1:14:47

3:46:47

3

Timothy O'Donnell

USA

22:41

2:11:28

1:11:57

3:48:16

4

Terenzo Bozzone

NZL

22:42

2:06:56

1:18:11

3:50:00

5

Frederik van Lierde

BEL

22:39

2:05:46

1:19:49

3:50:54

6

Marko Albert

EST

22:18

2:09:52

1:16:46

3:51:26

7

Sebastian Kienle

GER

26:30

2:05:46

1:17:06

3:52:03

8

Ronnie Schildknecht

SUI

25:01

2:04:33

1:21:27

3:53:33

9

Joszef Major

HUN

26:46

2:06:25

1:18:35

3:54:55

10

Joe McDaniel

USA

23:20

2:10:30

1:18:55

3:56:09

...

18

Daniel Schmoll

GER

22:49

2:12:35

1:23:39

4:01:55

20

Christian Brader

GER

26:42

2:10:42

1:21:43

4:02:26

21

Rene Göhler

GER

23:30

2:18:37

1:19:49

4:04:29

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