Roadtrip: Gajer und Wutti heiß auf die Wüste

Auf den Tag genau sechs Monate nach ihrem Triumph beim Ironman Arizona greift Julia Gajer in Texas nach ihrem zweiten Ironmansieg. Gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Eva Wutti will sie auf dem schweren Kurs in "The Woodlands" zudem Punkte fürs Kona Pro Ranking sammeln. Im Rennen der Männer bekommt es Swen Sundberg mit Paul Amey, Jordan Rapp, Bevan Docherty und dem Niederländer Bas Diederen zu tun.

Von > | 16. Mai 2014 | Aus: SZENE

JRB_8391_JuliaGajer | Julia Gajer

Julia Gajer

Foto >Jason R. Budd / FinisherPix.com

In der zugegeben überschaubaren Geschichte des Ironman Texas hat es bisher noch kein deutscher oder österreichischer Profi aufs Podium geschafft. Das könnte sich bei der vierten Auflage ändern. Mit dem Rückenwind der Erfolge ihrer Teamkollegen Andreas Dreitz und Daniela Sämmler haben sich Julia Gajer und Eva Wutti vom Team Erdinger Alkoholfrei auf die Reise in den mittleren Süden der USA gemacht. Knapp 50 Kilometer nördlich von Houston geht es am Samstag zum ersten Mal in diesem Jahr  auch in Nordamerika um Punkte für das Kona Pro Ranking. Gajer und Wutti gehen mit unterschiedlichen Voraussetzungen an den Start.

Die Deutsche ist heiß auf ihr erstes wichtiges Saisonrennen. "Die Vorbereitung verlief sehr vielversprechend, so dass ich optimistisch bin", schrieb die 31-Jährige Mitte April auf ihrer Website. Bei einem Testwettkampf auf Mallorca, dem Triathlon International Portocolom, wurde sie Dritte und war danach vor allem mir ihrer Radleistung zufrieden. In den Hügeln von "The Woodlands" wird sie die erneut abrufen müssen. Der übliche starke Südwind blies den Athleten in den vergangenen Jahr auf der zweiten Hälfte der ohnehin schweren Radstrecke ins Gesicht. Vor Gajer landeten in Portocolom nur die Irin Eimear Mullan und Teamkollegin Eva Wutti. Im Gegensatz zu Gajer musste die Österreicherin kurz danach aber einen kleinen Rückschlag einstecken. Ende April wurde Wutti krank und büßte so zwei wichtige Trainingswochen ein. "Speziell in den zwei Wochen vor Texas musste ich gänzlich von meinem gewohnten Schema abweichen", so Wutti in einem Interview mit trinews.at. Deshalb werde der Ironman Texas für sie zu einem gewissen Grad ein Überraschungsrennen. Dass sie Langdistanzen gewinnen kann, bewies die 25-Jährige in der Saison 2013 eindrucksvoll. Nach dem Ironman Kopenhagen gewann Wutti im Oktober auch die Challenge Barcelona. In beiden Rennen blieb sie deutlich unter der 9-Stunden-Marke.

Williamson und Wee gegen Wutti und Gajer

Unter den 28 Konkurrentinnen, mit den sich Gajer und Wutti am Samstagabend (MESZ) messen müssen, sind mindestens eine Handvoll Profis, die ebenfalls aufs Podium wollen. Darunter die US-Amerikanerinnen Kelly Williamson, Bree Wee und Sarah Piampiano sowie Sara Gross aus Kanada. Auch Olesya Prystayko und Tamara Kozulina (beide Ukraine) werden im Rennverlauf eine Rolle spielen. Wenn Gajer und Wutti bei dem erwarteten Hitzerennen ihr Potenzial abrufen, könnte die aktuelle Erfolgsgeschichte des Team Erdinger Alkoholfrei in Texas um ein Kapitel erweitert werden.

Sundberg als "Lonesome Cowboy"

Die Rolle des einsamen Cowboys spielt Swen Sundberg im Rennen der Profimänner. Als einziger Deutscher will sich der Deutsche gegen die überwiegend nordamerikanische und australische Konkurrenz möglichst gut aus der Affäre ziehen. Der 40-Jährige trifft unter anderem auf Jordan Rapp (USA) und Paul Amey (GBR), die Sieger von 2012 und 2013. Dazu dürften Kiwi Bevan Docherty, der Australier Chris McDonald und Stephen Bayliss belastbare Gradmesser für Sundberg sein. Mehr als nur ein Geheimfavorit ist Bas Diederen, der Überraschungsdritte des Ironman in Frankfurt 2013. Will er im Oktober wieder auf Hawaii dabei sein, müssen zwei Tage vor seinem 34. Geburtstag auch für den Niederländer Punkte im Kona Pro Ranking und damit ein gutes Ergebnis her.