Podium für Christian Ritter, Potrebitsch gibt auf

Die Schweizerin Regula Rohrbach und Sylvain Rota aus Frankreich haben die zweite Auflage des Ironman Wales gewonnen. Den Grundstein für die Siege legten sie mit eindrucksvollen Leistungen auf der schweren Radstrecke. Während Christian Ritter nach einem starkem Marathon der Sprung aufs Podium gelang, gab Mitfavorit Georg Potrebitsch das Rennen vorzeitig auf.

Von > | 16. September 2012 | Aus: SZENE

christian_ritter_wales_2012_NEU | Christian Ritter Ironman Wales 2012

Christian Ritter Ironman Wales 2012

Foto >finisherpix.com

Frühe Punkte für das Kona Pro Ranking und die realistische Chance auf den ersten Ironman-Sieg hatten Christian Ritter und Georg Potrebitsch zum Start beim Ironman Wales bewegt. Am Ende eines windigen und regnerischen Renntags kann nur Ritter mit seinem Auftritt in Pembrokeshire im Südwesten Wales zufrieden sein. Denn während sich der Merseburger mit der zweitschnellsten Laufzeit Platz drei und 780 wertvolle Kona-Pro-Ranking-Punkte holte, kam der hoch gehandelte Potrebitsch nicht ins Ziel. Dabei hatte das Rennen für den Gladbecker vielsprechend begonnen, obgleich mit Daniel Halksworth und Harry Wiltshire den Auftakt zunächst zwei einheimische Athleten bestimmt hatten.

Außenseiter Rota dreht auf

Starke 44:07 Minuten benötigten die beiden Briten für die 3,8 Kilometer in der mit 16 Grad kühlen, aber ruhigen Keltischen See. Während Potrebitsch und Ritter gut 60 Sekunden dahinter auf den Rängen fünf und sechs folgten, lief Daniel Niederreiter aus Österreich als Siebter schon früh einem dreiminütigen Rückstand hinterher. Anschließend setzte vor allem Potrebitsch alles daran, den Rückstand auf die Spitze zu verkürzen – mit Erfolg. Noch im ersten Raddrittel schloss er zu Halksworth und Wiltshire auf. Nur einer war zu diesem Zeitpunkt noch schneller unterwegs als der Deutsche: Sylvain Rota aus Frankreich. Allein auf den ersten 60 Radkilometern hatte der 28-Jährige seinen mehr als vierminütigen Schwimmrückstand auf 44 Sekunden verkürzt, um das britisch-deutsche Führungstrio wenig später zu stellen. Auch danach machte Rota weiter Druck und seinen Konkurrenten klar, dass ihm der schwere Radkurs mit rund 2.000 Höhenmetern liegt. Nach kurzer Gegenwehr Halkworths setzte sich der Franzose 70 Kilometer vor dem zweiten Wechsel und bei inzwischen starkem Wind eindrucksvoll ab. Zum Leidwesen von Potrebitsch und Wiltshire. Während der Brite bis zum Wechsel auf Rang elf durchgereicht wurde, musste Potrebitsch das Rennen wegen eines Materialschadens vor dem Laufen aufgeben.

