Nils Frommhold: "Die Favoriten früh in Zugzwang bringen"

Nach seiner Last-Minute-Saison 2013 greift Profitriathlet Nils Frommhold in diesem Jahr schon deutlich früher ins Renngeschehen ein. In Südafrika könnte er am kommenden Sonntag im dritten Ironman seiner Karriere einen entscheidenden Schritt Richtung Hawaiiqualifikation machen. Wie er das anstellen will und wer seine Favoriten sind, hat er uns im Interview verraten.

Von > | 2. April 2014 | Aus: SZENE

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Nils Frommhold

Foto >Lemonsports / Ruben Elstner

Nils Frommhold, Sie waren zuletzt zwei Wochen mit dem Power Horse Triathlon Team auf Mallorca. Wie ist Ihre Form - so kurz vor dem ersten Saisonrennen?

Für mich war es wichtig, in den letzten beiden Trainingswochen vor dem Ironman wettkampfspezifisch und hart zu trainieren. Dazu brauche ich starke Trainingspartner, denn geteiltes Leid ist meist halbes Leid. Da ich in der Vergangenheit viel mit den Jungs vom Power Horse Team (Timo Bracht, Horst Reichel, Georg Potrebitsch, Jan Raphael, Anm. d. Red.) unterwegs war, wusste ich, dass es funktioniert und sich unsere Trainings gut miteinander kombinieren lassen. Ich weiß jetzt, dass ich für den kommenden Sonntag bereit bin! Ich bin erst im Januar ins Training eingestiegen; deshalb konnte ich vielleicht nicht die gewohnte Anzahl qualitativ hochwertiger Einheiten machen. Aber die die ich gemacht habe, waren vielversprechend.

Die Strecke in Port Elizabeth gilt nicht als allzu anspruchsvoll. Eher ein Vor- oder ein Nachteil für Sie?

Das kann ich so direkt gar nicht sagen. Wichtig ist erstmal, dass ich mich beim Schwimmen vorn platzieren kann und damit ein paar der anderen Favoriten früh in Zugzwang bringen kann. Danach könnte auf der Radstrecke der Wind eine wichtige Rolle spielen. Der sorgt nämlich dafür, dass Südafrika nicht unbedingt zu den schnelleren Radstrecken gehört. Obwohl das Höhenprofil gar nicht so spektakulär aussieht.

Ironman Cozumel | Nils Frommhold: Schnell schwimmen und die Favoriten auf dem Rad unter Druck setzen.

Nils Frommhold: Schnell schwimmen und die Favoriten auf dem Rad unter Druck setzen.

Foto >FinisherPix.com

Die Veranstalter haben Ihnen für Ihren dritten Ironman die Startnummer 13 gegeben. Ein gutes oder eher ein schlechtes Omen?

Das wird sich am Sonntag zeigen, aber eigentlich bin ich nicht abergläubisch und gehe das Rennen an, wie jedes andere Rennen mit einer anderen Nummer auch. Fragen Sie mich doch nach dem Rennen noch einmal!

Eine kleine Plattform für Kona haben Sie im Dezember in Cozumel und bei drei 70.3-Rennen Ende 2013 schon gelegt. Was erhoffen Sie sich vom Rennen am Sonntag - vor allem in Bezug auf Ihre Hawaiiambitionen?

Ja, die Rennen im letzten Jahr waren für meine Hawaiiqualifikation 2014 wichtig. Am Wochenende habe ich die Möglichkeit, einen großen Sprung im "Kona Pro Ranking" zu machen - genau dafür reise ich nach Port Elizabeth. Natürlich hängen von der Platzierung auch der weitere Saisonverlauf und die weiteren Rennen ab.

Wen haben Sie für Sonntag auf der Rechnung?

Meine Topfavoriten sind Faris Al-Sultan und Ronnie Schildknecht (Vorjahressieger, Anm. d. Red.). Beide haben fast alle ihre Ironmanstarts außerhalb von Kona  gewonnen und gehören zu den weltbesten Triathleten der letzten Jahren. Daneben will James Cunama sicher seinen Heimvorteil nutzen und "seinen Ironman" zum ersten Mal gewinnen. Dass Bas Diederen in einer starken Form ist, hat er bei seinem zweiten Platz in Abu Dhabi gezeigt. Auf dem Rad könnten Georg Potrebitsch und der Franzose Bertrand Billard das Heil in der Flucht suchen und damit den Rennverlauf beeinflussen. Insgesamt ist das Profifeld vielleicht nicht zahlenmäßig groß, aber auf jeden Fall qualitativ stark besetzt.