"Ruhig schlafen? Keine Chance!"

Ein dermaßen mit Topstars gespicktes Feld wie bei den diesjährigen Ironman-Europameisterschaften in Frankfurt findet man selten. Vielleicht übertrafen sich diese deshalb bei der Auftakt-Pressekonferenz gegenseitig im Tiefstapeln?

Von > | 4. Juli 2013 | Aus: SZENE

Ironman Frankfurt 2013: Die Favoriten bei der Pressekonferenz | Versammelte Weltklasse in Frankfurt: Michael Raelert, Eneko Llanos, Sebastian Kienle, Marino Vanhoenacker und Pete Jacobs.

Versammelte Weltklasse in Frankfurt: Michael Raelert, Eneko Llanos, Sebastian Kienle, Marino Vanhoenacker und Pete Jacobs.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Stimmen von der Pre-Race-Pressekonferenz über den Dächern von Frankfurt:

Pete Jacobs (AUS), Ironman-Weltmeister 2012

"Ich bin hier wegen der Medienpräsenz und wegen der anderen starken Athleten. Ich mag den harten, direkten Wettkampf. Außerdem kann ich mir die anderen Jungs hier vor Hawaii schonmal genauer anschauen."

Marino Vanhoenacker (BEL), Titelverteidiger

"Wenn ich mich hier so umschaue, sieht es richtig schlecht aus mit der Titelverteidigung. Wirklich. Noch fühle ich mich echt wohl auf meinem Thron. Der belgische König hat übrigens gestern seinen Rücktritt bekannt gegeben - ich hoffe, das ist kein schlechtes Omen!"

Sebastian Kienle (GER), Ironman-70.3-Weltmeister 2012

"Ob man mein Jahr 2012 toppen kann? Auf jeden Fall. Ich könnte ja Frankfurt, Las Vegas und Hawaii gewinnen. Eine mathematische Möglichkeit gibt es dafür immerhin. Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich - aber ich arbeite dran."

Eneko Llanos (ESP), Sieger Ironman Melbourne 2013

"Ich fühle mich gut und hatte eine grandiose erste Saisonhälfte. Ob ich die acht Stunden in Frankfurt endlich knacken kann? Ich war zweimal sehr nah dran. Aber mein Fokus liegt jetzt schon eher auf Kona und die Laufstrecke ist wirklich hart für die Muskeln. Ich weiß nicht, was die hier in Frankfurt mit dem Boden machen, aber die letzte Runde war immer brutal."

Michael Raelert (GER), Ironman-70.3-Europameister 2012

"Der Sieg meines Bruders Andreas letzte Woche in Klagenfurt nimmt mir etwas Druck. Ich kann jetzt nachziehen oder mich ein bisschen mit in seinem Erfolg sonnen. Das motiviert mich. Wer hier gewinnt? Das weiß ich doch nicht! Ich hole mir gleich selbst noch ein paar Autogramme. Alle können hier gewinnen."

Daniel Unger (GER), Weltmeister Kurzdistanz 2007

"Ich bin ganz gut durchgekommen im Training. Aber an ruhiges Schlafen ist in den letzten Nächten irgendwie nicht zu denken. Meine große Unbekannte ist der Marathon. Ich habe die Hosen ziemlich voll, aber durch das gute Feld verteilt sich der Druck. Ich mag den Kampf Mann gegen Mann, der sich hoffentlich einstellt."

Andreas Böcherer (GER), Ironman-70.3-Europameister 2011

"Mein Ziel, nachdem ich vor einigen Wochen umgeknickt bin und der Fuß mich zu einer Laufpause gezwungen hat: das Konaticket. Seit meinem letzten Start 2008 kam in oder vor Frankfurt immer etwas dazwischen, jetzt will ich meinen Main-Fluch besiegen."

Jan Raphael (GER), Sieger Ironman Kalmar 2012

"Frankfurt ist schon eine Art Heimrennen für mich, das wird mein sechster Start. Das ist sicher ein Vorteil. Ich habe mir einiges vorgenommen, mein schlechtester Rang war hier Platz sechs. Bei so einem Feld ist allerdings alles möglich. Zehn Jungs können hier gewinnen."

Uwe Widmann (GER), Lokalmatador

"So lange ich noch die Beine habe, den Jüngeren Beine zu machen, bleibe ich dabei. Ich habe trotz meines Alters von über 40 Jahren noch viel Spaß, wir werden nach dem Sonntag sehen, wo meine Karriere hingeht."

Anja Beranek (GER), Ironman-70.3-Europameisterin 2012

"Ich verbinde viele positive Emotionen mit Frankfurt. Letztes Jahr war ich Zweite, jetzt einen Platz weiter vorn zu landen, wäre eine schöne Rechnung. Ob sie aufgeht, weiß ich nicht. Ich will natürlich noch schneller und besser sein als 2012. Mein Traumziel: Unter neun Stunden.

Kristin Möller (GER), Siegerin Ironman Lanzarote 2013

"Die magische Neun schwebt auch mir im Hinterkopf herum. Letztes Jahr war ich wegen des Hawaiitickets hier, jetzt möchte ich ganz vorn mitmischen. Wenn ich die Lanzarote-Leistung wieder abrufen kann, müssen sich die anderen Mädels warm anziehen."

Natascha Schmitt (GER), Debütantin und Lokalmatadorin

"Ich möchte vor allem ein Lächeln für alle Zuschauer haben und hoffe auf eine Zeit unter 9:30 Stunden. Das wäre toll!"