Rapperswil abgesagt: Raelert rennt die Zeit davon

Michael Raelert hat seinen Saisonauftakt zum zweiten Mal verschoben. Wegen muskulärer Probleme verzichtet der Rostocker auf seinen für Sonntag geplanten Start beim Ironman 70.3 in Rapperswil-Jona, den er 2010 und 2012 gewann. Bis zum erklärten Saisonhighlight, dem Ironman Germany in Frankfurt, bleiben Raelert nun nur noch fünf Wochen.

Von > | 29. Mai 2013 | Aus: SZENE

IMG_1910_neu | Michael Raelert in Wiesbaden 2012

Michael Raelert in Wiesbaden 2012

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Die 13 scheint keine der Glückszahlen von Michael Raelert zu sein. Während sich seine Konkurrenten schon für die großen Rennen warmlaufen, hat der 32-Jährige in der Saison 2013 noch keinen einzigen Wettkampfkilometer absolviert. Nach der kurzfristigen Absage seines Starts beim Ironman 70.3 St. George vor gut drei Wochen fällt Raelert auch für den Ironman 70.3 Switzerland am kommenden Wochenende aus. Er habe leichte muskuläre Probleme, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung zur Begründung. "Ich würde meine Rekordzeit aus 2010 am Sonntag gern angreifen", erklärt der 70.3-Weltmeister von 2009 und 2010. "Mit einer richtig harten Wettkampfbelastung würde ich mir in der Vorbereitung auf Frankfurt aber keinen Gefallen tun", so Raelert weiter. Die Ironman-Europameisterschaft am 7. Juli ist sein großes Ziel - das will er nicht gefährden. Mit moderaten Laufeinheiten und physiotherapeutischen Behandlungen sollen die Probleme in den kommenden Tagen und Wochen auskuriert werden. Viel Zeit bleibt Raelert auch nicht mehr. Seine letzte Chance, vor dem Showdown am Römerberg noch einen Formtest unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren, wäre der 16. Juni. Da steigt in seiner Wahlheimat die Premiere des Ironman 70.3 Berlin. Auch die hatte er sich vor der Saison in seinem Rennkalender angekreuzt. Doch ob er dort an den Start gehen wird, ist offen.

1.000 Meter Schwimmen oder ein Duathlon

Offen ist auch, ob am Sonntag in Rapperswill überhaupt ein reguläres Rennen über 113 Kilometer stattfinden wird. Denn auch in der Schweiz lässt der Sommer weiter auf sich warten. Bei den letzten Messungen im Zürichsee zeigte das Thermometer nicht einmal zehn Grad. Damit liegt der Wert sechs Grad unter der von der International Triathlon Union (ITU) für einen Wettkampf mit einer Schwimmdistanz zwischen 1.501 und 3.000 Metern (Agegrouper) festgelegten Mindesttemperatur. Immerhin noch drei Grad fehlen bis zum von "Swiss Triathlon" vorgeschriebenen Minimum von 13 Grad. "Die Optionen sind 1.000 Meter Schwimmen oder ein Duathlon", erklärte Renndirektor Nico Aeschimann gegenüber tri-mag.de. Selbst für ein verkürztes Schwimmen ist der See derzeit aber noch zu kalt. Bei Tagestemperaturen um zehn Grad dürfte sich daran in den kommenden Tagen auch nichts Entscheidendes ändern. Dann bliebe dem Veranstalter nur noch ein Duathlon, bei dem das Schwimmen - so Aeschimann - durch einen 4,5-Kilometer-Lauf ersetzt werden würde. Die endgültige Entscheidung soll den Athleten noch heute im Laufe des Tages via Newsletter und über sämtliche soziale Netzwerke mitgeteilt werden. Der ausbleibende Sommer hatte am vergangenen Wochenende schon den Ablauf des Ironman 70.3 Austria in St. Pölten (AUT) durcheinandergebracht. Dort war aus logistischen Gründen letztlich nur noch ein Bike & Run möglich.

Die Favoriten

Nach Raelerts Absage geht - unabhängig von der Entscheidung der Organisatoren - der Schweizer Ronnie Schildknecht als Topfavorit an den Start der siebten Auflage. Der hat das Rennen am Zürichsee zwischen 2007 und 2009 dreimal gewonnen und stand 2010 und 2011 als Zweiter auf dem Podium. Herausgefordert wird er von seinen Landsmännern Mike Aigroz, Ruedi Wild und Jan van Berkel, dem Franzosen Herve Faure und den beiden Deutschen Boris Stein und Christian Brader. Bei den Frauen kämpfen 70.3-Europameisterin Anja Beranek, die Belgierin Sofie Goos, Tamsin Lewis aus Großbritannien und die Schweizerin Regula Rohrbach um die Nachfolge von Olympiasiegerin Nicola Spirig, die das Rennen im vergangenen Jahr für sich entschieden hatte.