70.3 Austin Raelerts überragendes Comeback

Langstrecke | 24. Oktober 2011
Fast zwölf Monate nach dem zweiten Triumph in Clearwater ist Michael Raelert wieder da, wo er sich am wohlsten fühlt: Auf der Rennstrecke. Beim Ironman 70.3 Austin (USA) knüpfte er auch gleich dort an, wo er im November 2010 aufgehört hatte. Ergebnis: Der sechste Sieg in Serie.
Michael Raelert ist der weltbeste Triathlet auf der 70.3-Strecke. Daran hat auch seine fast zwölfmonatige verletzungsreiche Zwangspause nichts geändert. Von einer langwierigen Rückenverletzung geplagt, hatte der 31-Jährige schweren Herzens sein geplantes Langdistanz-Debüt in Frankfurt, die Rennen in Wiesbaden und Las Vegas und letztlich auch den Start auf Hawaii absagen müssen. Am Wochenende ist er zurückgekehrt und seine Gegner mussten schnell erkennen, dass der Rostocker schon wieder fast so stark ist wie bei seinem letzten großen Triumph - im November 2010 in Clearwater.

Schildknechts Frust und Raelerts Freude

Etwas mehr als 24 Minuten brauchte Raelert für die knapp zwei Kilometer im Decker Lake vor den Toren von Austin. Damit brachte er den wesentlichen Teil seiner Konkurrenten bereits nach einer halben Rennstunde in Zugzwang. Denn nur dem Australier Richie Cunningham und den Briten Paul Amey und Fraser Cartmell gelang es in der Auftaktdisziplin, das Tempo des Deutschen mitzugehen. Viel mehr hatte ihm das Trio danach allerdings nicht entgegenzusetzen. Cunningham verlor auf den 90 Radkilometern fast zwei, Amey und Cartmell sogar mehr als drei Minuten auf Raelert, der seine Verletzungspause unter anderem dazu genutzt hatte, in einem Windkanal in Mailand an seiner Aerodynamik zu tüfteln. Mindestens einen konnte er damit nicht beeindrucken - den Schweizer Ronnie Schildknecht. Nach seinem enttäuschenden Rennen auf Hawaii fuhr sich der 32-Jährige den Frust von der Seele. In 2:05:53 Stunden war er fast vier Minuten schneller als der seit November 2009 ungeschlagene Raelert. Doch der nahm die ungewöhnliche Rolle des Jägers an, lief das Zwei-Minuten-Loch auf Schildknecht zu und packte bis ins Ziel weitere zwei Minuten drauf. Nach 3:47:48 Stunden war Raelerts sechster 70.3-Sieg in Folge offiziell. Schildknecht tröstete sich nach dem Aus in Kona mit dem zweiten Platz - schon in zwei Wochen will er beim Ironman Florida weitere Punkte fürs Kona Pro Ranking 2012 sammeln. Duathlonspezialist Amey schnappte sich als Dritter seinen vierten Podiumsplatz der Saison.

Hoogland wankt, Meyers sagt "Danke"

Ohne prominente Namen musste das Rennen der Frauen auskommen. Mehr als vier Stunden sah die Kanadierin Tenille Hoogland wie die sichere Siegerin aus. Mit der schnellsten Schwimm- und Radzeit hatte sie sich ein komfortables Polster für den Halbmarathon verschafft, dass sie bis drei Kilometer vor dem Ziel verteidigte. Dort war der Tank der früheren Synchronschwimmerin leer. "Ich hatte keine Energie mehr und musste anhalten", erklärte Hoogland später enttäuscht. Dann sei ihr schwindlig geworden und sie habe nicht wieder loslaufen können. Favoritin Jessica Meyers war es egal. Der US-Amerikanerin reichte eine Laufzeit von 1:29:01 Stunden, um das Rennen am Ende souverän zu gewinnen. Mandy McLane und Christina Jackson komplettierten mehr als fünf Minuten nach der Siegerin das rein amerikanische Podium. Allein die Australierin Rachael Paxton verhinderte als Achte den vollständigen Triumph der Gastgeber.
Ironman 70.3 Austin, Frauen
23. Oktober 2011, Austin/Texas (USA)
1,9 km Swim90 km Bike21,1 km RunGesamt
1Jessica MeyersUSA28:052:28:421:29:014:29:15
2Mandy McLaneUSA27:282:30:151:33:194:34:40
3Christina JacksonUSA27:112:28:331:34:364:35:03
4Caroline GregoryUSA28:582:37:291:28:434:38:28
5Lesley SmithUSA29:542:34:481:30:184:39:10
6Kortney HaagUSA30:012:30:371:34:404:40:00
7Haley Cooper-ScottUSA32:142:30:211:34:184:40:48
8Rachael PaxtonAUS28:412:32:201:36:244:40:59
9Kristen PetersonUSA26:242:30:261:41:414:42:16
10Jennifer LübkeUSA27:442:30:111:42:084:43:40
Ironman 70.3 Austin, Männer
23. Oktober 2011, Austin/Texas (USA)
1,9 km Swim90 km Bike21,1 km RunGesamt
1Michael RaelertGER24:062:09:581:11:053:47:48
2Ronnie SchildknechtSUI25:512:05:531:15:033:49:48
3Paul AmeyGBR24:142:12:081:13:263:52:36
4Massimo CiganaITA27:222:09:071:16:353:56:26
5Richie CunninghamAUS24:132:11:351:18:303:56:59
6Pedro GomesPOR26:332:16:141:15:534:01:53
7Fraser CartmellGBR24:082:12:241:25:304:04:52
8Chris GanterUSA29:392:14:341:18:354:06:30
9Grant GlauserUSA27:332:15:181:24:464:10:54
10Damon BarnettUSA26:022:16:471:26:534:13:59