Nils Frommholds Radleistung in Roth

Am vergangenen Sonntag ist Nils Frommhold bei der Challenge Roth mit 4:15:16 Stunden die schnellste Radzeit gefahren und musste sich letztlich im Marathon nur Timo Bracht beugen. Anhand der Daten seines power2max-Leistungsmessers zeigen wir Ihnen, wie Frommholds Renneinteilung aussah.

Von > | 25. Juli 2014 | Aus: SZENE

Nils Frommhold | Nils Frommhold auf der Radstrecke der Challenge Roth 2014

Nils Frommhold auf der Radstrecke der Challenge Roth 2014

Foto >Michael Rauschendorfer

Um auf der Strecke mit etwa 1.300 Höhenmetern einen Schnitt von fast 42 km/h zu fahren, musste Frommhold 306 Watt “normalisierter Leistung” (normalisierte Leistung bezieht kraftraubende Leistungsspitzen in die Berechnung mit ein, unterscheidet sich also vom Durchschnittswert) auf die Pedale seines Triathlonrads bringen. Bei einem Körpergewicht von 76 Kilogramm sind das etwas über 4 Watt pro Kilogramm. Das entspricht ziemlich genau der Leistung von Pete Jacobs bei seinem Ironman-Hawaii-Sieg 2012.

Angriff erst nach 100 Kilometern

Typischerweise wird bei einem Langdistanztriathlon im Profifeld zunächst hart gefahren, später etwas das Tempo reduziert. Nils Frommhold hat es in Roth aber genau umgekehrt gemacht. „Nach dem Schwimmen waren wir in einer großen Gruppe unterwegs. Leider hat sich kein früher Radexpress ergeben. Deshalb habe ich bis Kilometer 100 gewartet, bevor ich meine Attacke gesetzt habe“, erklärt er. Die Daten zeigen das sehr schön: Während der ersten beiden Stunden musste Frommhold knapp über 300 Watt investieren um „mitzufahren“, in der dritten Stunde ging dann die Post ab.

Nils Frommhold Einteilung | Nils Frommhold hat sich sein Rennen \"progressiv\" eingeteilt.

Nils Frommhold hat sich sein Rennen "progressiv" eingeteilt.

Foto >power2max

Nach etwas über 100 Kilometern war es soweit und Nils Frommhold schaltete auf Angriff: Statt der ungleichmäßigeren Fahrweise in der Gruppe, in der er sich teilweise etwas zurückhalten konnte, ging es nun mit konstant hoher Leistung in Richtung Greding. Hier fuhr Frommhold mit dem höchsten Output und brachte über 30 Minuten 332 Watt normaliserte Leistung (323 W Schnitt) auf die Pedale.

Nils Frommhold Runde 1 | Runde 1: Zurückhaltung im Flachen, hart Fahren am Berg.

Runde 1: Zurückhaltung im Flachen, hart Fahren am Berg.

Foto >power2max

Nils Frommhold Runde 2 | Runde 2: Konstant hart im Flachen, noch härter am Berg.

Runde 2: Konstant hart im Flachen, noch härter am Berg.

Foto >power2max

Er zog sein Tempo jetzt entschlossen und ohne sichtbare Hänger durch. Die Leistung wurde konstant hoch gehalten und selbst nach der „Laktatdusche“ in Greding hielt er das Tempo bis zum Schluss des Anstiegs hoch. Auch nach dem Anstieg ging es flott weiter und die Leistung blieb hoch. Der Lohn der Arbeit waren fünf Minuten Vorsprung in der zweiten Wechselzone.

Nils Frommhold Übersicht | Nils Frommholds Leistungsdaten bei der Challenge Roth.

Nils Frommholds Leistungsdaten bei der Challenge Roth.

Foto >power2max

Auf Sieg fahren ist ein Risiko

Für Agegrouper gilt auf der Langdistanz: Spitzen vermeiden, gleichmäßig fahren, Körner sparen. Wenn man als Profi gewinnen möchte, muss man aber ein Risiko eingehen und möglicherweise eine Gruppe sprengen können. Und das zeigen die Daten: Nils Frommhold fuhr viel in obersten Leistungsbereichen, was Kraft raubt, aber notwendig war, um die Konkurrenz zu distanzieren. Insgesamt 45 Minuten lang drückte er über 360 Watt und der Spitzenwert für eine Minute lag bei über 500 Watt. Zum Trost gab es knappe 15 Minuten Tretpausen auf der Strecke, was man in der Grafik ganz links erkennen kann. Meist summiert sich so etwas in Abfahrten und in den Phasen, in denen in einer Gruppe gefahren wird. Dann muss der eine oder andere Tritt ausgelassen werden, damit man nicht in die Windschattenbox des Vordermanns rollt.

Nils Frommhold Verteilung | So war die Kraft bei Frommholds Radsplit verteilt.

So war die Kraft bei Frommholds Radsplit verteilt.

Foto >power2max

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