Llanos fängt Vanhoenacker ab, Hütthaler schlägt Bazlen

Eneko Llanos und Lisa Hütthaler sind die Sieger des Ironman 70.3 Austria in St. Pölten. Während der Spanier das Rennen einmal mehr mit viel Geduld gewann, entschied Hütthaler das Rennen mit einer Flucht auf der Radstrecke. Svenja Bazlen wurde Dritte.

Von > | 25. Mai 2014 | Aus: SZENE

Eneko Llanos | Eneko Llanos gewinnt den Ironman 70.3 Austria in St. Pölten

Eneko Llanos gewinnt den Ironman 70.3 Austria in St. Pölten

Foto >Finisherpix.com

Perfektes Timing, ein gutes taktisches Gespür, Nerven aus Stahl - und das nötige Körpergefühl, den abschließenden Lauf in konstant hohem Tempo zu absolvieren, ohne einzubrechen: Das ist es, was den Basken Eneko Llanos auszeichnet wie wohl kaum einen anderen Profi auf der Mittel- und Langdistanz im Triathlonsport. Und, was ihm auch beim Ironman 70.3 Austria in St. Pölten nach einem dritten Rang bei dem (witterungsbedingt um das Schwimmen verkürzte) Vorjahresrennen einen weiteren Sieg für seinen eindrucksvollen Palmarès bescherte.

Vanhoenackers Vorsprung reicht nicht

Dabei hielt sich der Spanier in St. Pölten zunächst wieder einmal zurück, sparte seine Kräfte - und verzichtete daher auf eine vielleicht spektakuläre, zumindest offensive Herangehensweise. Während sich auf den ersten 1,9 Rennkilometern zunächst ein Duo aus Matthias Hecht (SUI) und Antony Costes (FRA) leicht absetzte, folgte bereits dort mit eineinhalb Minuten Rückstand eine große Gruppe um den Deutschen Christian Kramer, in der sich auch Eneko Llanos aufhielt. Eine Rennsituation, an der sich auch auf der Radstrecke zunächst nicht viel ändern sollte: 13 Athleten rollten mit Sichtkontakt zueinander über die ersten 30 Kilometer durch die Wachau, bis Marino Vanhoenacker nach rund 40 Kilometern die Zügel anzog. Der Belgier erhöhte das Tempo, setzte sich damit ab - und sorgte zugleich dafür, dass die Verfolgergruppe um Llanos und Kramer auf sieben Athleten schrumpfte. Eine Minute verloren die gemeinsam bis zur 60-Kilometer-Marke auf Vanhoenacker, der das 70.3-Rennen in St. George Anfang des Monats auf dem 13. Rang beendet, sich im Anschluss aber dennoch auf bestem Wege zurück zu einer guten Form gesehen hatte. Bis auf knapp vier Minuten baute Vanhoenacker seinen Vorsprung vor den schnellsten sieben Verfolgern noch bis zum zweiten Wechsel aus, mit einer weiteren Minute Rückstand erreichten unter anderem der Österreicher Michael Weiss und Per Bittner die Wechselzone.

Dort aber lief schnell alles auf ein Duell um den Sieg zwischen Vanhoenacker und dem schnellsten Verfolger, Eneko Llanos, hinaus. Beide legten schnell los - doch Llanos konnte die Tempohatz länger durchhalten als der Belgier an der Spitze. Zwar machte der Baske zunächst nur langsam Zeit auf den Führenden gut und lag nach rund 16 Kilometern noch immer mit über einer halben Minute Rückstand zurück. Binnen der letzten fünf Kilometer des - wohl etwas zu kurzen - Halbmarathons konnte der schnellste Läufer des Tages das Blatt aber noch wenden und den schnellsten Radfahrer, Vanhoenacker, auf den zweiten Rang verweisen. Den dritten Platz hinter Vanhoenacker sicherte sich Michael Weiss, der diesmal nicht in seiner eigentlichen Paradedisziplin - dem Radfahren -, sondern auf der Laufstrecke herausstach. Christian Kramer beendete den Wettkampf als bester Deutscher auf Platz sieben. "Kleine Abstände nach vorn. Nunja...", kommentiert der Ostdeutsche sein Ergebnis anschließend verhalten auf seiner Facebook-Seite.

