Möller gewinnt auch in Wales

Je schwieriger der Kurs, desto erfolgreicher Kristin Möller: In Wales hat Möller ihren zweiten Ironmansieg erlaufen. Anja Ippach und Imke Schiersch komplettierten das Podium - zumindest in der Profiwertung. Auch Christian Müller, Stefan Schmid und Andreas Wolpert waren stark.

Von > | 12. September 2011 | Aus: SZENE

Kristin Möller | Kristin Möller

Kristin Möller

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Wieder ein Sieg auf einer bergigen Strecke. Wieder ein deutscher Doppel-, diesmal sogar Dreifacherfolg. Und wieder im Vereinigten Königreich: Nach ihrem Triumph beim Ironman Wales drängen sich einige Parallelen zu Kristin Möllers erstem Ironmansieg Ende Juli in Großbritannien auf. Zumindest eine dieser Parallelen ist allerdings ein wenig ermogelt: Zwar zeigt die Ergebnisliste beim Ironman Wales tatsächlich ein rein mit Deutschen besetztes Podium an - aber nur, wenn man die Ergebnissuche auf Profis begrenzt. Und wohl auch nur, weil sonst schlichtweg keine Profiathletin ins Ziel kam.

Schmid springt aufs Podium

Das lag einerseits daran, dass sich die Hawaiistarter längst in der Vorbereitung auf ihren Höhepunkt in wenigen Wochen befinden, zum anderen aber auch am harten Kurs und den schwierigen äußeren Bedingungen auf der Insel. "Ironman Wales - nie wieder!", schwor Daniel Schmoll, der das Rennen vorzeitig aufgab. Und nicht nur er, auch seine männlichen Kollegen hatten ihre Probleme: 9:04:20 Stunden zeigte die Uhr am Ende für Sieger Jérémy Jurkiewicz an - und nur fünf Sekunden mehr für den Zweiten Aaron Farlow. Der Australier war mit Vorsprung vom Rad gewechselt, hatte auf der Marathonstrecke aber über zehn Minuten auf Jurkiewicz verloren. Er biss sich fest, fand im Zielsprint aber aber nicht mehr die Kraft, den Franzosen abzuhängen. Bereits zwölf Minuten später folgte in Christian Mueller der schnellste Amateur - Platz fünf für den Pfinztaler im Gesamtklassement, drei Minuten und einen Platz vor Profi Markus Thomschke.

Auch tausende Kilometer weiter südwestlich, in Wisconsin (USA), mischten die Deutschen vorne mit: Dem 24-jährigen Peissenberger Stefan Schmid gelang in den USA prompt der Sprung aufs Ironman-Podium. Als Vierter vom Rad gestiegen, lief er den drittschnellsten Marathon des Tages und schob sich auf den zweiten Platz hinter dem Argentinier Ezequiel Morales. Das Rennen der Frauen gewann Jessica Jacobs mit großem Vorsprung vor Meredith Kessler (beide USA). Für Schmid bedeuten der zweite Platz 880 Qualifikationspunkte für das Kona Pro Ranking, über das er es im Jahr 2012 erstmals nach Big Island schaffen will.

Stärken ausspielen statt Hawaii?

Nach Hawaii möchte früher oder später auch Kristin Möller- dabei liegt ihr das Rennen gar nicht unbedingt. "Ich bin zu leicht, als dass ich auf dem Rad so viel Gas geben könnte wie beispielsweise eine Caroline Steffen", meint Möller. Ihr liegen eher die hügeligen Kurse, auf denen sie auf dem Rad nicht zu viel auf die Spitze verliert und beim Laufen voll auftrumpfen kann. So wie nun zum zweiten Mal in diesem Jahr im Vereinigten Königreich: Als Dritte hinter Anja Ippach und der Amateurathletin Stefanie Adam war Möller auf die Laufstrecke gestartet, wo sie sofort viele Meter gutmachte. Es dauerte kaum eine Stunde, da war sie auch schon an der Spitze - und drückte weiter aufs Tempo: Mit fast 15 Minuten Vorsprung gewann Möller das Rennen am Ende vor Anja Ippach, Imke Schiersch landete im Gesamtklassement auf dem neunten Platz. Belohnt wird Möller für diesen Sieg mit nur 1.000 Punkten für das Kona-Pro-Ranking - auch das ist eine Parallele zu ihrem ersten Ironmansieg in Großbritannien im Juli, wenn auch keine schöne. Selbst bei vielen 70.3-Rennen gibt es mehr Punkte zu holen. In diesem Jahr waren bei den Frauen über 4.500 Zähler nötig, um den Sprung nach Hawaii zu schaffen. Doch wenn Möller sich, statt sich bei der Jagd nach Punkten in hochdotierten Rennen zu verheizen, auf die eigenen Stärken besinnt und damit Erfolg um Erfolg sammelt - wer braucht dann noch Hawaii?

Ironman Wales, Frauen

  1. September 2011, Pembrokeshire (Wales)

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

Gesamt

1

Kristin Möller

GER

10:01:19

2

Anja Ippach

GER

47:54

5:54:55

3:23:23

10:15:58

3

Stefanie Adam

BEL

54:18

5:47:35

3:44:29

10:40:58

...

9

Imke Schiersch

GER

58:00

6:26:00

3:37:30

11:20:42

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Ironman Wales, Männer

  1. September 2011, Pembrokeshire (Wales)

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

Gesamt

1

Jérémy Jurkiewicz

FRA

45:01

5:22:16

2:48:00

9:04:20

2

Aaron Farlow

AUS

46:18

5:10:42

2:58:40

9:04:25

3

Bruno Clerbout

BEL

47:11

5:22:32

2:49:10

9:07:59

4

Matteo Annovazzi

ITA

49:20

5:18:24

2:56:50

9:14:04

5

Christian Mueller

GER

51:37

5:14:20

2:59:27

9:16:23

6

Markus Thomschke

GER

49:50

5:12:03

3:08:16

9:19:24

7

Gudmund Snilstveit

NOR

51:58

5:15:08

3:06:25

9:22:58

8

Mike Schifferle

SUI

55:31

5:15:26

3:00:47

9:23:54

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Ironman Wisconsin, Frauen

  1. September 2011, Madison (Wisconsin/USA)

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

Gesamt

1

Jessica Jacobs

USA

1:04:57

5:15:38

3:13:39

9:41:03

2

Meredith Kessler

USA

53:07

5:15:31

3:34:51

9:50:45

3

Garcia, Whitney

USA

1:00:39

5:24:18

3:29:33

10:03:53

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Ironman Wisconsin, Männer

  1. September 2011, Madison (Wisconsin/USA)

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

Gesamt

1

Morales, Ezequiel

ARG

55:09

4:51:17

2:53:06

8:45:18

2

Schmid, Stefan

GER

55:55

4:53:51

3:00:51

8:57:51

3

Brown, Mac

USA

1:02:41

4:49:08

3:09:32

9:08:14

4

Moser, Ernst

AUT

56:44

4:59:42

3:07:02

9:09:42

5

Brunold, Thomas

USA

1:01:17

4:53:41

3:09:36

9:12:44

6

Andreas Wolpert

GER

58:55

5:00:06

3:08:11

9:13:57

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