Saisonstart im "Golden State": Frodeno trifft auf Potts und Schildknecht

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seinem ersten Sieg kehrt Jan Frodeno am Wochenende zum Ironman 70.3 California nach Oceanside zurück. Dort trifft er unter anderem auf seinen früheren Kurzdistanzrivalen und Oceanside-Rekordchampion Andy Potts, den Schweizer Ronnie Schildknecht sowie die beiden starken Kanadier Brent McMahon und Lionel Sanders.

Von > | 25. März 2015 | Aus: SZENE

Frodeno Girona - 08 | ... rasenden Abfahrt. Doch ...

... rasenden Abfahrt. Doch ...

Foto >Felix Rüdiger - letsmakeaplan.de

Nur ein kleiner Moment der Unachtsamkeit hat Jan Frodenos Saisonvorbereitung und den ausgetüftelten Rennkalender etwas durcheinandergewirbelt. Seinen geplanten Start bei der Challenge Dubai hatte er nach dem Sturz beim Radtraining in Australien kurzfristig absagen müssen. Erst nach etwa vier Wochen waren die gestressten Bänder und die lädierte Rippe wieder voll einsatzbereit. Dem ersten ernsthaften Test werden die Knochen des Olympiasiegers von 2008 nun am Samstag in Oceanside unterzogen. Und mit ihnen das neue und ausgiebig getestete Wettkampfmaterial für das Projekt Hawaiisieg 2015.

Jan Frodeno | Yes! Jan Frodeno nach seinem überlegenen Sieg im März 2014 in Oceanside.

Yes! Jan Frodeno nach seinem überlegenen Sieg im März 2014 in Oceanside.

Foto >Felix Rüdiger

Potts will Revanche

2014 hatte Frodeno auf dem schnellen Kurs in Kalifornien die Créme de la Créme der 70.3-Szene demontiert und unter anderem dem damals amtierenden Weltmeister Sebastian Kienle sowie Andy Potts - fünfmaliger Champion in Oceanside - die Leistungsgrenzen aufgezeigt. In knapp 72 Minuten war er über den 21 Kilometer langen Laufkurs gejagt - im Ziel lagen fast drei Minuten zwischen ihm und Potts, dem damals Zweitplatzierten. Und der US-Amerikaner - vor wenigen Jahren noch gemeinsam mit Frodeno im Kurzdistanz-Zirkus unterwegs - dürfte auch dieses Mal der härteste Rivale des Deutschen sein. Beide sind exzellente Schwimmer, stark auf dem Rad und haben oft genug bewiesen, dass sie auch beim Laufen noch genügend Körner im Köcher haben. Natürlich sollte des berühmte Fell des Bären aber auch hier noch nicht verteilt werden, bevor dieser nicht erlegt, also das Rennen gelaufen ist. Denn die Liste derer, die das Duo ärgern wollen und können, ist in Oceanside traditionell lang.

Liste der Mitbewerber lang

Gemeldet haben unter anderem der Hawaii-Zweite von 2013, Luke McKenzie (AUS), dessen laufstarken Landsleute James Seear, Christian Kemp und Leon Griffin, der Schweizer Ronnie Schildknecht, die US-Amerikaner Kevin Collington und Matthew Reed sowie Brent McMahon (2014 Fünfter) und Lionel Sanders aus Kanada. Letzterer gilt aktuell als eins der größten Mittel- und Langdistanztalente weltweit. 2014 feierte der junge Sanders allein in Nordamerika drei 70.3-Siege. Zwei weitere Male wurde er Zweiter. Die 70.3-WM in seiner Heimat Mont Tremblant beendete er auf dem starken siebten Platz. Im November krönte er seine überragende Saison mit dem Sieg bei der "Light-Version" des Ironman Florida, bei dem das Schwimmen aufgrund der wirdrigen Witterungsbedingungen abgesagt worden war.

Heather hoch 2: Wurtele vs. Jackson

Zwar etwas weniger hochklassig, dafür aber sehr ausgeglichen, ist das Feld der Profifrauen besetzt. Wie bei den Männern kommt es auch hier zur Revanche zwischen der Vorjahressiegerin und der Zweitplatzierten. Vor einem Jahr hatte Heather Wurtele (CAN) der US-Amerikanerin Heather Jackson den Titel auf den letzten Kilometern aus den Händen gerissen. Dieses Mal bekommt Wurtele zusätzlich starke Konkurrenz aus dem eigenen Land. Angela Naeth hat sich beim Ironman 70.3 Monterrey vor zwei Wochen mit Platz drei schon warmgelaufen und ebenfalls sehr gute Aussichten auf den Titel. Besiegt wurde sie in Mexiko allerdings von Sarah Piampiano (USA), die am Samstag auch am Start stehen wird. Weitere Kandidaten für einen Podiumsplatz: Michelle Vesterby aus Dänemark, die Britin Emma-Kate Lidbury, Carrie Lester aus Australien und die US-Amerikanerin Liz Lyles, die im Sommer 2014 als Zweite der Ironman-EM in Frankfurt erstmals in Europa auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Beide Rennen werden am Samstagnachmittag 14:40 Uhr (MEZ) gestartet. tri-mag.de berichtet wie gewohnt aktuell.