Rookie Lange hinterlässt fettes Ausrufezeichen bei Ironmanpremiere!

Als wir ihn vor dem Rennen im Interview gefragt haben, welche Headline Patrick Lange nach dem Rennen am liebsten auf tri-mag.de lesen würde, war es diese. Nun, Headlines bei uns sind zwar kein Wunschkonzert. Aber: Sieg ist Sieg, verdient ist verdient!

Von > | 15. Mai 2016 | Aus: Szene

Patrick Lange | Patrick Lange

Patrick Lange gewinnt in Texas bei seinem ersten Ironman-Start auf Anhieb.

Foto > Paul Philips

Das Männerrennen des Ironman Texas versprach bereits im Vorfeld spannend zu werden. 
Die besten Männer stellten sich bei der nordamerikanischen Meisterschaft der Hitze, um den Tagesschnellsten zu ermitteln. Aus deutscher Sicht mit dabei: Nils Frommhold, Patrick Lange, Michael Rünz und Swen Sundberg.

Der Startschuss im Lake Woodlands fiel um 6:25 Uhr bei noch angenehmen Temperaturen. Die beiden Deutschen Lange und Frommhold kamen nach 48:57 und 49:09 Minuten für die 3,8 Kilometer in der Spitzengruppe aus dem See und konnten so das Rennen vor vorne mitgestalten. Rünz und Sundberg starteten nach 56:40 und 54:31 Minuten die Verfolgung.

Zeitstrafe für Frommhold


Auf dem Rad zündete Andrew Starykowicz wie erwartet den Turbo, fuhr 15 Minuten Vorsprung heraus - eine Minute pro zehn Kilometer, denn der Kurs wurde von 180 auf 150 Kilometer verkürzt, da die Originalstrecke nach einem Unwetter zu große Schäden aufwies. Hinter Starykowicz lagen rund 20 Verfolger innerhalb weniger Minuten, darunter auch Lange und Frommhold.

Vorjahressieger Matt Hanson, nach dem Schwimmen über fünf Minuten zurück, fuhr die Lücke auf dem Rad bis in die Verfolgergruppe zu, bis ihn eine Zeitstrafe erneut zurückwarf. Auch Frommhold erwischte es. Er musste seine Strafe vor dem Laufen im Penalty-Zelt absitzen.

Lange nimmt Fahrt auf

Die amerikanische Radrakete Starykowicz wechselte, wie man es von ihm gewohnt ist, als Erster. Die direkten Verfolger, darunter Matt Russell, Terenzo Bozzone, Eneko Llanos, Antony Costes, Jordan Rapp, Jeremy Jurkiewicz und Patrick Lange, nahmen jedoch ab der zweiten Wechselzone Fahrt auf. Der Tagessieger sollte auf dem abschließenden Marathon ermittelt werden.

Während Lange sich bereits nach wenigen Kilometern aus dieser Gruppe lösen konnte, musste Andrew Starykowicz frühzeitig Gehpausen einlegen und nach wenigen Kilometern erneut seinem immensen Radtempo Tribut zollen. Starykowiczs Schwäche nutzte Debütant Patrick Lange. Bei Kilometer zehn nahm er die Führung an sich und sollte sie bis ins Ziel nicht mehr hergeben.

Starykowicz, Frommhold und Sundberg steigen aus


Noch bevor Starykowicz die erste von drei Laufrunden beenden konnte, stieg er aus. Und auch Nils Frommhold, der in den Woodlands seine Qualifikation für Kona perfekt machen wollte, fand nach der Zeitstrafe nicht mehr ins Rennen und musste enttäuscht aufgeben. Swen Sundberg konnte das Rennen ebenfalls nicht beenden.

Patrick Lange jedoch ließ sich weder von den heißen Temperaturen noch von fehlender Erfahrung aus der Ruhe bringen. Der Darmstädter flog seinen Konkurrenten förmlich davon. Der US-Amerikaner Matt Russell, der sich nach einem gewaltigen Schwimmrückstand auf dem Rad bereits in eine gute Ausgangsposition für den Lauf gebracht hatte, rannte ebenfalls, was das Zeug hielt. Dem Hessen kam er aber nicht besonders dicht auf die Fersen. Terenzo Bozzone, der diese Saison immer besser in Fahrt kommt, folgte auf Lange und Russell. Matt Hanson folgte nach einer gigantische Aufholjagd als Vierter.

2:40er Marathon für Lange

Nach 7:13:13 Stunden überquerte Patrick Lange als Erster die Ziellinie und konnte sich ausgiebig feiern lassen. Mit einer Laufzeit von 2:40:01 stellte der Hesse seine Konkurrenz in den Schatten und lief bei seinem Ironman-Debüt die fünftschnellste jemals gelaufene Zeit auf einer Langdistanz. Matt Russell folgte ihm in einem starken Sub-2:50-Marathon als Zweiter. Er hatte im Ziel über acht Minuten Rückstand auf den bärenstarken Deutschen.

Bozzone musste auf der letzten Runde noch einem Angriff von Matt Hanson standhalten. Dessen Aufholjagd endete aber wenig später in zähen Krämpfen. Mit einer sehr guten Laufzeit von 2:52:53 Stunden konnte der Neuseeländer Bozzone den dritten Platz sichern. Michael Rünz vom Proteam Mohrenwirt kam als zweiter Deutscher auf Platz 14 ins Ziel. Neben dem überlegenen Tagessieg schnappte sich Lange außerdem den Laufstreckenrekord – den ursprünglich Matt Hanson als Ziel ausgelobt hatte.

Der 29-Jährige Darmstädter Patrick Lange hinterlässt bei seinem Langdistanz-Debüt somit ein fettes Ausrufezeichen: erster Sieg, Laufstreckenrekord und die direkte WM-Qualifikation für Kona.

IRONMAN North American Championships - Ironman Texas | Männer

  1. Mai 2016, The Woodlands, Texas (USA)

Platz Name Land Gesamt 3,8 km Swim 150 km Bike 42,2 km Run

1

Patrick Lange

GER

7:13:13

0:48:57

3:39:28

2:40:01

2

Matt Russell

USA

7:21:56

0:56:41

3:31:47

2:48:14

3

Terenzo Bozzone

NZL

7:25:55

0:48:59

3:39:27

2:52:53

4

Jeremy Jurkiewicz

FRA

7:28:30

0:48:51

3:39:55

2:55:07

5

Clemente Alsonso

ESP

7:30:59

0:48:43

3:44:42

2:51:53

6

Justin Daerr

USA

7:31:39

0:54:16

3:37:28

2:54:56

7

Chris Mcdonald

USA

7:33:08

0:55:59

3:32:30

2:59:55

8

Stephen Kilshaw

CAN

7:34:01

0:55:20

3:33:16

3:00:29

9

Matic Modic

SLO

7:35:08

0:56:48

3:40:53

2:52:18

10

Callum Millward

NZL

7:36:23

0:51:02

3:38:32

3:01:15

14

Michael Rünz

GER

7:42:50

0:56:40

3:42:14

2:58:28

Swipe me