Fabian Rahn bloggt Performance-Pläne auf Emotionsbasis

Langstrecke | 19. Februar 2016
Die Challenge Roth faszinierte Fabian Rahn bereits, da hatte er mit dem Triathlon noch gar nichts zu tun. In fünf Monaten will er dort sein Langdistanz-Debüt feiern und freut sich auf ein Kräftemessen mit Jan Frodeno. Sein Ziel ist die Top Ten. Denn: "Träumen ist erlaubt. Aber nur, wenn man hart dafür arbeitet", schreibt er in seinem Blog.
Roth war und ist für mich von Anfang an das Mekka des Triathlonsports. Als ich Anfang 2000 mit dem Radsport begonnen hatte, wurde die Langdistanz in Roth, damals noch unter dem Label Ironman, auf Eurosport im Fernsehen übertragen. Ich war fasziniert von den Protagonisten und klangvollen Namen wie Jürgen Zäck, Thomas Hellriegel, Lothar Leder, Normann Stadler, Chris Mc Cormack und natürlich Andreas Niedrig! Da ich auch damals schon immer gerne Laufen gegangen bin, lag es eigentlich nahe, auch selbst mit dem Triathlon zu beginnen. Doch meine Angst vor dem Schwimmen war zu groß - und es dauerte noch eine gefühlte Ewigkeit, bis ich mich zum ersten Mal in die Fluten stürzte.
Erst Anfang 2009 begann ich mit dem Triathlonsport, nachdem ich zuvor noch eine Radkarriere eingeschlagen hatte. Mittlerweile aber suchte ich eine neue Herausforderung, außerdem wollte ich endlich meine Schwimmangst hinter mir lassen. Das gelingt mir mittlerweile immer besser, und so werden der Triathlon und Roth auch für mich immer interessanter. Inzwischen schwimme ich Distanzen, die ich mir früher nicht hätte vorstellen konnte - noch nicht einmal im vergangenen Jahr. Und deshalb will ich mit 30 Jahren das „Projekt“ Langdistanz endlich angehen. Und bei meiner ersten Teilnahme im Idealfall nicht nur eine Rolle als Statist spielen. Auch wenn ich glaube, dass es in diesem Jahr jeder Profi schwer haben wird, bei der Challenge Roth über eine Statistenrolle hinaus in Erscheinung zu treten. Denn mit der Verpflichtung von Jan Frodeno hat Felix Walchshöfer einen Coup gelandet, der dem Rennen definitiv den Stempel aufdrücken wird. Auch wenn Jan wohl nur die Zeit als echten Gegner haben wird, bin ich ultraheiß auf dieses Rennen und freue mich schon jetzt riesig auf diesen einen Tag in fünf Monaten, wenn es heißt: Jan Frodeno gegen der Rest der Welt. Und ich mittendrin.

Zur Premiere in die Vollen

Viele werden mich jetzt wahrscheinlich als verrückt oder gar überheblich bezeichnen - der soll Junge doch erstmal ein solides Finish hinlegen, bevor er nach Höherem strebt! Aber Höheres ist ja bekanntlich Definitionssache, und bei allem Respekt vor diesen langen Distanzen, gebe ich inzwischen täglich alles für dieses erfolgreiche Finish am 17. Juli in Roth. Ich werde mich natürlich nicht auf exakte Platzierungen oder Zeiten festnageln lassen. Das geht auch gar nicht, da es an diesem Tag zu viele Variablen geben wird, wie beispielsweise das Wetter. Aber wie bereits zu Beginn meiner damaligen Bloggerei angekündigt, strebe ich ein Finish unter den besten Zehn an.
Ein Top-Ten-Finish in Roth ist bestimmt nicht die einfachste Aufgabe zum Start einer Langdistanzkarriere. Das stimmt - und ich könnte es mir auch „einfacher“ machen und als Rookie irgendeine Langdistanz wählen, bei der die Chancen auf eine Top-Platzierung wesentlich größer wären. Aber ich möchte gleich zu Beginn bei dem für mich größten Rennen der Welt starten. Denn ich verbinde mit diesem Rennen so viele positive Erinnerungen und Emotionen. Es ist quasi Schuld daran, dass mich überhaupt das Triathlonfieber gepackt hat. Natürlich gibt es da auch noch den Mythos Hawaii und natürlich möchte ich mich irgendwann auch dafür qualifizieren, aber Roth spielt für mich in der gleichen Liga! Seitdem ich im Jahr 2009 mit dem Triathlon begonnen habe, war ich fast jedes Jahr in Roth als Zuschauer dabei. Und es war in jedem Jahr aufs Neue unfassbar geil und emotional! Auch jetzt, wenn ich darüber schreibe, bekomme ich wieder eine Gänsehaut. Genau das ist für mich der entscheidende Faktor: Ich möchte gleich zu Beginn dieses Gefühl und diese Emotionen als Athlet in mich aufsaugen und so im Idealfall gleich meine beste Performance abrufen. Träumen ist schließlich erlaubt. Aber auch nur dann, wenn man hart dafür arbeitet!

Innere Werte

Nach diesem Gefühlsausbruch muss ich mich jetzt erstmal wieder beruhigen. Aber neben dem vielen und oft harten Training lebt unser Sport doch von genau diesen Emotionen. Wenn einen das alles nicht emotional mitnehmen würde, könnte man diese Qualen und Entbehrungen doch gar nicht ertragen - zumindest für mich sind die Emotionen der Grund, all das auf mich zu nehmen. Und ich bin mir sicher, dass es bei den meisten von euch nicht anders ist. Wenn man sich nicht auf einen Wettkampf freuen würde, natürlich auch auf das erlösende Finish, würde Mann/Frau doch nicht so viel und so oft trainieren. Oder macht diesen Sport wirklich irgendjemand, um zum Beispiel "nur" abzunehmen? Ihr dürft mich gerne eines Besseren belehren - aber ich persönlich bereite mich nicht nur der geilen Figur wegen mit aller Konsequenz auf den 17. Juli 2016 vor!
Und nun wünsche ich euch weiterhin gutes Training und hoffe, dass ihr eure guten Vorsätze nicht schon wieder über den Haufen geworfen habt. Einige von euch sehe ich bestimmt bei der Challenge Roth.
Euer Fabian