Patrick Lange: "Ein paar Kona-Punkte wären schön"

Patrick Lange ist seit vielen Jahren im Triathlon-Profi-Geschäft unterwegs. Am Samstag gibt der 29-Jährige beim Ironman Texas sein Langdistanz-Debüt. Der Darmstädter über seine Ziele, die aufkommende Nervosität und das veränderte Training unter Coach Faris Al-Sultan.

Von > | 12. Mai 2016 | Aus: SZENE

Patrick Lange

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Patrick Lange, Sie starten am Samstag bei Ihrer ersten Langdistanz. Wie geht es Ihnen? Was macht die Nervosität?

Natürlich bin ich aufgeregt! Aber ich weiß, dass ich gut trainiert habe und alles gegeben habe, um am Samstag fit an der Startlinie zu stehen. Ich habe viel Respekt. Den braucht man aber sicher auch, um bei einem Ironman durchzukommen. Ich vertraue voll auf Faris. Er wird mich richtig vorbereitet haben. Ich fühle mich in der Taperingphase von Tag zu Tag besser und ich denke, mit dem nötigen Respekt kann das Rennen gut werden.

Sie werden seit dieser Saison von Faris Al-Sultan gecoacht. Was hat sich seither in Ihrem Training verändert?

Das Langdistanz-Training hat vor allem einige lange Läufe mit sich gebracht. Ich bin zuvor noch nie über 30 Kilometer gelaufen. Von diesen Läufen habe ich jetzt einige in den Beinen.
Außerdem haben wir auf spezielles Krafttraining gesetzt und durch eine andere Tagesstruktur effektivere Pausen gewonnen. Ich höre auch mehr auf mein Körpergefühl, wenn es mal nicht so läuft.

Für die erste Langdistanz könnte man sich klimatisch leichtere Rennen aussuchen als den Ironman in Texas. Warum geben Sie ausgerechnet hier Ihr Debüt?

Man könnte sich mit Sicherheit leichtere Rennen aussuchen, das stimmt. Ich bin sicher, dass es am Samstag alleine klimatisch ein sehr hartes Rennen wird. Allerdings komme ich sehr gut mit heißen Bedingungen zurecht. Ich habe viel in der Wärme trainiert, habe mir den Ironman 70.3 auf deb Philippinen ausgesucht, um mich an heiße Rennen mit hoher Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen – was ja sehr gut geklappt hat. Noch dazu bietet mir das Rennen viele Kona-Pro-Ranking Punkte, wenn es gut läuft. Das ist natürlich die Hoffnung.
Auch wenn Kona im ersten Jahr nicht das Top-Ziel ist, wäre es schon schön, mit ein paar Punkten im Gepäck abzureisen um den Traum von Kona leben zu lassen. Generell konnte ich in diesem Jahr meine Umfänge endlich so weit steigern, dass ich mich für eine Langdistanz gut vorbereitet fühle. Das ist mein Ziel, seit ich mit Triathlon angefangen habe. Deshalb kann es jetzt gerne losgehen!

Seit wann sind Sie in Texas? Wie lange haben Sie sich akklimatisiert?

Ich bin zehn Tage vor dem Rennen angereist. Wie viele andere Athleten auch, bin ich in einem Homestay untergebracht. Meine Familie hier tut alles, um mir meinen Aufenthalt so gut wie möglich zu gestalten. Dafür bin ich sehr dankbar. Seit der Jetlag weg ist, fühle ich mich gut. Von den Temperaturen ist es sogar angenehmer als auf den Philippinen. Das stimmt mich positiv.

Als Rookie haben Sie wenige auf dem Plan. Kommt Ihnen das zugute?

Man kann mit weniger Druck in ein Rennen gehen. Unter dem Radar zu fliegen ist nicht schlecht.

Dass die Radstrecke auf 150 Kilometer gekürzt wurde, ist nicht unbedingt schlecht für Sie. Sie sind ein ausgezeichneter Läufer.

Im ersten Moment war ich nicht happy, weil ich natürlich bei meinem ersten Ironman auch die volle Distanz machen wollte und dafür trainiert habe. Auf der anderen Seite wird das Rennen hart genug. Ansonsten bin ich froh, dass Ironman alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, das Rennen doch noch auf die Beine zu stellen. Denn ich weiß, dass es lange Zeit nicht danach aussah. Gegen Unwetter und Überschwemmungen ist eben niemand gewappnet.

Welche Schlagzeile würden Sie nach dem Rennen am Liebsten auf tri-mag.de lesen?

„Rookie Lange hinterlässt ein fettes Ausrufezeichen bei Ironmanpremiere!“