Zwölf Jahre nach seiner Mitteldistanz-Premiere siegte Bevan Docherty auch in Panama.

Delly Carr / triathlon.org

Bevan Docherty
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Ironman 70.3 Panama Nur Docherty schlägt Armstrong

Langstrecke | 12. Februar 2012
Lance Armstrong musste sich bei seinem vielbeachteten Triathlon-Comeback nach 20 Jahren erst auf den letzten Laufkilometern geschlagen geben. Am Ende hatte der Neuseeländer Bevan Docherty den Rekord-Toursieger im Griff. Und der den Rest der Triathlonwelt.
Da startet die Ironman-Saison in Panama mit einem mit Stars gespickten Feld in ihre heiße Phase - und dann stiehlt ein 40-jähriger Ex-Radprofi den Triathleten die Show. Nun ist dieser Mann allerdings ein siebenfacher Tour-de-France-Sieger und war vor seiner Radsportkarriere schon Triathlet. Vor 20 Jahren wurde Lance Armstrong beim Triathlon entdeckt und startete danach eine beispiellose Karriere im Profiradsport.
Lance Armstrong bei der Xterra World Championship 2011 auf Maui
©xterraplanet.com
Lance Armstrong bei der Xterra-WM 2011
 

"Der fährt ... wie Armstrong"

Und es scheint so, als hätte der US-Amerikaner nicht viel verlernt in den Jahren, in denen er sich zum großen Dominator der Radsportszene aufschwang. "Armstrong sieht kontrolliert aus, der hat sich das Rennen wohl gut eingeteilt. Er fährt wie ... naja: wie Armstrong", jubelte der Live-Ticker gegen Ende der Radstrecke. In diesem Jahr will Armstrong sich als Triathlonprofi für den Ironman Hawaii qualifizieren. Sein Weg dahin ist in Triathlonkreisen nicht unumstritten, bringt dem Sport aber ohne Frage eine neue Form der Aufmerksamkeit. Selten wurde ein Ironman 70.3 so früh im Jahr von so vielen Journalisten begleitet wie das Rennen in Panama. Die Weltklassetriathleten um den zweifachen Olympia-Medaillengewinner Bevan Docherty, Chris Lieto (USA), den Zweiten der Ironman-70.3-WM 2011, Nachwuchshoffnung Bertrand Billard (FRA), Haudegen Richie Cunningham (AUS) oder den starken Dänen Rasmus Henning konnten einem fast leid tun: Immer ging es nur um Armstrong. Nach dem Rennen muss man aber anerkennen: Armstrong hat in Nachhinein zumindest einen Teil des Rummels sportlich gerechtfertigt. Schon beim Schwimmen verlor er nur etwas mehr als eine halbe Minute auf die Schnellsten und pirschte sich gemeinsam mit Chris Lieto auf dem Rad schnell heran an die Führungsgruppe, der allerdings erwartungsgemäß der junge Franzose Billard schon früh entwischt war. Dessen Vorsprung schmolz auf der zweiten Streckenhälfte aber schnell dahin, als Lieto und Armstrong gemeinsame Sache und Ernst machten. Kurz vor der zweiten Wechselzone hatten sie den Ausreißer gestellt. Die Reihenfolge zu Beginn des Halbmarathons: Lieto, Billard, Armstrong. Drei Minuten dahinter die starken Läufer Docherty, Cunningham, Henning.

Docherty mit dem stärksten Finish

Wer jetzt vermutete, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die schnellen Läuferbeine die kompromisslos agierenden Radspezialisten stellen würde, musste lange warten: Während Billard schon zu Beginn der Laufstrecke zurückfiel, musste sich Lieto bald geschlagen geben. Allerdings etwas überraschend seinem Landsmann Armstrong, der die Führung übernahm und fünf Kilometer vor dem Ziel schon wie der Sieger seines Comebackrennens aussah.
Das twitterten die Profis zum Comeback von Lance Armstrong:
 
@rasmushenning
"Ja, ich wurde "gelanced". Man sollte diesen Kerl nie unterschätzen. Beim Laufen habe ich genau das getan."
 
@Mirindacarfrae
"Ich denke er sollte eine Wildcard für Hawaii bekommen."
Doch dann schaltete Docherty bei seinem zweiten Start über diese Distanz (beim ersten Versuch vor 12 Jahren schlug er Dirk Bockel in ähnlicher Manier) in den höchsten Gang. Zwei Kilometer vor dem Ziel hatte er den Rückkehrer gestellt und siegte mit einer halben Minute Vorsprung. Armstrong untermauerte seine Hawaii-Ambitionen mit einem clever eingeteilten Rennen und Rang zwei, den er müheos gegen Richie Cunningham und Rasmus Henning verteidigen konnte.

Naeth auf dem Rad in eigener Liga

Bei den Frauen blieb die Kanadierin ihrer Linie treu. Bei fast jedem Rennen, in dem die 29-Jährige antritt, steht in der Ergebnisliste die Radbestzeit hinter ihrem Namen. Auch in Panama fuhr sie vom 16. Platz nach dem Schwimmen bis zur zweiten Wechselzone auf die Britin Leanda Cave auf. Weil Cave beim Laufen aber keinen guten Tag erwischte, übernahm Naeth bald die Führung. Selbst ein Wahnsinnshalbmarathon von Kelly Williamson brachte die Texanerin "nur" noch bis auf Rang zwei nach vorn. Williamsons 1:16:18 Stunden bedeuteten den viertschnellsten Lauf des Tages - inklusive der Männerprofis. Dritte wurde die US-Amerikanerin Margaret Shapiro vor Leanda Cave. Die Schweizerin Natascha Badmann musste sich im Kampf um Platz sechs knapp Yvonne van Vlerken aus den Niederlanden geschlagen geben.
Ergebnisse Männer
PlatzNameNationGesamt1,9 km Swim90 km Bike21,1 km Run
1Bevan DochertyNZL3:50:1318:542:14:371:12:50
2Lance ArmstrongUSA3:50:5519:222:10:181:17:01
3Richie CunninghamAUS3:52:5919:192:14:351:15:35
4Rasmus HenningDEN3:53:3819:002:13:471:16:51
5Romain GuillaumeFRA3:54:4419:032:14:411:17:08
6Jesse ThomasUSA3:55:3020:082:16:171:15:01
7Chris LietoUSA3:56:2119:382:10:081:22:38
8Ivan VasilyevRUS3:58:3218:512:20:091:15:55
9Oscar GalindezARG4:00:5320:502:09:591:25:40
10Bert JammaerBEL4:01:2419:192:19:461:18:28
Ergebnisse Frauen
PlatzNameNationGesamt1,9 km Swim90 km Bike21,1 km Run
1Angela NaethCAN4:15:3122:562:26:311:21:44
2Kelly WilliamsonUSA4:19:1120:132:38:361:16:18
3Margaret ShapiroUSA4:19:3420:382:31:421:23:13
4Leanda CaveGBR4:21:4220:102:29:131:28:00
5Tine DeckersBEL4:25:2922:012:30:191:28:26
6Yvonne van VlerkenNED4:29:0022:572:36:051:25:27
7Natascha BadmannSUI4:29:1722:422:32:181:29:28
8Michelle VesterbyDEN4:30:2020:152:36:181:29:22
9Bree WeeUSA4:31:0921:232:38:301:26:32
10Dede GriebauerUSA4:33:0320:142:37:511:30:09