Ironman 70.3 Austria | Männer

  1. Mai 2014, St. Pölten (AUT)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Eneko Llanos

ESP

3:51:51

25:44

2:12:50

1:08:58

2

Marino Vanhoenacker

BEL

3:52:45

26:52

2:08:23

1:13:40

3

Michael Weiss

AUT

3:53:45

28:57

2:10:54

1:09:20

4

Daniel Halksworth

GBR

3:54:45

25:22

2:13:27

1:11:54

5

Paul Reitmayr

AUT

3:55:23

25:45

2:13:04

1:12:15

6

Antony Costes

FRA

3:55:27

25:31

2:13:26

1:12:39

7

Christian Kramer

GER

3:55:53

25:32

2:13:16

1:12:45

8

Thomas Steger

AUT

3:56:14

28:02

2:11:50

1:11:52

9

Alberto Casadei

ITA

3:57:12

25:27

2:13:26

1:14:01

10

Marc Duelsen

GER

3:58:25

28:07

2:13:25

1:12:36

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Bazlen muss zurückstecken

Ein noch glücklicheres Ende als für den offensivsten Akteur im Männerrennen, Vanhoenacker, nahm das Rennen für die offensivste Dame: Ähnlich wie im Männerrennen übernahm dort nach rund 40 Kilometern die Österreicherin Lisa Hütthaler die Führung von der Neuseeländerin Gina Crawford - und gab sie im Anschluss nicht mehr ab. Bis zum zweiten Wechsel erarbeitete sich Hütthaler einen Vorsprung von zweieinhalb Minuten auf die schnellsten Verfolgerinnen, die Tübingerin Svenja Bazlen und die schnellste Schwimmerin Crawford. Auf der Laufstrecke versuchte die Deutsche auf den ersten Kilometern zwar, wieder an die Führende heranzurücken - nach sechs schnellen Kilometern begann die aber, wieder Zeit auf die Tübingerin zu gewinnen. Statt um den Sieg kämpfte Bazlen im Schlusspart des Rennens um den zweiten Rang: Nach 15 Kilometern musste sie die Finnin Kaisa Lehtonen ziehen lassen, die mit rund zweieinhalb Minuten Rückstand auf Bazlen auf die Laufstrecke gestartet war. Die Deutsche sicherte auf den verbleibenden sechs Kilometern ungefährdet den dritten Rang vor der Neuseeländerin Crawford ab.

Lisa Hütthaler | Lisa Hütthaler gewinnt den Ironman 70.3 Austria in St. Pölten

Lisa Hütthaler gewinnt den Ironman 70.3 Austria in St. Pölten

Foto >Finisherpix.com

Als zweitbeste Deutsche erreichte Astrid Ganzow den fünften Gesamtrang. Natascha Schmitt und Daniela Sämmler komplettierten als Achte und Zehnte mit soliden Leistungen in allen Disziplinen die Top-Ten.

Ironman 70.3 Austria | Frauen

  1. Mai 2014, St. Pölten (AUT)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Lisa Hütthaler

AUT

4:17:20

29:31

2:25:46

1:17:49

2

Kaisa Lehtonen

FIN

4:20:58

29:30

2:30:53

1:16:15

3

Svenja Bazlen

GER

4:21:51

28:42

2:28:48

1:19:48

4

Gina Crawford

NZL

4:24:06

27:45

2:29:41

1:21:34

5

Astrid Ganzow

GER

4:26:20

31:02

2:30:21

1:19:50

6

Michaela Herlbauer

AUT

4:26:33

28:34

2:33:54

1:19:24

7

Yvonne van Vlerken

NED

4:28:12

33:34

2:28:39

1:21:15

8

Natascha Schmitt

GER

4:31:36

29:29

2:38:54

1:18:27

9

Simone Brändli

SUI

4:33:48

27:49

2:39:41

1:21:32

10

Daniela Sämmler

GER

4:33:57

29:18

2:35:49

1:24:07

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