Ironman Lanzarote Lydia Sommerfeld: "Dieses Rennen war für meinen Mann"

Langstrecke | 20. Mai 2013
Ein Schicksalsschlag machte ihren Traum vom Ironman Hawaii im vergangenen Jahr zur Nebensache. Nun hat Lydia Sommerfeld beim Ironman Lanzarote das Ticket für die WM in Kona geholt. tri-mag.de hat nach dem Rennen mit der 29-jährigen Hamburgerin gesprochen.
Lydia Sommerfeld, herzlichen Glückwunsch! Als Gesamt-Neunte mit einer Zeit von 11:12:12 Stunden und Siegerin in Ihrer Altersklasse haben Sie das Ticket für die Ironman-WM in Hawaii gelöst. Was sagen Sie dazu?
Davon träume ich schon seit 2006. Da hatte ich schonmal ein Ticket, war dann aber verletzt und konnte nicht starten. Danach habe ich immer wieder damit geliebäugelt und jetzt kann ich noch gar nicht richtig glauben, dass ich es wirklich geschafft habe. Ich bin voll von den Socken. Das Rennen lief einfach perfekt. Ich habe nicht einmal auf die Uhr geguckt und bin gerade von mir selbst erstaunt.
War das Hawaiiticket der einzige Grund, warum Sie hier gestartet sind?
Eigentlich habe ich das Rennen für meinen Mann gemacht. Das letzte Jahr war für uns beide sehr schwer. Er ist vor ungefähr einem Jahr an Leukämie erkrankt und hat sich wieder zurückgekämpft. Ich wollte dieses Rennen für ihn machen - kämpfen wie er auch gegen die Krankheit gekämpft hat. Das Rennen verbindet uns beide. Wir sind hier 2011 zusammen gestartet. Danach ist er krank geworden. Deshalb bedeutet mir das alle sehr viel und es hat mir total viel Kraft gegeben auf der Strecke. Vor allem am Schluss, wo ich dachte, dass das hier ein Klacks ist gegen das, was er in den vergangenen Monaten durchgemacht hat. Das hat mich auf den letzten Kilometern nochmal beflügelt. Wir essen gerade das Leben mit dem großen Löffel. Es passt einfach alles und ich hoffe, dass es so weitergeht.
Was haben Sie selbst, vielleicht auch für Ihren Sport, aus dieser harten privaten Zeit mitgenommen?
Jeder kann viel mehr, als er denkt. Das habe ich in dieser Zeit gelernt. Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffen kann. Ich habe einfach losgelassen und immer das gemacht, was ich gerade zu leisten in der Lage war. Und das ist viel viel mehr als man sich oft eingesteht.