Raelert macht es spannend

Beim Cologne Triathlon Weekend musste es der haushohe Favorit über die Halbdistanz, Andreas Raelert, zum ersten Mal mit einem ernsthaften Herausforderer aufnehmen. Auf der Langdistanz gewannen Diana Riesler und Georg Potrebitsch deutlich.

Von > | 5. September 2011 | Aus: SZENE

Andreas Raelert | Andreas Raelert auf dem Weg zur Weltbestzeit

Andreas Raelert auf dem Weg zur Weltbestzeit

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Wie spielerisch hatte er doch in vergangenen Jahren in Köln gewonnen: 2009 siegte Raelert auf der Mitteldistanz des Cologne-Triathlons mit sechs Minuten Vorsprung vor seinem ärgsten Verfolger, im vergangenen Jahr setzte er noch einen drauf und distanzierte den Zweitplatzierten sogar um 14 Minuten. Und gewann fast 15 Minuten vor Per Bittner, der damals Dritter wurde.

Schaulaufen des TeamTBB

Womöglich war es diese Demütigung, die eben jenen Per Bittner anstachelte, es Raelert es diesem Jahr zu zeigen. Sechs Minuten holte der 26-jährige Team-TBB-Nachwuchsathlet im Vergleich zum Vorjahr auf dem Rad heraus - und startete nach zwei schnellen Wechseln plötzlich als Führender auf die Laufstrecke. Doch dicht gefolgt vom großen Favoriten: Nicht unwahrscheinlich, dass Andreas Raelert es auf dem Rad bewusst etwas langsamer hatte angehen lassen, um auf dem abschließenden Halbmarathon seine Laufform zu testen. Die jedenfalls stimmte: Etwa nach der Hälfte der Laufstrecke begann Raelert, Meter zwischen sich und seinen Begleiter zu legen. Der gab zwar bis zum Schluss nicht auf, doch viel entgegenzusetzen hatte er Raelert nicht mehr. Fast zwei Minuten lief der auf der zweiten Hälfte des Halbmarathons auf Bittner heraus und gewann letztlich souverän. Bittner überquerte die Ziellinie als Zweiter - und lernte nach rund 100 gemeinsamen Kilometern auch dort, was es heißt, in der Welt von Andreas Raelert zu performen: Nach Bittners Zieleinlauf musste das Siegerduo über 13 Minuten warten, bis der Drittplatzierte, Andreas Dreitz, dem Siegerduo folgte.

Geduld, zumindest im Ziel - eine Fähigkeit, die in Köln auch von Bittners Teamkollegen Georg Potrebitsch und Diana Riesler gefordert war. Drei Minuten hatte Potrebitsch bereits beim Schwimmen auf die meisten seiner Konkurrenten gewonnen und war sogar mit neuneinhalb Minuten Vorsprung vor dem schnellsten Verfolger, Clemens Coenen, vom Rad gestiegen, um dann auf dem Marathon nichts mehr anbrennen zu lassen. Bis fünf Kilometer vor dem Ziel baute Potrebitsch seinen Vorsprung weiter aus und ließ es dann ruhig auspendeln. Auf den letzten Kilometern nahm sich Potrebitsch jede Menge Zeit zum Abklatschen, Händeschütteln und Feiern. Um vier Minuten ließ er seinen Verfolger Coenen auf den letztern Metern zum Ziel noch einmal herankommen, bevor er nach 8:28:25 Stunden die Ziellinie überquerte und sich damit den Deutschen Meistertitel sicherte. Fünf Wochen bleiben Potrebitsch nun, sich von dem Rennen zu erholen - dann soll er beim Ironman Hawaii wieder seine Höchstleistung abrufen. Was wohl für jeden anderen Triathleten eine Horrorvorstellung wäre, ist für einen, der unter dem Australier Brett Sutton trainiert, eine fast schon entspannte Aussicht.

Riesler gewinnt von vorn

Diana Riesler dagegen wird den Ironman Hawaii auslassen - doch auch sie dürfte nach drei Ironmanstarts im Monat Juli nicht mit der besten Tagesform und den frischsten Beinen in Köln angetreten sein. Anmerken ließ sie sich das aber zunächst nicht. Fünfeinhalb Minuten gewann die TBB-Athletin auf dem Rad auf ihre Verfolgerin Almuth Grüber, sogar über 13 auf die Dritte Gabriela Harnischfeger. Und auch Riesler packte beim Laufen zunächst einmal etwas drauf: Auf über acht Minuten baute sie ihren Vorsprung aus, bis Grüber nach zehn Kilometern wieder etwas aufholte. An Titelverteidigerin Riesler kam sie aber nicht mehr heran. Dritte wurde Gabriela Harnischfeger, die bis ins Ziel über eine halbe Stunde auf Riesler verlor. Auf der halben Distanz dominierte die Kölnerin Beate Görtz, amtierende Ironman-Weltmeisterin der Altersklasse 40-44 Jahre, die mit knapp acht Minuten Vorsprung vor Mareen Hufe und 13 Minuten vor Nicole Best gewann.

Cologne 226 Half, Frauen

  1. September 2011, Köln

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

Gesamt

1

Beate Görtz

GER

29:32

2:23:32

1:31:05

4:28:24

2

Mareen Hufe

GER

28:55

2:28:32

1:34:05

4:36:12

3

Nicole Best

GER

28:26

2:33:22

1:35:42

4:41:28

4

Christine Liebendörfer

GER

35:24

2:25:48

1:39:40

4:45:20

5

Monique Burger

GER

28:28

2:33:56

1:40:06

4:47:02

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Cologne 226 Half, Männer

  1. September 2011, Köln

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

Gesamt

1

Andreas Raelert

GER

23:39

2:07:25

1:13:30

3:48:26

2

Per Bittner

GER

23:40

2:07:42

1:15:33

3:50:18

3

Andreas Dreitz

GER

24:14

2:11:26

1:24:21

4:03:38

4

Oliver Strankmann

GER

23:35

2:17:35

1:22:35

4:07:28

5

Geert Janssens

BEL

24:09

2:17:10

1:23:31

4:08:43

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Cologne 226, Frauen

  1. September 2011, Köln

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

Gesamt

1

Diana Riesler

GER

59:55

4:50:23

3:17:07

9:11:59

2

Almuth Grüber

GER

1:01:26

4:53:40

3:16:52

9:17:47

3

Gabriela Harnischfeger

GER

1:05:45

4:57:23

3:34:04

9:42:33

4

Annett Finger

GER

1:00:39

5:06:50

3:37:26

9:49:32

5

Manuela Heimerl

GER

1:01:18

5:11:21

3:39:18

9:59:16

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Cologne 226, Männer

  1. September 2011, Köln

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

Gesamt

1

Georg Potrebitsch

GER

47:54

4:26:05

3:09:03

8:28:25

2

Clemens Coenen

GER

52:17

4:30:45

3:07:38

8:35:20

3

Christian Nitschke

GER

56:04

4:33:21

3:07:15

8:41:11

4

Jens Kaiser

GER

56:03

4:28:43

3:07:56

8:48:43

5

Johann Ackermann

GER

47:49

4:35:34

3:19:21

8:48:44

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