Roth und Frankfurt: Geht Craig Alexander auf Deutschlandtour?

Craig Alexander denkt im Herbst seiner Karriere über einen Start bei der Challenge Roth und der Ironman-EM in Frankfurt nach. Das erklärte der dreimalige Ironmanweltmeister gegenüber "Triathlete Europe". Bisher hatte der 41-jährige Australier alle Einladungen aus Deutschland dankend abgelehnt. In Roth würde man den Altmeister trotzdem noch mit offenen Armen empfangen.

Von > | 8. April 2015 | Aus: SZENE

Craig Alexander | Craig Alexander

Craig Alexander

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Im März 2014 - kurz nach seinem fünften Platz beim Ironman Melbourne - hatte Craig Alexander den Traum von seinem vierten Ironman-WM-Titel begraben. Sein Körper sei eine Art Leihwagen, der mittlerweile ein paar Meilen zu viel auf dem Tacho habe, stellte er danach frustriert fest. Wenige Wochen später entschloss sich der Aussie aber, doch noch ein letztes Mal auf Hawaii zu starten und den 23. Platz von 2013 zu korrigieren. Am Ende landete er - erneut schwer geschlagen - auf dem 13. Platz. Damit scheint das Kapitel Kona nun endgültig abgehakt. Mindestens zwei Träume hat Alexander auf der Zielgerade seiner Profikarriere aber noch - obwohl er den Ironman Hawaii im Oktober 2014 schon zu seiner letzten Langdistanz erklärt hat.

Ironman Hawaii 2014 | Craig Alexander im Oktober 2014 auf Big Island: Doch nicht die letzte Langdistanz seiner Karriere?

Craig Alexander im Oktober 2014 auf Big Island: Doch nicht die letzte Langdistanz seiner Karriere?

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Briefe aus Roth

Seit vielen Jahren flattert eine Einladung aus Roth in den Briefkasten der Familie Alexander in Cronulla. Immer wieder versuchte Felix Walchshöfer, Geschäftsführer der TeamChallenge GmbH, den Ausnahmeathleten aus Down Under in die fränkische Provinz zu locken. Doch Alexander lehnte immer ab. Dass Ironman seine Regeln geändert und uns Profis dazu gezwungen hat, mehr als einen Ironman pro Jahr zu machen, sei ein Grund dafür gewesen, sagt Alexander heute. Dazu hatte er einen Vertrag mit Ironman, der - so Walchshöfer - Starts bei den weltweiten Challenge-Rennen explizit ausschloss. Außerdem habe es ihn viel Kraft gekostet, ohne Familie zum Training nach Boulder (USA) zu gehen, so Alexander in einem Interview mit dem Onlineportal von "Triathlete Europe". Mittlerweile kann sich der Australier, dessen Kinder in Cronulla zur Schule gehen, sehr gut vorstellen, einmal bei der Challenge Roth an den Start zu gehen. Der Vertrag mit Ironman hindert ihn daran nicht mehr.

Was nicht ist, kann noch werden

Er sei kein Zweifler und bereue nur selten etwas, so Alexander. Doch, dass die Challenge Roth noch in seiner Liste fehle, gehe ihm immer wieder durch den Kopf. "Ich möchte dieses Rennen einmal erleben", sagt er. So wie seine Landsfrau Mirinda Carfrae, die sich ebenfalls viele Jahre geziert hat und im Sommer 2014 doch ihr denkwürdiges Roth-Debüt feierte. "Rinny hat mir alles über das Rennen erzählt", so Alexander, der in seiner langen Profikarriere neben dem Ironman Hawaii (acht Mal) nur die Langdistanzen in Melbourne (drei Mal), Coeur d'Alene (einmal) und Port Macquarie (Ironmanpremiere 2007) bestritten hat. Seine Bilanz: vier Siege, davon allein drei auf Hawaii. Den Makel, sich nie in Europa mit den europäischen Topstars gemessen zu haben, will Alexander nun noch abschütteln. In Roth hört man das natürlich gern. "Wir würden uns freuen, wenn Crowie sich auch noch in die lange Liste der Topstars einreiht", so Felix Walchshöfer gegenüber tri-mag.de. Ohne einen Start in Roth habe er das Beste verpasst - da ist sich der TeamChallenge-Geschäftsführer sicher. Den direkten Kontakt habe Alexander zwar bisher noch nicht gesucht, so Walchshöfer weiter. "Aber was nicht ist, kann ja noch werden."

Und Roth ist offenbar nicht die einzige Langdistanz, mit der Alexander seine beispiellose Karriere vervollständigen möchte. "Um ehrlich zu sein: Frankfurt würde ich auch gern einmal machen", so Alexander gegenüber triathlete-europe.com. Doch ob, und wenn ja wann, Craig Alexander den Traum von seiner Deutschlandtour in die Tat umsetzt, weiß derzeit wahrscheinlich nur er selbst. In Roth und Frankfurt würde man ihn sicher herzlich willkommen heißen.