Neoprenverbot im Langener Waldsee

Nun ist es offiziell: Im Langener Waldsee wird am Sonntag ohne Neoprenanzug geschwommen. Für viele Athleten ein Grund zur Sorge, bei den Temperaturen aber eine sinnvolle Maßnahme.

Von > | 3. Juli 2015 | Aus: SZENE

Warm-Up | Warm-Up vor dem Schwimmstart

Warm-Up vor dem Schwimmstart

Foto >Delly Carr / triathlon.org

In Frankfurt wird es heißer und heißer - nicht nur am, sondern auch im Wasser. Nachdem gestern noch unklar war, ob auch für die Hobbyathleten ein Neoprenverbot ausgesprochen wird, hat der Veranstalter nun offiziell verkündet: Niemand wird die 3,8 Schwimmkilometer am Sonntag mit der isolierenden Gummihaut zurücklegen. Der Langener Waldsee ist einfach zu warm. Um noch einmal eineinhalb Grad Celsius ist die Wassertemperatur innerhalb der vergangenen 24 Stunden gestiegen, die Tendenz ist weiter steigend.

Langener Whirlpool?

"Dass die Temperatur wieder unter die 24,5 Grad fällt, ist wohl ausgeschlossen", so Stefan Jäger von Ironman Europe gegenüber tri-mag.de. "Im Gegenteil: Der See wird bis Sonntag zum Whirlpool." Ab einer Wassertemperatur von 24,6 Grad Celsius gilt laut Ironman-Regeln ein Neoprenverbot für Agegroup-Athleten, die Profis dürfen schon ab 22 Grad nicht mehr "mit" schwimmen. Derzeit misst der Langener Waldsee, wo am Sonntag ab 6.40 Uhr der Kampf um EM-Medaillen und Kona-Slots startet, 25 Grad Celsius. Für morgen sind Lufttemperaturen von 37 Grad vorhergesagt - entsprechend wird auch die Wassertemperatur weiter steigen.

Lebenswichtige Maßnahme

Für viele Athleten ist die Nachricht vom Neoverbot ein Schock: Ein Neoprenanzug für Triathleten schützt nicht nur vor Kälte, sondern sorgt auch für reichlich Auftrieb. Viele schwimmen die 3,8 Kilometer mit Neoprenanzug mehrere Minuten schneller als ohne, und vor allem die schlechteren Schwimmer machen sich nun Sorgen. Allerdings ist das Verbot aus gesundheitlichen Gründen völlig angebracht: Schwimmt man mit Neoprenazug in sehr warmem Wasser, drohen Überhitzung und Dehydrierung - mitten im See wäre das lebensgefährlich. "Mein größter Wunsch ist, am Sonntag alle heil im Ziel zu begrüßen", so Ironman-Europachef Thomas Dieckhoff beim Racebriefing. Zuletzt hatte die Rennleitung in Frankfurt im Jahr 2010 ein Neoprenverbot ausgesprochen, insgesamt wird in diesem Jahr zum dritten Mal in der 14-jährigen Geschichte des Rennens "ohne" geschwommen.