Rota verwaltet, Niederreiter überholt

Rota hatte sich dank seiner Radleistung unterdessen einen äußerst komfortablen Vorsprung für den abschließenden Marathon erarbeitet. Erst mehr als sieben Minuten hinter dem Franzosen startete Halksworth als Zweiter auf die Laufstrecke in Tenby und lag damit winzige 25 Sekunden vor Niederreiter, der sich auf der zweiten Radhälfte kontinuierlich nach vorn gearbeitet hatte. Fast drei weitere Minuten vergingen bis auch Ritter die ersten Laufmeter in Angriff nahm. Keine schlechte Ausgangsposition, um den angestrebten Podestplatz noch zu erreichen. Rota büßte auf der ersten von vier zu absolvierenden Laufrunden zwar viel Zeit ein, am Sieg des jungen Franzosen konnte aber niemand mehr rütteln. In 8:52:43 Stunden feierte der 28-Jährige am Ende seinen größten Karriereerfolg und einen neuen Streckenrekord. Keine drei Minuten dahinter freute sich Niederreiter über den Vize-Titel, nachdem er sich dank der schnellsten Laufzeit des Tages (2:48:05 Stunden) auf den ersten Marathonkilometern von Halksworth hatte lösen können. Der Gewinner des Ironman UK 2012 musste noch vor der Halbmarathon-Marke auch Ritter ziehen lassen und erreichte das Ziel letztlich dreieinhalb Minuten hinter dem Deutschen auf Rang vier. Ritter glückte damit zum zweiten Mal nach 2009 der Sprung auf ein Ironmanpodium. Damals musste er sich beim Ironman Wisconsin nur dem Südafrikaner Raynard Tissink geschlagen geben.

Ironman Wales | Männer

  1. September 2012, Tenby/Pembrokeshire (GBR)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

1

Sylvain Rota

FRA

8:52:43

48:12

5:04:16

2:52:42

2

Daniel Niederreiter

AUT

8:55:20

47:13

5:13:15

2:48:05

3

Christian Ritter

GER

8:58:49

45:07

5:17:36

2:48:26

4

Daniel Halksworth

GBR

9:02:13

44:07

5:15:50

2:54:59

5

Karol Dzalaj

SVK

9:12:21

48:17

5:14:42

3:01:01

6

Michael Wetzel

GER

9:15:12

51:18

5:20:47

2:55:28

7

Andi Fuchs

AUT

9:16:09

52:17

5:10:29

3:05:07

8

Alain Krickel

BEL

9:18:45

51:29

5:23:03

2:56:10

9

Freddy Lampret

RSA

9:21:25

47:17

5:30:55

2:52:25

10

Nikolaus Wihlidal

AUT

9:22:04

49:44

5:28:52

2:55:21

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Rohrbach fährt zum Sieg

Auch bei den Frauen wurde das Rennen bereits beim Radfahren entschieden. Nachdem Regula Rohrbach das Schwimmen zwar als Dritte, aber mit mehr als drei Minuten Rückstand auf die führende Britin Natalie Barnard beendet hatte, drehte die Schweizerin auf den 180 Radkilometern richtig auf. Schon nach dem ersten Drittel war sie ihrer ärgsten Konkurrentin, der Irin Eimear Mullan, um gut sieben Minuten enteilt, während Topfavoritin Hillary Biscay (USA) an gleicher Stelle bereits weitere 90 Sekunden zurücklag. Und Rohrbach drückte weiter aufs Tempo. In 5:34:35 Stunden blieb die Vierte des Ironman Switzerland gut zwanzig Minuten unter dem alten Kursrekord und wechselte mit riesigem Vorsprung auf den Marathon. Dort büßte die 38-Jährige zwar etwas Zeit ein, am Ende reichte es aber auch für sie zu einem nie gefährdeten Sieg mit neuem Streckenrekord. Zweite wurde Ironman-UK-Siegerin Mullan, die die Ziellinie gut 16 Minuten später überquerte. Der dritte Podestplatz ging an die Britin Joanna Carritt, die Kristin Lie (NOR) und Hillary Biscay auf die Plätze vier und fünf verwies. Die deutsche Hoffnungsträgerin Dana Wagner hatte ihren Start kurzfristig abgesagt.

Ironman Wales | Frauen

  1. September 2012, Tenby/Pembrokeshire (GBR)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

1

Regula Rohrbach

SUI

9:45:09

51:29

5:34:35

3:09:48

2

Eimear Mullan

IRL

10:01:32

53:41

5:54:57

3:04:14

3

Joanna Carritt

GBR

10:12:34

57:38

5:55:01

3:09:12

4

Kristin Lie

NOR

10:16:27

1:03:00

5:53:11

3:10:42

5

Hillary Biscay

USA

10:18:57

48:13

6:08:23

3:11:11

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