Moldan, Bachor, Stienen, Riesler: Deutsche Favoriten in Südafrika

In East London steigen am Wochenende die ersten deutschen Profi-Triathleten ins Renngeschehen ein: Gleich sechs von ihnen füllen die Startliste beim Ironman 70.3 Südafrika. Ein Sieg scheint nicht unmöglich, doch die Konkurrenz hat es in sich.

Von > | 21. Januar 2016 | Aus: Szene

Johannes Moldan

Johannes Moldan

Foto > Nis Sienknecht / spomedis

In den vergangenen beiden Jahren war er in Südafrika erst Achter, dann Fünfter - und selbst vierte Plätze hat Johannes Moldan in Ironman-70.3-Rennen bereits gesammelt. Beim Ironman 70.3 Südafrika könnte die Zeit nun reif sein für die erste Podestplatzierung des 27-Jährigen in einem Rennen unter Ironman-Label. Nach einer verkorksten Saison, die Moldan wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers frühzeitig abbrechen musste, befindet sich der Baden-Württemberger schon lange wieder im Training unter neuer Leitung durch Susanne Buckenlei - und sogar bereits seit Oktober in Südafrika, wo er in den ersten Wochen zunächst in Port Elizabeth, dann rund um das Wettkampfzentrum in East London lebte und trainierte. Einen Formtest in Gestalt eines Zehn-Kilometer-Laufs bestand Moldan in Port Elizabeth vor einigen Wochen in 33:20 Minuten als Vierter, und auch auf dem Rad stimmen ihn die Zahlen positiv: Bei einem 20-minütigen "Watt-Test" gut eine Woche vor dem Wettkampf war Moldan besser unterwegs denn je zuvor. "Insgesamt fühle ich mich zurzeit sehr gut", meint Moldan.

Auch Bachor brennt auf Wiedergutmachung

Wohin ihn das am Ende tatsächlich führen wird, bleibt allerdings abzuwarten. Denn die Konkurrenz, die in Südafrika am Wochenende früh ihre Saison eröffnen wird, hat es in sich. Und sie kommt zum Teil sogar aus der eigenen Heimat: In Konstantin Bachor hat sich beispielsweise ein starker Radfahrer angemeldet, der bereits viel Rennerfahrung auf südafrikanischem Boden gesammelt hat. Wie Moldan brennt er nach einem von einer Meniskusverletzung geprägten und daher sportlich verkorksten Jahr darauf, die Karten in der anbrechenden Saison neu zu mischen. Auch der 42-jährige Routinier Swen Sundberg, der im vergangenen August noch beim Ironman in Japan triumphierte, startet in Südafrika.

Doch natürlich haben es auch die Südafrikaner bei ihrem Heimrennen auf einen prestigeträchtigen Triumph abgesehen: Vor allem James Cunnama und Titelverteidiger Matt Trautman dürften den Deutschen zu schaffen machen. Beide konnten den Wettkampf in den vergangenen Jahren bereits für sich entscheiden, indem sie in den beiden ersten Disziplinen zunächst den Kontakt nach vorne hielten - und beim Laufen dann gegenüber den meisten Konkurrenten noch etwas zusetzen konnten. "Der Knackpunkt wird die Laufstrecke, die für europäische Verhältnisse als bergig einzustufen ist. Dazu kommen die afrikanische Sonne und der Wind", meint auch Bachor. Der Radkurs führt die Athleten auf den ersten 45 Kilometern von rund 70 auf etwa 530 Meter Höhe kontinuierlich bergauf, auf der zweiten Hälfte geht es dieses Stück dann wieder mit Gefälle zurück. Ist er dann noch in Schlagdistanz zur Spitze, dürfte auch Will Clarke (GBR) ein heißer Kandidat im Kampf um den Sieg werden. Aus der Riege der Schweizer Triathleten mit Profi-Lizenz startet Urs Müller ins Rennen.

Swallows taktischer Vorteil

Vielleicht sogar noch etwas besser stehen die Chancen auf einen deutschen Erfolg im Rennen der Frauen: In Astrid Stienen und Diana Riesler haben sich gleich zwei Athletinnen angekündigt, die im vergangenen Jahr Ironman-Rennen gewinnen konnten. Außerdem hat aus Deutschland Lina-Kristin Schink für das Profi-Rennen in East London gemeldet, Katja Konschak hat ihren Start aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt. Hauptkonkurrentin wird für sie alle aber die Britin Jodie Swallow sein: Bereits fünf Mal triumphierte die in den vergangenen Jahren beim 70.3-Rennen in Südafrika. Grundlage dafür war jedes Mal eine Schwimmleistung, mit der Swallow selbst die Männer das Fürchten lehrt: Nach der Auftaktdisziplin brauchen fast alle Konkurrentinnen für gewöhnlich viel Zeit und müssen eine Menge Kraft investieren, um wieder zu Swallow aufzuschließen. Die Vorjahreszweite Susie Cheetham (GBR) - die im vergangenen Jahr elf Minuten hinter Swallow finishte -, Lucie Zelenkova (CZE) und Michelle Wu (AUS) gelten ebenfalls als Mitfavoritinnen auf Podestplatzierungen.